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Saarländischer Tischtennis-Bund geht wegen Parkgebühren auf die Barrikaden

SZ-Kolumne zum Landessportverband : Neues Miteinander im LSVS funktioniert nicht

Sechs Wochen nach der Wahl der neuen LSVS-Führung geht ein erster Fachverband öffentlich auf die Barrikaden. Der Saarländische Tischtennis-Bund will die seit 15. Oktober geltenden Parkgebühren an der Sportschule nicht akzeptieren.

Seit 16. September ist das neue Präsidium das Landessportverbandes für das Saarland (LSVS) im Amt – und muss sich nach sechs Wochen schon mit massiver Kritik aus den eigenen Reihen auseinandersetzen. Das groß angekündigte Miteinander, gerade in Bezug auf die 50 Sportfachverbände, wird direkt auf eine harte Probe gestellt.

Hintergrund ist die Umsetzung eines Punktes im Konzept des LSVS-Sanierers Michael Blank – nämlich die Erhebung von Parkgebühren auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule. Seit 15. Oktober sind die Kassenautomaten in Betrieb – und das Parken an der Sportschule für alle externen Besucher kostenpflichtig (ab einer Dauer von 45 Minuten).

Das hat den Saarländischen Tischtennisbund (STTB) zu einer öffentlichen Stellungnahme veranlasst. Die Gebühren, so heißt es darin, belasten Ehrenamtliche, die oft bis spät am Abend ihrem Amt nachgehen oder Eltern, die ihre Kinder ins Kadertraining begleiten. „Wollten wir unsere Mitglieder nicht belasten, käme auf den STTB ein hoher vierstelliger Betrag im Jahr zu. Die Frage, wer den zusätzlichen Aufwand der Spesenabrechnung bewältigen soll, ist noch nicht beantwortet“, wird STTB-Präsident Werner Laub zitiert: „Unsere ehrenamtlich Tätigen sind stinksauer und wollen keine Veranstaltung mehr an der Sportschule durchführen.“

Diese Aussage führt zu einem grundsätzlichen Problem, das der LSVS schnellstens lösen muss. Wieviel Dienstleister für seine Verbände und Vereine will und kann er angesichts seiner jahrzehntelangen Misswirtschaft überhaupt noch sein? Da geht es nicht nur um die Parkgebühren, auch um Mietpreise für Veranstaltungen, um die Qualität des Essens in der Mensa und den Komfort in den Unterkünften. Fühlen sich Gäste an der Sportschule eigentlich noch wohl? Unabhängig davon, ob es sich um „Stammgäste“ aus den Verbänden oder Menschen von außerhalb handelt.

Ist das Essen schlecht oder nicht sportlergerecht (auch diese Beschwerden tauchen immer öfter auf) oder kosten die Hallen zu viel, dann wird aus der Sportschule ganz schnell eine menschenlose Ruine. Und ein Kommunikations-Desaster besteht ohnehin schon – wenn STTB-Vizepräsident Erik Roskothen öffentlich anklagt: „Der sogenannte Sanierer treibt den Saarsport in den Ruin!“ Das Parkgebühren-Konzept müsse erst einmal im Finanzausschuss und Gesamtvorstand beraten werden.