Saarlouiser Überraschungs-Coup

Saarlouiser Überraschungs-Coup

Die HG Saarlouis hat eine Woche nach der Trennung von Goran Suton einen neuen Trainer verpflichtet: Ex-Frauen-Bundestrainer Heine Jensen. Der 38-Jährige soll in Saarlouis für eine Aufbruchstimmung sorgen.

Die HG Saarlouis hat einen neuen Trainer. Nur eine Woche nach dem letzten Saisonspiel, vor dem die Trennung von Goran Suton bekannt gegeben wurde, vermeldet der Handball-Zweitligist den neuen Chef an der Seitenlinie und sorgt damit für einen Paukenschlag: Heine Jensen, bis Dezember 2014 Bundestrainer der Frauen-Nationalmannschaft, erhält in Saarlouis einen Zweijahresvertrag.

"Über unsere Kontakte zu den Handballgrößen in Deutschland wurde uns zugespielt, dass er sich dafür interessiert, eine Mannschaft im Männerbereich zu trainieren", erklärt der HG-Vorsitzende Richard Jungmann stolz, wie der Kontakt zu Jensen zustande kam. Mit seiner Verpflichtung will der Vereinschef nicht nur eine vakante Position füllen, sondern auch für Aufbruchsstimmung sorgen: "Wir haben uns zu einem Gespräch getroffen, das gleich zu Beginn von beiderseitigem Willen geprägt war, etwas Neues zu unternehmen. Spätestens bei unseren Verhandlungen am letzten Dienstag sprang dann der Funke über, und wir konnten uns im Anschluss auf eine Zusammenarbeit verständigen."

Jensen stammt gebürtig aus Dänemark, ist 38 Jahre alt und war früher als Rechtsaußen in der 1. Liga Norwegens aktiv. Unter seiner Leitung erreichte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2013 das Viertelfinale. Am 7. Januar 2015 wurde bekannt, dass sein Vertrag rückwirkend zum 31. Dezember 2014 aufgelöst wurde. Vor seinem Engagement als Frauen-Bundestrainer, das 2011 begann, war er drei Jahre lang Trainer der Frauen des HC Leipzig, mit denen er 2009 und 2010 die deutsche Meisterschaft gewann. Zuvor trainierte er die Erstliga-Frauen des norwegischen Clubs Sola HK (2005 bis 2007) und den Frauen Zweitligisten SV Union Halle-Neustadt (2007/2008).

"Der notwendige Kurswechsel ist damit eingeleitet. Es war klar, dass es ein Weiter so nicht geben kann", sagt Jungmann: "Unserer jungen Mannschaft, die mit guten Spielern verstärkt wird, stellen wir einen jungen und smarten Trainer an die Seite. Und ich erwarte unter anderem, dass wir uns im Abwehrbereich verbessern werden."

Vor allem soll sich aber die Kontinuität und Beständigkeit der Leistungen verbessern. In der vergangenen Saison ist das Team mit Trainer Suton sportlich abgestiegen und konnte nur wegen des Lizenzentzugs beim TV Großwallstadt die Klasse halten. Ein Grund waren teils extreme Leistungsschwankungen mit starken Spielen gegen Teams der vorderen Tabellenhälfte und deutlichen Niederlagen gegen Konkurrenten im Abstiegskampf. Dies soll nun ein Ende haben. Zumal das Erreichen des Saisonziels Klassenverbleib in der kommenden Saison bei bis zu fünf Absteigern nicht leichter wird: "Umso erforderlicher war, die Reißleine zu ziehen. Das hat man von uns erwartet, und das haben wir geliefert."

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