1. Sport
  2. Saar-Sport

Saarlandpokalsieg ist für den FCS der perfekte Saisonabschluss

Fußball : Pokalsieg ist für FCS der perfekte Abschluss

Der 1. FC Saarbrücken zeigt im Endspiel um den Fußball-Saarlandpokal eine starke Leistung und besiegt die SV Elversberg mit 2:1.

„Die Nummer eins im Land sind wir“, feierten die Fans des 1. FC Saarbrücken am Samstag im Waldstadion an der Kaiserlinde in Elversberg sich und den elften Sieg ihres Vereins im Fußball-Saarlandpokal. Beim 2:1 (2:1) im Derby der Regionalligisten gegen die SV Elversberg waren ausgerechnet drei Saarländer die entscheidenden Spieler auf dem Platz.

Der erste der drei Saarbrücker Musketiere war Manuel Zeitz. Der Kapitän machte ein ganz starkes Spiel, gewann viele Zweikämpfe, motivierte seine Mitspieler, gab Anweisungen. Nach einer auch für ihn durchwachsenen Saison war sein Führungstreffer sicher Balsam für die Seele. Marco Kehl-Gomez hatte nach zehn Minuten den Eckball vors Tor geschlagen. Dass Zeitz ausgesprochen kopfballstark ist, hatten die Elversberger offenbar kurzzeitig verdrängt. Zeitz wuchtete zum 1:0 (10. Minute) ein.

Der FCS spielte im 3-5-2-System gegen das 4-4-2 der Elversberger. Systemunabhängig war es der Einsatz, der bei den Blau-Schwarzen absolut stimmte. Die Saarbrücker wollten den Sieg unbedingt. Dass Stürmer Gillian Jurcher nicht im Kader stand, nachdem er im Abschlusstraining am Freitag von Trainer Dirk Lottner nach Hause geschickt worden war, schien die Mannschaft nicht zu belasten. „Gilli kann uns derzeit nicht helfen“, sagte FCS-Sportdirektor Marcus Mann vor dem Spiel. Und nach der gemeinsamen Zukunft (Jurchers Vertrag läuft bis 2020) befragt, meinte Mann nur: „Das müssen wir sehen.“

Auch der zwischenzeitliche Ausgleich von Israel Suero (15.) brachte die Blau-Schwarzen nicht aus dem Konzept, das nach einer Viertelstunde aufging. Der überragende Steven Zellner eroberte eine schlechte Spieleröffnung des Elversbergers Mike Eglseder. Dann zeigte Saarbrücken seine große Stärke unter Trainer Lottner, das Umschaltspiel. Der Primstaler Zellner, der später vollkommen zu Recht zum Mann des Spiels gewählt wurde, schickte Fabian Eisele. Der legte uneigennützig quer, und Sebastian Jacob schob zum 2:1-Siegtreffer ein.

„Natürlich ist es schön, als Saarländer im Saarlandpokal-Finale das entscheidende Tor zu schießen“, sagte der Saarlouiser Jacob: „Aber es war ein knochenhartes Spiel und eine tolle Leistung der Mannschaft.“ Die stellte auch der „Man of the Match“ Zellner in den Mittelpunkt: „Man gewinnt zusammen und verliert zusammen. Was wir heute geleistet haben, war aller Ehren wert. Vor allem die letzten 25 Minuten in Unterzahl hat die Mannschaft alles reingeworfen.“ In der 65. Minute hatte Kehl-Gomez nach einem angeblichen Handspiel die Gelb-Rote Karte gesehen. „Der Schiedsrichter meinte, ich hätte die Hand ausgestreckt. Das war aber nicht so“, sagte Kehl-Gomez, der aus kurzer Distanz angeschossen wurde: „Aber es hatte ja keine Folgen. So war es für mich doch noch ein guter Abschluss.“ Der Ex-Elversberger wird in der kommenden Saison beim West-Regionalligisten Rot-Weiß Essen spielen.

Schiedsrichter Timo Klein (TuS Wiebelskirchen) hatte vor 6213 Zuschauern ab und an seine Probleme mit der Partie. Alleine die Ansetzung eines Unparteiischen aus dem Ostsaarkreis (auch wenn Klein jetzt in Kaiserslautern wohnt) hatte im Vorfeld für Irritationen gesorgt. Der eigentlich vorgesehene Schiedsrichter Patrick Alt (Illingen) hatte aus privaten Gründen abgesagt.

„Für uns ist es ein richtig guter Saisonabschluss. Es war mir klar, dass wir die Einstellung zum Spiel finden“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner, der nach dem Schlusspfiff triumphierend die Arme in die Höhe gerissen hatte. Lottner hatte nach der deutlich verpassten Meisterschaft in der Kritik gestanden. „Es war für die Zuschauer ein interessantes Spiel. Es ist schön, dass wir den Pott wieder in den Händen halten“, sagte er.

Der überragende Spieler auf dem Feld: FCS-Verteidiger Steven Zellner war im Pokalfinale nicht zu überwinden und lässt sich feiern. Foto: Andreas Schlichter
Mit dem Schlusspfiff reißt FCS-Trainer Dirk Lottner die Arme in die Höhe. Co-Trainer Robert Roelofsen fällt ihm jubelnd um den Hals. Foto: Andreas Schlichter
Eine umstrittene Szene, für den FCS letztlich aber ohne Folgen: Marco Kehl-Gomez (Mitte) wird von Schiri Timo Klein des Feldes verwiesen. Foto: Andreas Schlichter

Es war der erste Sieg der Saarbrücker an der Kaiserlinde seit über zwölf Jahren. Ein Sieg, der viele im Verein jetzt von einem DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern, Schalke oder Dortmund träumen lässt – aber nicht alle. „Eine machbare Aufgabe in der ersten Runde wäre auch ganz schön“, sagte der FCS-Aufsichtsratsvorsitzende Frank Hälsig.