Squash: SC Güdingen nimmt die deutsche Spitze ins Visier

Squash : SC Güdingen nimmt die deutsche Spitze ins Visier

Manager Johannes Wessela will den Squash-Bundesligisten mit internationalen Topspielern etablieren. Vorreiter war der 1. SRC Wiesental.

Johannes Wessela schaut auf sein Mobiltelefon. Würde der Manager des SC Güdingen das nicht tun, könnte es teuer werden. Wessela fungiert beim Squash-Bundesligisten nicht nur als das, was man im Fußball heute Kaderplaner nennt. Also jemand, der die Mannschaft zusammenstellt. Er ist zugleich der oberste Reiseplaner, kauft Tickets für seine Spieler. Denn: Die Cracks des SC Güdingen leben im englischen Bristol, in Florenz, London, Paris oder Wien. Der Club lässt sie regelmäßig einfliegen, mit dem Fernbus oder TGV anreisen.

Wessela muss schnell buchen, wenn er erfährt, wer spielt. Damit die Reisekosten nicht zu hoch ausfallen. „Das ist ein immenser Aufwand“, sagt er offen. Doch Wessela hat es so gewollt. Dass der Vereinsvorsitzende mit dem SC Güdingen etwas Größeres vorhat, das war im Saarland bekannt. 2014 gewann sein Club die Meisterschaft in der Verbandsliga, es gelang der Durchmarsch in die Regionalliga.

Als niemand in die 1. Liga wollte, trat der Saarländische Squash Racket Verband an den Verein heran. Wessela erinnert sich: „Könnt Ihr Euch vorstellen, in der Bundesliga zu spielen?“, so lautete die Frage. „Sportlich waren wir nicht qualifiziert“, sagt der Macher von Güdingen. Doch: „Wenn der Erfolg mal da ist, warum sollte man dann zurückfahren?“ Also sagte er Ja.

Mittlerweile spielt der SC Güdingen im zweiten Jahr in der Bundesliga Süd. Auf diesem Niveau bewegte sich früher auch der 1. SRC Wiesental. „Wiesental war der Vorreiter“, erklärt Wessela. Heute stellt sein Club den einzigen Erstligisten an der Saar. So, dass er selbstbewusst sagen kann: „Wir sind die Nummer eins im Saarland – und werden das auch bleiben.“ Das gilt für Wessela, obwohl sein Team aktuell auf dem letzten Tabellenplatz steht.

Für jede Partie benötigt der Manager vier Akteure. „Wir versuchen immer, mit zwei Ausländern und zwei Deutschen zu spielen“, erklärt er. Auswählen kann Wessela aus einem Pool, der sich aus gut einem Dutzend internationaler Profis zusammensetzt. Wessela sagt: „Das sind Spieler, die weltweit Turniere spielen.“ So wie der Brite Joshua Masters, in der Weltrangliste auf Platz 53, oder sein Landsmann Richie Fallows, die Nummer 62.

Auch wenn Masters und Fallows in dieser Saison noch nicht für Güdingen aufgeschlagen haben: Bei der Deutschen Squash Liga hat Wessela sie und andere Topleute exklusiv für seinen Club gemeldet. Für die Rückrunde hat er Nafiizwan Adnan aus Malaysia verpflichtet, die Nummer 31 der Welt. „Der Hammer“, findet Wessela. Deutsche Stammkräfte sind Marcus Pfister und Nils Kempf.

Klar ist: Die höchste Spielklasse kostet deutlich mehr Geld als die Regionalliga, in der Güdingen mit „einem kleinen vierstelligen Betrag“ auskam, wie Wessela sagt. Aktuell wendet der Club eine fünfstellige Summe auf. Details werden nicht verraten. Dafür sagt Wessela: „Mit dem doppelten Etat wären wir deutscher Meister.“ Das sollen vor allem mögliche Sponsoren wissen. „Meine Vorgabe ist: Ich mache das nicht, um fünf Jahre um den letzten, zweit- oder drittletzten Platz zu spielen“, erklärt der Manager.

Schon im nächsten Jahr will Wessela in die Top Fünf vorstoßen, sich mit Spitzenteams wie dem Paderborner SC, Sportwerk Hamburg, Sport-Insel Stuttgart oder Black & White Worms messen. Das heißt: Der Reiseplaner des SC Güdingen peilt die nächsten Ziele an.

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