Saarlouis nimmt eindrucksvoll Revanche

3. Handball-Liga Süd : Saarlouis nimmt eindrucksvoll Revanche

In der 3. Handball-Liga bezwingt die HG den VfL Pfullingen mit 35:32 – nach einem Debakel mit unschönen Worten beim Hinspiel.

„Schwächere Gegner in der Offensive gibt es kaum.“ Oder: „Die HG war kein Maßstab.“ Es waren Aussagen wie diese, mit denen sich die Handballer der HG Saarlouis nach dem Hinspiel in der 3. Liga Süd beim VfL Pfullingen konfrontiert sahen. Aussagen, die das dortige 15:26-Debakel noch schmerzhafter machten, als es ohnehin schon war – und die am vergangenen Samstag eindrucksvoll widerlegt wurden: Die Mannschaft von Trainer Philipp Kessler steigerte ihre Offensiv-Ausbeute gegenüber dem ersten Duell mal eben um 20 Tore. Sie bezwang Pfullingen vor rund 1150 Zuschauern im Hexenkessel Stadtgartenhalle mit 35:32 (14:13) und feierte damit den dritten Sieg in Folge. Entsprechend groß war die Genugtuung: „Dafür, dass wir eine der schlechtesten Angriffsreihen der Liga sind, haben wir es ganz gut gemacht und ihnen 35 Tore eingeschenkt – ja, das war eine gute Revanche“, sagte HG-Kapitän Peter Walz und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Es war für die HG umso mehr ein Sieg der Moral, denn auf dem Weg dorthin hatte sie sich auch von vielen kleineren und größeren Störfeuern nicht entmutigen lassen. Ein schwerer Schlag ereilte Saarlouis Mitte der ersten Halbzeit: Maximilian Hartz knickte bei seinem Tor zur 8:7-Führung unglücklich um und musste vom Feld (17. Minute): „Ich hatte schon Verletzungen, die sich schlimmer angefühlt haben“, gab der Rückraumakteur später zwar leichte Entwarnung. Doch erst eine Untersuchung wird das Ausmaß ans Licht bringen. „Ich schätze, das Band hat da wohl mehr abbekommen. Das wäre für uns natürlich eine Katastrophe“, sagte HG-Trainer Kessler, dem mit Quentin Abadie (Vertragsauflösung) und Lars Walz (Kreuzbandriss) zuletzt bereits zwei Spieler weggebrochen waren.

Nach dem Hartz-Schock rückten in der zweiten Hälfte die Schiedsrichter in den Fokus – und zogen den lautstarken Unmut des Publikums auf sich. „Sie hatten keine klare Linie. So locker darf man Zeitstrafen und Siebenmeter nicht verteilen“, monierte Kessler die Unverhältnismäßigkeit der Sanktionen, die sich in der Statistik widerspiegelte: Sieben HG-Zeitstrafen, nur deren vier für die Gäste, die zudem gleich acht Siebenmeter werfen durften – Saarlouis nur zwei. Aber selbst davon ließen sich die Gastgeber nicht beirren. Nachdem der überragende Pfullinger Christian Jabot die Gäste mit einem seiner 13 Tore zum 17:16 noch mal in Front gebracht hatte (35.), wurde Saarlouis immer stärker. „Wir haben herausragend gekämpft“, lobte Kessler – und hob zwei Akteure besonders hervor: „Peter Walz ist als Kapitän bis ans absolute Limit gegangen. Ivo Kucharik hat in wichtigen Situationen Verantwortung übernommen“, sagte er mit Blick auf seinen Zehn-Tore-Spielführer und den sieben Mal erfolgreichen Slowaken. Rechtsaußen Philipp Leist sorgte zum 25:21 (48.) für die erste Vier-Tore-Führung. In dieser Phase war es nicht zuletzt HG-Torwart Patrick Schulz, der mit etlichen Paraden seine persönliche Antwort auf die vielen kleinlichen Pfiffe der Schiedsrichter gab. So hielt Saarlouis die Gäste auf Distanz und feierte verdientermaßen den ersten Heimsieg des Jahres.