Saarländische Kurzbahnmeisterschaften im Schwimmen in Völklingen

Titelkämpfe in Völklingen : Rekordjagd im Wasser in brütender Hitze

Der Saarländische Schwimm-Bund hat im Völklinger Stadtbad die Landesmeister auf der 25-Meter-Bahn ermittelt.

Im Völklinger Stadtbad staut sich die Hitze. Diejenigen, die sich bei den Kurzbahn-Meisterschaften des Saarländischen Schwimm-Bundes nicht im kühlen Nass tummeln, geraten außerhalb des 25-Meter-Beckens bei zu viel Bewegung ins Schwitzen. Felix Weins beugt dem vor. Mit stoischer Ruhe verfolgt der Landestrainer, am Rand sitzend, das Geschehen im Wasser – und zieht zum Ende der Titelkämpfe Bilanz: „Man muss leider feststellen, dass die Breite im Saar-Schwimmsport derzeit relativ gering ist. Erfreulich ist dafür, dass aktuell gerade viele Talente nachkommen.“

Für herausragende Resultate sorgte in Völklingen an beiden Wettkampftagen Michael Raje von den WSF Zweibrücken. Der 13-Jährige verbesserte seinen deutschen Altersklassenrekord über 50 Meter Brust auf 29,78 und blieb erstmals unter 30 Sekunden. „Ich bin mit meinen Leistungen sehr zufrieden, gerade über 50 Meter Brust mit dem Durchbrechen dieser Schallmauer“, sagte Raje, nachdem er auch über 100 Meter Brust in 1:05,67 Minuten seine bundesweite Bestmarke um 17 Hundertstel getoppt hatte. „Ich freue mich sehr über diese Bestzeiten. Bei den nächsten Wettkämpfen werde ich versuchen, daran auch auf der Langbahn anzuknüpfen“, wagte er den Blick voraus.

Über 50 Meter Schmetterling verpasste Raje in 26,29 Sekunden einen weiteren Rekord – neun Hundertstel fehlten zum seit 2012 gültigen Bestwert. Der 13-Jährige schwamm aber über 50 Meter (24,78 Sekunden) und 100 Meter Freistil (54,75) sowie 100 Meter Rücken (1:05,47 Minuten) Saarland-Rekorde.

Zu den Top-Schwimmerinnen in Völklingen zählte auch Anna Apushkinskaya. Die Neuweilerin gewann sowohl über ihre Paradestrecke 100 Meter Rücken (1:05,77 Minuten), auf der sie im Mai deutsche Vizemeisterin geworden war, als auch über die doppelte Distanz (2:21,30). „Beim letzten Wettkampf waren meine Zeiten zwar schneller, in Anbetracht der laufenden Vorbereitung auf die deutsche Kurzbahn-Meisterschaft bin ich aber zufrieden. Ich kam näher an meine Bestzeiten ran als erwartet“, sagte die 15 Jahre alte Athletin der DJK Dudweiler. Zudem habe sie technische Fortschritte gemacht, gerade in Bezug auf die Wende, so Apushkinskaya, die bei den deutschen Meisterschaften „über 200 Rücken auf jeden Fall die 2:20 Minuten knacken“ will.

Größte Medaillen-Abräumerin aus dem Regionalverband war bei den Saarlandmeisterschaften in Völklingen Katharina Zwing vom SV Altenkessel. Die 14-Jährige holte fünf Mal Gold, darunter war der offene Saarland-Titel über 50 Meter Brust. Gar sechs erste Plätze heimste der ein Jahr ältere Saarbrücker Luca Schumacher vom SC Püttlingen ein, während Clubkamerad Joshua Paulus über 400 Meter Freistil mit einem Saarlandrekord bei den 13-Jährigen glänzte (4:24,87 Minuten).

Eine Bestzeit bei den Elfjährigen schwamm Leo Ilias Baumann aus Zweibrücken über 50 Meter Rücken (32,61 Sekunden). Dazu gab es drei neue Staffelbestmarken, die die SSG Saar Max Ritter aufstellte: Apushkinskaya, Emelie Schnagl, Luca Braun und Ellen Olsson toppten die seit 1995 gültige Zeit über 4x200 Meter Rücken um fast eine Minute (9:40,83 Minuten). Das Quartett Jurek Frey, Fabio Isteri, Timo Sorgius und Patrick Dalferth war in 8:34,97 Minuten ebenfalls klar schneller als die Vorgänger vor gut 24 Jahren. Zudem sorgten sie für eine Bestzeit über 4x100 Meter Schmetterling. „Wir wollten mit den Rekordversuchen eine alte Tradition wieder aufleben lassen – die deutlich besseren Zeiten zeigen, dass das Niveau im Schwimmen heute viel höher ist“, erklärte Landestrainer Weins.

Unter den 196 gemeldeten Aktiven gab in Völklingen auch die „alte Garde“ eine gute Figur ab: Für den 29 Jahre alten Lucien Haßdenteufel vom ATSV Saarbrücken und den 34-jährigen Zweibrücker Frank Schmidt waren die Titelkämpfe ein Testlauf für die deutsche Masters-Meisterschaft. „Da peilen wir in Freiburg den Titel an“, erklärte Haßdenteufel, der „eine sehr positive Entwicklung und ein super Klima“ im nunmehr klar verjüngten Landeskader sieht.

Pech hatte derweil Topschwimmer Christoph Fildebrandt, der angeschlagen nicht starten konnte (Verrenkung). Mit Andreas Waschburger war dafür ein anderer Olympia-Teilnehmer dabei – und die Hoffnung ist groß, dass dem Saarbrücker künftig noch viele Saar-Talente nacheifern werden.

An diesem Samstag und Sonntag, 9. und 10. November, findet in der Albert-Wagner-Schwimmhalle an der Sportschule in Saarbrücken der Landesvielseitigkeitstest der Jahrgänge 2006 bis 2011 statt.

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