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Saar-Fußballerin Dzsenifer Marozsan berichtet über ihre Zeit in den USA

Ex-Saarbrückerin spricht über ihr Amerika-Abenteuer : „Nach jedem Spiel bist du total am Limit“: Saar-Fußballerin Dzsenifer Marozsan schwärmt von den USA

Megan Rapinoe als Mitspielerin und die Weltmeister-Liga bringen selbst die hochbegabte Saarbrückerin Dzsenifer Marozsan aufs nächste Level. In den USA bekommt die Saar-Fußballerin das, was ihr zuletzt in Europa gefehlt hat.

Megan Rapinoe als Mitspielerin – der Traum vieler Fußballerinnen ist für die Saarbrückerin Dzsenifer Marozsan Realität. Bei ihrem US-Club OL Reign spielt die Regisseurin der DFB-Auswahl seit dem Sommer Seite an Seite mit dem schillernden Superstar. Zurück beim Nationalteam schwärmt sie ausgiebig von ihren Abenteuern in der Heimat der Weltmeisterinnen, der National Women‘s Soccer League (NWSL).

„Athletisch ist es wirklich ein anderes Niveau. Ehrlich gesagt: Es ist nicht der schönste Fußball“, berichtete Marozsan in einer Presserunde im deutschen Teamquartier in Dresden am Mittwoch. „Nach jedem Spiel bist du total am Limit. Die Liga ist total ausgeglichen, es ist einfach nur geil, jeden Spieltag diese Spannung zu haben.“ All das habe ihr „in Europa vielleicht gefehlt. Man kann sagen, dass ich sehr viel dazugelernt habe.“

„Megan Rapinoe ist ein bisschen der Clown der Mannschaft“

Seit Juni und bis zum Jahresende ist die 29-jährige Burbacherin vom Champions-League-Rekordsieger Olympique Lyon an den Partnerclub in Tacoma im Bundesstaat Washington ausgeliehen. Ende 2019 wurden die Eigentümerrechte zum großen Teil an die OL-Gruppe, die Besitzer des französischen Spitzenvereins, verkauft. Lyon-Präsident Jean-Michel Aulas will in den USA ein Weltklasse-Team aufbauen. Maroszan, die dreimalige deutsche und zweimalige französische Fußballerin des Jahres, ist als Olympiasiegerin, fünfmalige Champions-League-Siegerin und 104-malige Nationalspielerin ein Bestandteil des Plans.

Die Qualität des neuen Teams gerade im Mittelfeld sei „ein Geschenk“ – doch dank Rapinoe komme auch der Spaß nie zu kurz. „Megan ist eine super Person. Menschlich top, sehr lustig. Sie hat einen Riesencharakter, ist aber auch ein bisschen der Clown der Mannschaft“, sagte Marozsan lächelnd über ihre prominente Teamkollegin, die als Athletin und Aktivistin zugleich wie keine andere Fußballerin auf dem Planeten im Rampenlicht steht.

„Zauberfuß“ Maroszan muss mehr Defensivarbeit leisten

Zu den besten Fußballerinnen der Welt gehört die oft als „Zauberfuß“ gerühmte Marozsan ohne Frage selbst. Doch der Schritt heraus aus der Komfortzone nach fünf Jahren bei den Titelsammlerinnen aus Lyon war ihr wichtig, sie habe sich „nach einer neuen Herausforderung gesehnt“. Und die bekam die Ex-Spielerin des 1. FC Saarbrücken. Angekommen an der US-Westküste, flogen die Bälle fast wie beim Tennis nur so über der gelernten Ballverteilerin im Mittelfeld vorbei. „Eine extreme Umstellung“ sei der auf Athletik ausgelegte amerikanische Spielstil gewesen, die ersten Spiele „sehr schwer“. Die Künstlerin muss mehr malochen: „Jetzt ist mehr Fight und defensiv arbeiten angesagt, das tut mir ganz gut.“

Ihre sonst in Burbach wohnenden Eltern Janos, früherer ungarischer Nationalspieler, und Erzsebet haben sie in die neue Wahl-Heimat begleitet und dort viele nette Menschen kennengelernt. „Sie sprechen eigentlich kein Wort Englisch, aber gefühlt sprechen sie mit jedem Menschen mit Händen und Füßen.“

Bundestrainerin: Dzsenifer Marozsan ist raus aus der „Komfortzone“ gegangen

Der Trainerstab des Nationalteams, das sich seit Montag auf den Start in die WM-Qualifikation vorbereitet, lobt Marozsans mutigen Schritt explizit. „Wir denken, das tut ihr richtig gut. Ihre Mentalität in die Defensivaktion mitzunehmen, das kann sie, das hat sie schon bewiesen“, sagte Britta Carlson. Die Co-Trainerin von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ergänzte: „Das wird auch uns gut tun. Es ist klasse, dass Dzeni den Schritt gewählt hat, aus der Komfortzone rauszugehen. Das wird sie auf jeden Fall weiterbringen.“ Marozsan ist zudem tief beeindruckt von den USA. „Die Lebensqualität ist super, die Menschen sind so lieb.“

Bei den WM-Qualifikationsspielen an diesem Samstag (16.05 Uhr/ARD) in Cottbus gegen Bulgarien und am Dienstag (16 Uhr/ZDF) in Chemnitz gegen Serbien wird die Europameisterin von 2013 aber mehr in der alten Rolle gefordert sein. Mit dem DFB-Team ist trotz Pflichtübungen alles auf die EM in England (6. bis 31. Juli 2022) ausgerichtet.