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Turnen
Schäfer freut sich über guten Einstieg

Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer feierte bei der nationalen EM-Qualifikation einen klaren Sieg.
Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer feierte bei der nationalen EM-Qualifikation einen klaren Sieg. FOTO: dpa / Deniz Calagan
Chemnitz. Turn-Weltmeisterin gewinnt die deutsche EM-Qualifikation in Chemnitz.

Die Cheftrainerin frohlockte, die Weltmeisterin glänzte. Die Rückkehr der zwei deutschen Ausnahme-Turnerinnen Pauline Schäfer und Sophie Scheder bei der nationalen Qualifikation für die Europameisterschaften in Glasgow waren ein Volltreffer. „Alle haben total eingeschlagen“, meinte Bundestrainerin Ulla Koch nach dem geglückten Einstieg strahlend und bezog in ihre Bewertung auch Kim Bui ein, die sich nach Fußproblemen wieder prächtig zurückmeldete.


Die gebürtige Bierbacherin Schäfer präsentierte sich bei ihrem ersten Wettkampf seit dem Gewinn ihres WM-Titels in Montréal schon fast in EM-Form. „Auf jeden Fall ein guter Einstieg, auch wenn noch nicht alles hundertprozentig gestimmt hat. Aber es wäre auch ein Fehler, wenn ich jetzt schon auf absolutem Top-Niveau wäre“, sagte die Schwebebalken-Spezialistin aus dem Saarland, die in Kanada den ersten Titel für deutsche Turnerinnen seit 30 Jahren erkämpft hatte.

Die in Chemnitz trainierende Ausnahmeturnerin gewann den Mehrkampf mit 53,50 Punkten, obwohl sie am Boden nach dem gebückten Doppelsalto aus der Matte treten musste. Zweite wurde die Kölnerin Sarah Voss (52,85) vor Schäfers Teamgefährtin Scheder auf Rang drei (52,50).



Die Olympia-Dritte am Stufenbarren Scheder hatte 678 Tage keinen Wettkampf mehr bestritten. Eine komplizierte Knie-Operation in Colorado im Vorjahr, eine Virusinfektion im Januar und ein Muskelfaserriss im März ließen sie fast verzweifeln. „Im Sport gibt es immer Hochs und Tiefs. Das war mein Tief, jetzt geht es wieder aufwärts“, betonte sie. „Das Comeback war erfolgreicher, als ich es je erhoffen durfte“, sagte sie nach ihrem Auftritt in der heimischen Richard-Hartmann-Halle. Vor allem an ihrem Spezialgerät Stufenbarren ist sie schon wieder die Alte und turnte mit 14,50 Punkten zur Tageshöchstnote, die in Glasgow zu einem Podestplatz reichen könnte. „Eine Weltklasse-Kür“, kommentierte Cheftrainerin Koch.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Schäfer, Scheder und Bui aufgrund einer starken Stufenbarren-Übung sowie die bis vor dem letzten Gerät im Mehrkampf führende Kölnerin Sarah Voss zum fünfköpfigen Team für die EM vom 1. bis 4. August in Glasgow gehören werden. Über den fünften Startplatz wird bei einem Länderkampf in Frankreich entschieden.