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Saarländischer Fußball-Verband SFV sagt alle Spiele bis zum 31. März ab

Kostenpflichtiger Inhalt: Keine Spiele bis Ende März : Auch der Saarfußball kapituliert vor dem Virus

Verband sagt alle Spiele bei Männern, Frauen und im Jugendbereich ab und empfiehlt Vereinen, den Trainingsbetrieb einzustellen.

Lange haben sie sich gewehrt – am Ende aber war es vergeblich. Am Freitag kurz vor 12 Uhr zogen die Verantwortlichen des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV) die Konsequenzen aus der immer mehr zunehmenden Dynamik rund um die Ausbreitung des Coronavirus und sagten alle Spiele im Saarfußball ab. Die Regelung gilt mindestens bis zum 31. März und gilt für alle Spiele bei Männern, Frauen und in allen Altersklassen der Jugend, die im Verantwortungsbereich des SFV liegen, Meisterschaftsspiele, Pokalspiele sowie Freundschaftsspiele. Damit liegen alle Spielklassen auf Eis.

„Angesichts der aktuellen Lage steht die Gesundheit der Spielerinnen und Spieler, Trainer und Betreuer, aber auch der Zuschauer für den Verband an erster Stelle“, heißt es in der Mitteilung des Verbandes. Außerdem empfahl der SFV seinen Vereinen, die Einstellung ihres Trainingsbetriebs zu prüfen.

SFV-Vizepräsident Adrian Zöhler sagte der SZ: „Wir haben mit der Terminierung zum 31. März Zeit gewonnen, um uns zusammenzusetzen und weitere kluge Entscheidungen zu treffen. Klar ist: Mit jedem Spieltag, der ausfällt, wird es schwieriger, die Spiele nachzuholen. Damit wird es wahrscheinlicher, dass die Saison abgebrochen werden müsste. Soweit sind wir noch nicht, und wir stehen dann mit der Entscheidung auch nicht alleine. Es wird alle 21 Landesverbände betreffen. Wir werden am Montag eine Vorstandssitzung abhalten. Aber derzeit ändert sich die Informationslage ja fast stündlich.“

Die Vereine im SFV haben nun zumindest zwei Wochen Planungssicherheit. „Wir können nicht von oben herab bestimmen, dass kein Training mehr stattfinden darf“, sagte Zöhler, „hier tragen die Vereine eine hohe Eigenverantwortung und werden mit gesundem Menschenverstand Entscheidungen treffen. Letztendlich reden wir nur von Sport und Fußball. Es geht aber vor allem um die Gesundheit aller.“

Saarlandligist Spvgg Quierschied kam der Empfehlung des SFV sofort nach. „Bei uns ruht bis auf Weiteres auch der Trainingsbetrieb“, sagte Kai Berrang, der Sportausschussvorsitzende der Quierschieder, „sonst würde diese Maßnahme des Verbandes doch keinen Sinn machen. Wir hätten dann 30 Leute im Training und später im Clubheim. Aber wir sehen auch, dass wir eine Pächterin im Clubheim haben, die vom Umsatz natürlich auch abhängt. Auch da müssen wir Gespräche führen.“ Berrang ist gespannt, wie es weitergeht. „Sportlich macht uns Sorgen, ob es bei der Pause bleibt oder ob sogar die Saison abgesagt werden muss und wie es dann in Sachen Auf- und Abstieg weitergeht“, sagte Berrang, „ich möchte nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken.“

Ligarivale SV Auersmacher hatte bereits Donnerstag beeindruckende Konsequenz im Kampf gegen das Coronavirus gezeigt. Der Verein stellte die drei Leistungsträger Nils Cuccu, Patrick Jantzen und Florian Schworm sowie Nachwuchsspieler Lukas Philipp vom Trainings- und Spielbetrieb frei. Cuccu, Jantzen und Schworm wohnen im Corona-Risikogebiet in Frankreich, Philipp hält sich an mehreren Tagen in der Woche bei seiner Freundin in Frankreich auf. „Kinder und Jugendliche aus Frankreich dürfen nicht mehr zu uns in die Kindergärten und Schulen. Die Kinder sind auch vom Trainingsbetrieb und den Spielen des SVA ausgeschlossen. Wir sehen es daher als unsere Pflicht an, diese Richtung auch bei den Aktiven beizubehalten und die Spieler aus den französischen Risikogebieten bis auf weiteres zu Hause zu lassen“, erklärte André Hemmer, der Sportvorstand des SV Auersmacher.

Der Spielbetrieb in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar wurde vom zuständigen Fußball-Regionalverband Südwest ebenfalls eingestellt. Damit pausieren nun auch die saarländischen Vereine SV Elversberg II, Röchling Völklingen, FV Diefflen sowie Hertha Wiesbach. „Die Situation ist neu und wir haben mit dieser absolut richtigen Entscheidung des Verbandes etwas Zeit gewonnen, sie zu bewerten“, sagte Andreas Montag, Vorstand Sport des FV Diefflen, „die Terminierung der Nachholspiele wird eine Herausforderung, da der Rahmenterminplan eng gesteckt ist. Die Saison regulär zu Ende zu spielen, wäre sicher im Sinne des Sports. Die finanziellen Folgen für die Vereine sind noch nicht absehbar, aber die laufenden Kosten bleiben ja.“

Die Dieffler wollen sich jedoch in jedem Fall fit halten. „Wir gehen derzeit ja nur von einer 14-tägigen Pause aus“, sagte Montag und erklärt weiter: „Es ist ein zweischneidiges Schwert, aber wir werden den Trainingsbetrieb in welcher Form auch immer aufrechterhalten. Eins ist aber klar: Die Gesundheit geht vor. Wir werden unserer Verantwortung gerecht.“