Saar-Schwimmer vor goldener Zukunft?

Saarbrücken. Mit Stolz blickten die Verantwortlichen des Saarländischen Schwimmbundes (SSB) am 10. August nach London. Dort belegte Freiwasserschwimmer Andreas Waschburger im Zehn-Kilometer-Rennen bei den Olympischen Spielen Rang acht

Saarbrücken. Mit Stolz blickten die Verantwortlichen des Saarländischen Schwimmbundes (SSB) am 10. August nach London. Dort belegte Freiwasserschwimmer Andreas Waschburger im Zehn-Kilometer-Rennen bei den Olympischen Spielen Rang acht. Nur wenige Wochen später gewann der Saarbrücker bei der EM im italienischen Piombino zwei Silbermedaillen über fünf und zehn Kilometer sowie Bronze mit der Mannschaft. Fazit: Das Saarland hat wieder einen Weltklasse-Schwimmer.Das Zugpferd des SSB heißt also Waschburger. Doch wenn Landestrainer Hannes Vitense von einem "Jahr der Superlative" und der "erfolgreichsten Saison seit 36 Jahren" spricht, meint er damit nicht nur den Vorzeige-Athleten. In Saarbrücken tummeln sich etliche Talente. Gleich neun Bundeskader-Mitglieder werden von Vitense und dem zweiten Landestrainer Ralf Steffen betreut. Sechs davon sind zwischen 13 und 15 Jahre alt. Die "jungen Wilden", wie Vitense sie nennt.

Unter ihnen befindet sich Felix Bartels, der im Sommer zwei Titel bei der Junioren-WM im Freiwasserschwimmen gewann. Antonia Massone debütierte in der Jugendnationalmannschaft und gewann bei den deutschen Meisterschaften eine Gold- und zwei Silbermedaillen. Hinzu kam ein zweiter Platz mit der 4x200 Meter Freistil-Staffel, den sie zusammen mit den Saarbrückerinnen Julika Niegisch, Lisa Müller und Marlene Hüther erreichte.

Steht dem SSB also eine goldene Zukunft bevor? "Im Schwimmen ist das schwer vorherzusagen. Ich habe in der Vergangenheit gelernt, dass es nicht nur auf die Veranlagung ankommt. Die Sportler müssen für sich selbst entscheiden, ob sie diesen Weg gehen wollen", erklärt Vitense.

Damit der Nachwuchs weiterhin optimal gefördert wird, sind ab dem kommenden Jahr zwei bis drei Talentstützpunkte geplant. "Jeder Verein kann sich bewerben. Wir wollen den Schwimmsport im Saarland weiter nach vorne bringen. Dafür müssen wir unsere Kräfte bündeln", sagt Vitense. Zudem bietet der SSB den Vereinstrainern Lehrgänge an, um die Jugendarbeit weiter zu verbessern. Denn gerade in den Clubs wird der Grundstein für die Zukunft gelegt. "Wir schreiben uns die Erfolge ja nicht alleine auf die Fahne. Die Vereine gehören mit ihrer essenziellen Arbeit genauso dazu", sagt Vitense.

Ob in den kommenden Tagen weitere Erfolge hinzukommen? Bei den heute beginnenden deutschen Meisterschaften auf der Kurzbahn in Wuppertal gehen 18 Saar-Schwimmer an den Start. "Wir wollen möglichst viele ins A-Finale bringen. Und eine Medaille in der offenen Klasse wäre auch nicht schlecht", meint Vitense. Das langfristige Ziel lautet dagegen Rio 2016. Ein bis zwei Athleten sollen sich für Olympia qualifizieren. Die Hoffnungen ruhen natürlich auf Waschburger - nicht nur was die Teilnahme angeht, wie Vitense verkündet: "Wir wollen eine Medaille." hej

Bei der Kurzbahn-EM von heute an in Chartres sind von dem 23-köpfigen deutschen Team gleich 16 Neulinge erstmals auf diesem Niveau dabei. Die Olympia-Starter schwimmen bei den parallel stattfindenden deutschen Meisterschaften in Wuppertal. An beiden Orten ist die Qualifikation für die WM in Istanbul (12. bis 16. Dezember) möglich.

Foto: thomas wieck