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Saarlandliga-Aufsteiger Hasborn setzt auf dicke Fische Dausch und Lensch

Fußball : „Dicke Fische“ in der Saarlandliga

Der Aufsteiger SV Hasborn setzt in der neuen Saison auf Martin Dausch und Christian Lensch, die ihre Profi-Karriere beendet haben.

Im nördlichen Saarland geisterte es schon unmittelbar nach dem Ende der letzten Saison durch die Gerüchteküche. Saarlandliga-Aufsteiger SV Hasborn würde kurz vor der Verpflichtung von zwei „dicken Fischen“ stehen. Wenige Wochen später war es Gewissheit: Mit Martin Dausch vom 1. FC Saarbrücken und Christian Lensch vom FC Homburg konnte der Club tatsächlich zwei erfahrene Regionalliga-Profis unter Vertrag nehmen.

Sehr zur Freude von Trainer Pascal Bach. „Beide bringen ein fußballerisches Niveau mit, das in dieser Liga nicht alltäglich ist. Zudem passen sie menschlich sehr gut zu uns“, sagt der 38-Jährige. Zumindest bei der Verpflichtung von Lensch, der für die TSG Hoffenheim II, den 1. FC Kaiserslautern II und den FC Homburg insgesamt 135 Regionalliga-Begegnungen bestritt, war Bach ein ausschlaggebender Faktor für seinen Wechsel. „Pascal war ja mal mein Co-Trainer beim FC Homburg. Er hat mir relativ früh signalisiert, dass er mich gerne nach Hasborn holen würde, wenn ich den Sprung vom Profibereich ins Arbeitsleben gehen möchte“, sagt Lensch.

Und genau den will der 26-jährige Mittelfeldspieler jetzt wagen. Anfang August beginnt er eine Umschulung im IT-Bereich. Bei deren Vermittlung half auch sein künftiger Club kräftig mit. „Hasborn war da sehr bemüht“, freut sich der aus Winterbach stammende Lensch, der mittlerweile in St. Wendel lebt.

Nachdem Lensch in den vergangenen beiden Jahren beim FC Homburg nur noch selten zum Einsatz kam, machte sich der Profi Gedanken über seine Zukunft. „Ich hätte zwar sicher noch drei, vier Jahre irgendwo in der Regionalliga spielen können. Aber dann wäre ich mit 30 genau an dem Punkt gewesen, wo ich jetzt bin. Das wollte ich nicht.“

Noch mehr Erfahrung als Lensch im Profibereich hat Martin Dausch. Der 33-Jährige stieg mit dem VfR Aalen und dem MSV Duisburg in die 2. Liga auf. „Das waren die schönsten Momente und die größten Erfolge meiner Karriere“, blickt der gebürtige Memminger zurück. Für den VfR, die Zebras und Union Berlin stand er 68 Mal in der 2. Liga auf dem Feld. Nun wird Dausch am Sonntag im Hasborner Heimspiel um 15 Uhr gegen den SC Halberg Brebach zum ersten Mal in seiner Karriere in der 6. Liga auflaufen. „Das ist natürlich etwas ganz anderes als im Profi-Bereich. Aber die familiäre Atmosphäre in Hasborn gefällt mir sehr gut“, sagt der Routinier.

Zu den Übungseinheiten muss der Familienvater noch keine fünf Minuten fahren. Seit seinem Wechsel aus Duisburg zum 1. FC Saarbrücken vor zwei Jahren wohnt Dausch im benachbarten Tholey. „Aktuell suche ich ein Haus in Hasborn“, verrät der Mittelfeldspieler. Denn der 33-Jährige ist mit seiner Frau Lisa und seinen drei Söhnen Luca (6), Arthur (4) und Henry (1) im Saarland heimisch geworden. „Mein Ältester kommt dieses Jahr in die Schule, deshalb wollten wir nicht mehr von hier wegziehen“, verrät Hasborns Neuzugang.

Genau wie Lensch will auch Dausch jetzt ins Berufsleben einsteigen. Auch er erhält dabei Unterstützung vom SV. Am liebsten würde der 33-Jährige bei einer Berufsfeuerwehr arbeiten. „Ich denke, das liegt mir und das wird mir Spaß machen“, ist sich Dausch sicher. Gespräche mit potenziellen Arbeitgebern sind gerade am Laufen.

Trotz der prominenten Neuverpflichtungen träumt der SV Hasborn nicht von sportlichen Höhenflügen. Ziel ist eine Saison frei von Abstiegssorgen. Das sieht auch Lensch so: „Martin und ich sind nur zwei von elf Spielern. Man darf auch nicht vergessen, dass wir ein Aufsteiger sind.“ Dausch, weiß noch nicht so recht, was bei seiner neuen Aufgabe auf ihn und Lensch, die dicken Fische, zukommt. „Die Saarlandliga ist Neuland für mich, von daher kann ich sie nicht einschätzen“, gibt der 33-Jährige zu. Deshalb wird er mit großem Interesse die Ergebnisse verfolgen, die bereits vor seinem ersten Auftritt feststehen. Im Eröffnungsspiel der Liga stehen sich an diesem Donnerstag um 19 Uhr an der Dillinger Papiermühle Oberliga-Absteiger VfB Dillingen und der FV Eppelborn gegenüber.