Saarland Hurricanes starten mit Veränderungen in die neue Saison

American Football : Der Vorstand geht, die Ziele bleiben

Zweitligist Saarland Hurricanes startet mit Heimspiel gegen die Wiesbaden Phantoms in die neue Football-Saison.

Wenn die Footballer der Saarland Hurricanes an diesem Samstag um 17 Uhr im Neunkircher Ellenfeldstadion gegen die Wiesbaden Phantoms in die neue Saison der 2. Bundesliga Süd starten, dann wird es dem aufmerksamen Leser des Stadionheftes auffallen: Mit Vereins-Chef Tobias Bagusche, seinem Stellvertreter Philipp Lorentz und Geschäftsführer Torsten Reif verabschieden sich dort im Vorwort drei Protagonisten aus der Organisationsstruktur des Vereins.

„Manchmal ist es an der Zeit, Veränderungen vorzunehmen“, sagt Bagusche: „Wir können das Feld als bisher am längsten amtierender Vorstand der Vereinsgeschichte dankbar übergeben.“ Bei der nächsten Mitgliederversammlung der Canes – voraussichtlich im Juni – wird das Trio nicht mehr antreten. Aber auch wenn sie kein offizielles Amt mehr bekleiden wollen, werden sie „ihren“ Canes weiter mit Rat und Tat, wenn gewünscht, zur Seite stehen. „Wir sind ja nicht aus der Welt“, sagt Reif: „Wir werden den neuen Vorstand nach Kräften unterstützen.“ Als Stadionsprecher, Einheizer und Erklärer wird Reif beispielsweise auch weiter im Ellenfeld aktiv sein.

Sportlich, da sind sich Bagusche, Lorentz und Reif sicher, stehen die Canes vor einer „tollen Zukunft“. Kurzfristig am Ende der Saison soll der Bundesliga-Aufstieg stehen. Während auf den Trainer-Positionen mit Headcoach Joe Sturdivant, Defensive Coordinator Paul Motzki und Offense-Line-Coach Scott Lowe Kontinuität herrscht, kam es im Spieleraufgebot zu einer ordentlichen Fluktuation – was angesichts des verpassten Aufstiegs 2018 nicht das Schlechteste sein muss.

Mit den Brüdern Keegan und Jake Lawrence, Tyler Wormhoudt sowie Tyler Lucas tragen gleich vier neue US-Amerikaner das Canes-Trikot, dazu gesellt sich der britische Nationalspieler Will Hobbs. Dreh- und Angelpunkt auf dem Feld soll weiter Eigengewächs Alexander Haupert sein. Es soll Hauperts erste volle Saison als Quarterback seit 2016 werden – im Juli 2017 hatte sich der heute 25-Jährige bei einem Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zugezogen, musste elf Monate pausieren und kehrte erst Ende der vergangenen Saison zurück. Zu spät, um im Aufstiegskampf noch entscheidende Impulse setzen zu können. „Am Ende war es die Summe von vielen Kleinigkeiten“, analysiert Haupert im Rückblick: „Ein paar zu viele Verletzte, ein bisschen zu wenig Trainingsbeteiligung, ein, zwei Mal kein Spielglück – das reicht dann nicht.“

Doch das ist Vergangenheit – und in dieser Saison soll es reichen. Haupert selbst vermeldet: „Mit dem Knie ist alles super. Ich bin fit, um eine ordentliche Saison zu spielen.“ Von den Neuen im Team ist Haupert begeistert. „Die passen sehr, sehr gut“, sagt der 25-Jährige: „Das sind genau die Charaktere, die wir gebraucht haben. Keine Sprücheklopfer oder Showmacher, sondern harte Arbeiter.“ Die den Konkurrenzkampf angefacht haben und auch die Trainingsbeteiligung gepusht haben. „Sie ziehen die anderen mit, das tut uns gut“, sagt Haupert.

Der Hauptkonkurrent um den Titel dürfte wie schon im vergangenen Jahr die Ravensburg Razorbacks sein. Zum Prozedere: Der Meister der Südstaffel spielt nach der Saison gegen einen Erstligisten zwei Playoffspiele um Auf- und Abstieg. Die Razorbacks scheiterten im vergangenen Jahr an den Stuttgart Scorpions. „Ravensburg ist ganz oben auf dem Zettel“, sagt Haupert: „Aber auch Straubing hat sich verstärkt.“ Aufsteiger Darmstadt Diamonds ist ebenfalls zu beachten.

Der Auftaktgegner Wiesbaden am Samstag sollte „mit der richtigen Einstellung und Konzentration machbar sein“, meint Haupert. Vielleicht ist es ja der Auftakt zur Aufstiegssaison, damit 2020 wieder Erstliga-Football im Saarland zu sehen ist – dann vielleicht im endlich fertiggestellten Stadion in Saarbrücken. „Das Ellenfeldstadion ist toll, ich fühle mich dort wohl“, sagt Haupert: „Aber meine Heimat ist einfach der Ludwigspark.“

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