1. Sport
  2. Saar-Sport

Saarland: Autonomie des LSVS ist wiederhergestellt

Autonomie wieder hergestellt : LSVS ist wieder „Herr im eigenen Haus“

Nach dreieinhalb Jahren hat der finanziell angeschlagene Landessportverband für das Saarland seine Autonomie zurückerlangt. Doch damit sind die Probleme noch nicht vorbei.

Es ist geschafft: Nach gut dreieinhalb Jahren unter der Aufsicht des Sanierungsexperten Michael J.W. Blank hat der finanziell angeschlagene Landessportverband für das Saarland (LSVS) seine Autonomie zurückerlangt. Mit der Rückgabe der Urkunde an diesem Dienstag durch Blank, der ab März 2018 erst als Konsolidierungsberater und ab Juni 2019 als „CRO“ (Chrid Restructuring Officer) beim LSVS das finanzielle Sagen hatte, „ist der LSVS wieder selbstbestimmt“, sagte Johannes Kopkow, beim LSVS verantwortlicher Vorstand für Sport und Vermarktung. Joachim Tesche, Kopkows Pendant im Finanzbereich des LSVS, sagte: „Mit Aufnahme unserer Tätigkeit haben wir konstruktiv mit Herrn Blank zusammengearbeitet. Gleichwohl war es das gemeinsame Ziel von Aufsichtsrat und Vorstand, die Tätigkeit des CRO möglichst frühzeitig vor Ablauf des regulären CRO-Mandats Ende 2021 zu beenden, um als LSVS wieder autonom handeln zu können.“

Nach harten Jahren der Sanierung stehen nun die Jahre der Konsolidierung vor dem LSVS. Noch immer plagen den Verband rund 45 Mio. Euro Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Gleichwohl konnten in den Jahren 2019 und 2020 signifikant positive Jahresabschlüsse erzielt werden und auch 2021, trotz anhaltender Corona-Pandemie, wird eine deutlich schwarze Zahl unter dem Strich erwartet.

„Wir konnten in schwerer See den Tanker LSVS in den vergangenen drei Jahren erfolgreich in solides Fahrwasser drehen, dank der konstruktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Das bis 2018 zu verzeichnende jährliche strukturelle Defizit von 2,5 Mio. Euro ist beseitigt; seit 2019 werden Überschüsse im niedrigen siebenstelligen Bereich p.a. erwirtschaftet. Ich bin sicher, dass das heutige Vorstandsduo die erfolgreiche Sanierung fortsetzen wird. Hierbei wünsche ich Ihnen viel Erfolg und eine glückliche Hand“, wird der scheidende CRO Blank in einer Pressemitteilung des LSVS zitiert.

Dass Blank nun beim LSVS weitestgehend „Geschichte“ ist, dürfte nicht wenige freuen. Mit seinem harten Sparkurs hatte sich der Volljurist nicht viele Freunde bei den LSVS-Mitarbeitern gemacht, viele mussten entlassen werden. Blank schoss dabei auch nach Meinung vieler Sportfunktionäre, die die Sportschule, ihre Gegebenheiten und die Arbeitsweise der dem LSVS zugehörigen Sportfachverbände über das Ziel hinaus. Wäre es nach dem Sanierer gegangen, gäbe es heute auch keine Sportlermensa mehr – seit Jahrzehnten Herzstück der Sportschule.

Die frühzeitige Ablösung von Blank darf auch als Triumph von LSVS-Aufsichtsrats-Chef Heinz König gewertet werden, mit dem Blank über Kreuz lag. Der Konflikt zwischen König und Blank trat spätestens beim Auswahlverfahren für die beiden neuen hauptamtlichen Vorstände zu Tage und wurde öffentlich sowie im LSVS-hauseigenen Magazin „SaarSport“ ausgetragen. „Meine Beauftragung gilt bis Ende nächsten Jahres“, hatte Blank im August 2020 gesagt, „ich habe in Sachen Sanierung die Lufthoheit – auch über den Aufsichtsrat und nach der Einsetzung der Vorstände.“ Eine Lufthoheit, die nun frühzeitig ihr Ende gefunden hat.