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Saarsport-Tribüne : Die Giftpfeile zwischen FCS und SVE fliegen schon

Lange hat der 1. FC Saarbrücken die SV Elversberg nicht als ernsthaften Konkurrenten wahrgenommen. Doch die Zeiten der Monopol-Stellung im Saarfußball sind vorbei. Die Rivalität der beiden Clubs beginnt.

Die Vorbereitung auf die neue Saison der Regionalliga Südwest hat gerade erst begonnen – aber schon beschleicht den neutralen Fußballfreund das untrügliche Gefühl, als würde es schon um den Aufstieg gehen. Und zwar unmittelbar. Zwischen der SV Elversberg und dem 1. FC Saarbrücken wird gestänkert – subtil zwar, nicht mit offenem Visier. Aber hinter den Kulissen fliegen die Giftpfeile.

Jüngstes Beispiel: Die Verpflichtung des FCS von Marco Kehl-Gomez, absoluter Stammspieler der letzten Jahre bei der SVE. Beim Aufstieg wäre der Defensiv-Spezialist geblieben, war sich mit der SVE für die 3. Liga einig. Jetzt plötzlich die Kehrtwende. Während die Elversberger den Weggang in einer Pressemitteilung kühl als Entscheidung für den 36-jährigen Argentinier Leandro Grech definierten (was Kehl-Gomez offenbar bitter aufstieß) – und den neuen Verein galant verschwiegen –, pries der FCS den 25-Jährigen an und zitierte ihn genüsslich mit den Worten: „In den letzten Monaten und durch die gemeinsamen Spiele konnte ich klar wahrnehmen, dass hier etwas am Entstehen ist.“ Dabei soll es künftige Mitspieler von Kehl-Gomez geben, die mit ihm nicht gerade gute Erfahrungen in den Derbys gemacht haben.

Kehl-Gomez ist der dritte SVE-Akteur, der künftig Blau-Schwarz trägt. Torhüter Daniel Batz und Mittelfeld-Ass Markus Obernosterer sind die anderen beiden. Als die Wechsel der beiden Mitte, Ende März bekannt wurden, antwortete SVE-Sportdirektor Roland Seitz auf die Frage, ob es einen Transferkrieg geben würde, süffisant: „Krieg wäre es, wenn wir auch etwas vom FCS wollen würden, wollen wir aber nicht.“

Im Jugendbereich streiten sich die beiden Clubs um die besten saarländischen Talente bereits seit Jahren. Derzeit hat die SVE die Nase vorn, ist mit der U17 gerade in die Bundesliga aufgestiegen, hat als einziger Saar-Verein ein vom Deutschen Fußball-Bund zertifiziertes Nachwuchs-Leistungs-Zentrum. Der FCS will nachlegen – denn die Situation stört die Verantwortlichen um FCS-Jugendleiter Nico Weißmann, auch wenn sie es öffentlich nicht gerne zugeben.

Die Zeiten, als der FCS im Saarland eine Monopol-Stellung hatte, sind jedenfalls vorbei. Und das macht den Saarfußball so spannend. Eine echte Rivalität lebt auch von den Giftpfeilen. Also bitte mehr davon.