DFB-Pokal der Frauen: Sand-Sturm fegt über Riegelsberg hinweg

DFB-Pokal der Frauen : Sand-Sturm fegt über Riegelsberg hinweg

Regionalliga-Fußballerinnen sind im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten erwartungsgemäß chancenlos.

Das Spiel endet am Samstag dort, wo sich zuvor schon ein Großteil des Geschehens abgespielt hat. Kurz nach einer Ecke der Bundesliga-Fußballerinnen des SC Sand pfeift Schiedsrichterin Hanna Schlemmer ab. Im Strafraum des gastgebenden Regionalligisten 1. FC Riegelsberg kommt es nach der einseitigen Zweitrundenpartie im DFB-Pokal der Frauen zum fairen Handschlag zwischen den Teams. Der Favorit aus Baden-Württemberg präsentierte sich vor 350 Besuchern im „Eisschrank“ am Wäldchen so unterkühlt wie das abendliche Wetter und spazierte gegen den Saarlandpokalsieger mit 13:0 (6:0) ins Achtelfinale.

Trotz des klaren Resultats gibt es auch beim Verlierer strahlende Gesichter. „Es ist immer ein Erlebnis, gegen so ein starkes Team spielen zu dürfen. Gerade für unsere Spielerinnen, die erst aus der Jugend aufgerückt sind“, sagt Kapitän Anika Scherer, nachdem die besondere Begegnung mit einem Gruppenfoto auf der Riegelsberger Torlinie festgehalten worden ist. „Immerhin lief es besser als voriges Jahr“, meint Josef Galliano mit einem Lachen. Der FCR-Abteilungsleiter nimmt die nächste zweistellige Pokal-Pleite gegen einen Erstligisten mit Humor, auch wenn er zugibt: „Ich hätte mir gewünscht, dass uns vielleicht ein Ehrentor gelingt oder wir nur 0:8, 0:9 verlieren.“ Doch wie beim 0:15 gegen Bayern München vor fast genau einem Jahr bekam Riegelsberg klar die Grenzen aufgezeigt.

Gegen Bayern waren damals 2000 Zuschauer vor Ort, der Name Sand lockte längst nicht so viele an. Dafür spielte ein im Saarland bestens bekannter Name beim Bundesliga-Siebten groß auf. Acht Minuten hielt das Bollwerk, ehe ausgerechnet Selina Wagner den Torreigen eröffnete. Die gebürtige St. Wendelerin ließ der starken FCR-Torfrau Lena Hensel mit ihrem Linksschuss keine Abwehrchance – 0:1 (9.). Für die vom SC Freiburg gewechselte Winterbacherin kam es sogar noch besser, denn auch Wagners zweiter Versuch landete zum 2:0 im Netz (16.). „Über meine Tore freue ich mich natürlich sehr, vor allem aber freut sich die Familie. Neben Verwandten sind viele Bekannte und Freunde heute hier. Es ist eine sehr schöne Rückkehr“, sagt Wagner, für die nach 45 Minuten vorsichtshalber Schluss ist. Das reichte, um sich am Tag nach ihrem 27. Geburtstag mit den ersten Pflichtspieltoren für Sand selbst zu beschenken – zum Leid von Galliano: „Wir haben versucht, mit einer Fünferkette dagegenzuhalten. Das sah erst gar nicht schlecht aus, aber nur bis zum 0:2. Danach war die Ordnung komplett weg.“

Einzig die Reflexe von Torhüterin Hensel verhinderten eine noch höhere Niederlage. „Weltklasse, was das Mädel rausgeholt hat“, lobte Galliano, während die Torfrau selbst zugab: „Die spielen einfach besser Fußball als wir. Wir können aber absolut zufrieden sein, als Regionalligist erneut die zweite Runde erreicht zu haben.“ Während sich der FCR nun auf Liga drei fokussieren kann, träumt Sand schon vom nächsten Pokalfinale. „Natürlich wollen wir zum dritten Mal in Folge ins Endspiel und es diesmal dann auch gewinnen“, gab sich Wagner nach dem „Sand-Sturm“ in Riegelsberg weiter angriffslustig.