| 20:22 Uhr

Regionalliga Südwest
Saarbrücken ist bereit für Offenbach

Patrick Schmidt (rechts) beglückwünscht Kevin Behrens (Mitte) zum 3:0 gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart. Das Sturmduo des 1. FC Saarbrücken entschied das Duell der Torjäger mit drei Treffern klar für sich. Pascal Breier und Nicolas Sessa, bisher 20 Tore, gingen auf der Gegenseite leer aus.
Patrick Schmidt (rechts) beglückwünscht Kevin Behrens (Mitte) zum 3:0 gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart. Das Sturmduo des 1. FC Saarbrücken entschied das Duell der Torjäger mit drei Treffern klar für sich. Pascal Breier und Nicolas Sessa, bisher 20 Tore, gingen auf der Gegenseite leer aus. FOTO: Thomas Wieck
Völklingen. Der FCS überrollt vor dem Spitzenspiel den VfB Stuttgart II mit 5:0. Torjäger Schmidt und Behrens erzielen drei Treffer. Patric Cordier

Hartmut Ostermann, der Präsident des 1. FC Saarbrücken, feierte am Sonntag seinen 66. Geburtstag in seinem Domizil in Portugal. Gleich fünf sonnige Grüße aus dem verregneten Völklingen sandten ihm die Regionalliga-Fußballer des Vereins bereits am Samstag. Die Mannschaft um Trainer Dirk Lottner zerlegte beim 5:0 (3:0) mit einer ganz starken Leistung die U23 des VfB Stuttgart in ihre Einzelteile. „Wir hatten im Vorfeld großen Respekt vor den offensiv starken Stuttgartern“, bekannte Lottner, „wir haben über 90 Minuten ein konzentriertes und taktisch diszipliniertes Spiel abgerufen. Ein großes Kompliment an unsere Mannschaft.“



Die jubelte bereits nach 68 Sekunden. Der sehr auffällige Tobias Jänicke eroberte den Ball, Kevin Behrens leitete per Kopf weiter. Stürmer Patrick Schmidt tankte sich gegen den völlig überforderten Stuttgarter Verteidiger Philipp Walter durch und ließ dann auch Stuttgarts bestem Spieler, Torwart Florian Kastenmeier, keine Abwehrchance – das 1:0. „Wir hatten uns vorgenommen, nach Ballgewinn sofort in die Tiefe zu spielen“, erklärte der Torschütze den Matchplan, „wir wussten, dass wir mit unserer Schnelligkeit dann Vorteile haben.“

Stuttgarts hochgelobtes Offensiv-Duo Nicolas Sessa (sieben Treffer) und Pascal Breier (zwölf) war in 90 Minuten nur ein einziges Mal sichtbar. Nach Sessas Pass stand Breier frei, FCS-Schlussmann Daniel Batz reagierte stark (11. Minute). „Wir waren auf die beiden gut vorbereitet“, sagte Innenverteidiger Marco Kehl-Gomez, der ein fehlerfreies Spiel ablieferte.

Den Fußball-Azubis aus dem Schwabenland erteilte der FCS vor der für einen Tabellen-Zweiten sehr dünnen Kulisse von 2317 Zuschauern im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion eine Lektion und hätte schon zur Pause sechs Treffer auf dem Konto haben können. Es wurden „nur“ drei. Nach Schmidts Querpass kam Behrens zunächst nicht richtig zum Abschluss. Warum Stuttgarts Anto Grgic mit der Hacke klären wollte, bleibt sein Geheimnis. Jänicke war es egal – er nutzte den Patzer zum 2:0 (22.).

Sechs Minuten später bediente Behrens Schmidt, der setzte den Ball an die Querlatte. Den Abpraller nahm Behrens auf und erhöhte auf 3:0. „Uns fehlten die Grundtugenden Lauf- und Zweikampfbereitschaft“, sagte der enttäuschte VfB-Trainer Andreas Hinkel, „verlieren kann man hier, aber die Art und Weise ist schon bedenklich.“ Ein Bericht der „Stuttgarter Zeitung“, wonach der VfB beabsichtige, seine U23 nach der Saison abzumelden, trug sicher zur Verunsicherung bei. „Ich kann die Spekulationen nicht bestätigen“, sagte der ehemalige deutsche Nationalspieler, „ich weiß, dass noch keine Entscheidung gefallen ist. Aber ich bin da auch der falsche Ansprechpartner.“



Auch bei den weiteren Treffern halfen die Gäste mit. Eine Flanke von Alexandre Mendy stoppte Abwehrspieler Andreas Scheidl maßgenau für Schmidt, der sein Torekonto auf 13 erhöhte (58.). Vor dem 5:0 scheiterten Schmidt und der eingewechselte Markus Mendler an Torwart Kastenmeier, Behrens’ scharfe Hereingabe von der Grundlinie drückte dann der fast schon bedauernswerte Walter über die Linie (76.). Der FCS scheint vor dem Spitzenspiel am kommenden Samstag beim Tabellenführer Offenbacher Kickers richtig gut in Form zu sein. „So ein Sieg gibt natürlich Rückenwind“, sagte Schmidt, „wer aber vor einem Spiel am Bieberer Berg noch zusätzlich Motivation braucht, der ist ohnehin falsch hier.“

Keine Chance: Saarbrückens Verteidiger Marco Kehl-Gomez stoppt mit beherztem Einsatz den Stuttgarter Jan Ferdinand. Mit nur zehn Gegentoren hat der FCS derzeit die beste Abwehr der Regionalliga Südwest.
Keine Chance: Saarbrückens Verteidiger Marco Kehl-Gomez stoppt mit beherztem Einsatz den Stuttgarter Jan Ferdinand. Mit nur zehn Gegentoren hat der FCS derzeit die beste Abwehr der Regionalliga Südwest. FOTO: Andreas Schlichter