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Fußball-Regionalliga Südwest
Saison-Höhepunkt gegen die Löwen

Der Druck auf FCS-Trainer Dirk Lottner wächst. Steigt er nicht auf in die 3. Liga, droht ihm sogar der Abschied aus Saarbrücken.
Der Druck auf FCS-Trainer Dirk Lottner wächst. Steigt er nicht auf in die 3. Liga, droht ihm sogar der Abschied aus Saarbrücken. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Der FCS trifft in der Aufstiegs-Relegation auf 1860 München. Derweil läuft die Personalplanung auf Hochtouren. Von Patric Cordier

Also die Löwen: Der 1. FC Saarbrücken steht seit vergangenem Sonntag als Teilnehmer aus der Fußball-Regionalliga Südwest an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga fest. Und wie die Auslosung am Freitag ergab, trifft der FCS auf den Meister der Regionalliga Bayern, den TSV 1860 München.


„1860 hat einen großen Namen und ein Umfeld, das nichts mit Regionalliga oder 3. Liga zu tun hat“, sagt FCS-Sportdirektor Marcus Mann: „Ein attraktiver Gegner, den wir gerne annehmen.“ Die Spiele sollen am 24. Mai in Völklingen und am 27. Mai in München ausgetragen werden. „Eine Verlegung ist noch nicht vom Tisch“, sagt Mann angesichts des Saarlandpokal-Endspiels am 21. Mai gegen die SV Elversberg: „Das erscheint mir aber wegen der Fernsehübertragung sowie der nötigen Zustimmung des Gegners eher unwahrscheinlich.“

An diesem Samstag ab 14 Uhr könnte der FCS mit einem Sieg beim TSV Schott Mainz die Meisterschaft vorzeitig festzurren. Es wäre der bislang größte Erfolg in der Trainerkarriere von Dirk Lottner. Der 46-jährige Ex-Profi war bislang nur im Nachwuchsbereich des 1. FC Köln (U17, U23) sowie bei Hansa Rostock (vier Spiele) verantwortlich. Unter der Woche hatte der Kölner beim Boulevardblatt „Express“ über seine Vertragssituation gesprochen. Der FCS kann bei Aufstieg eine Option für ein weiteres Jahr ziehen, ansonsten wäre Lottner ab Juli vertragslos. Die Verhandlungen mit dem FCS liegen seit Wochen auf Eis.



„Die vertragliche Situation ist klar und für alle Seiten transparent geregelt“, sagt FCS-Präsident Hartmut Ostermann: „Wir liegen genau im sportlichen Soll und konzentrieren uns deshalb voll auf den Aufstieg. Wir gehen fest davon aus, dass Dirk Lottner auch in der kommenden Saison seine erfolgreiche Arbeit in der 3. Liga fortsetzen wird. Das war und ist nach wie vor das Ziel unserer gemeinsamen Vereinbarung.“

Lottner ist seit 1. Juli 2016 Trainer beim FCS, verpasste im ersten Jahr die Aufstiegsspiele knapp, „versüßte“ das Scheitern aber mit dem Erreichen des DFB-Pokals. In dieser Saison hat der Verein einen drittligatauglichen Kader zusammengestellt. Das Erreichen der Aufstiegsspiele ist darum nicht mehr als ein Minimalziel, die Meisterschaft eine Durchgangsstation und auch das Pokalfinale nur Beiwerk.

„Alles was zählt, ist der Aufstieg“, sagt Mann, der zweigleisig plant, denn die Aufstiegsspiele sind halt kein Selbstläufer. Dennoch stehen bereits Personalentscheidungen fest: Mario Müller und Marco Holz sind seit längerem klar, Sascha Wenninger hat sich diese Woche für ein weiteres Jahr gebunden. Eigengewächs Jordan Steiner wird den FCS dagegen verlassen. „Ich will spielen, darum werde ich gehen. Mein Berater sondiert den Markt. Klar ist aber: In die Oberliga gehe ich nicht“, sagt Steiner. Auch Marwin Studtrucker und Dominic Rau haben keine Zukunft in Saarbrücken. Bei Alexandre Mendy, Sebastian Jacob und Christoph Fenninger steht eine Entscheidung noch aus. Die Chance, dass das Sturmduo Patrick Schmidt und Kevin Behrens bleibt, wird als gering angesehen. Schmidt soll laut Magazin „Forum“ zu Zweitligist 1. FC Heidenheim wechseln.

Bei Mann, dessen Vertrag zum Saisonende ausgelaufen wäre, hat der Verein eine Verlängerungsoption gezogen. Und auch mit Geschäftsführer David Fischer soll es weitergehen. „Die gesamte sportliche Leitung und auch das Organisationsteam leisten gute Arbeit und tragen mit zum Erfolg des FCS in dieser Saison bei“, stellt Präsident Ostermann fest: „Unser Weg ist allerdings noch lange nicht zu Ende. Ich gehe davon aus, dass sowohl Marcus Mann als auch David Fischer an Bord bleiben.“