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Saar 05 und sein Stadionproblem

 Ein Blick von der Tribüne des Stadions am Kieselhumes auf Rasenplatz und Laufbahn. Foto: Becker&Bredel
Ein Blick von der Tribüne des Stadions am Kieselhumes auf Rasenplatz und Laufbahn. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken. Der SV Saar 05 steht derzeit auf Platz eins der Fußball-Oberliga. Ein Aufstieg ist mehr als drin. Doch das Stadion am Saarbrücker Kieselhumes ist nicht regionalliga-tauglich. Der Verein hofft jetzt auf die Stadt. Michael Kipp

2014 war für den SV Saar 05 Saarbrücken Jugend ein erfolgreiches Jahr. Der Aufstieg aus der Saarland- in die Oberliga war der fünfte in sechs Jahren für die Mannschaft von Trainer Timon Seibert. Und noch immer ist kein Ende des Erfolges in Sicht. Auch in der Oberliga steht Saar 05 nach 20 Spielen auf Platz eins der Tabelle, hat nur zwei Spiele verloren. Der Aufstieg in die Regionalliga scheint machbar. Zumal die Verantwortlichen mehrfach betonten, dass sie das "Abenteuer Regionalliga gerne mitnehmen würden", wie es der Vorsitzende der Fußball-Abteilung, Frank Seibert, formuliert.

Daher ruht der Verein in der Winterpause nicht. Neben der Teilnahme am Hallenmasters-Endturnier am kommenden Sonntag in Homburg-Erbach beschäftigt sich der Club auch mit den finanziellen und technischen Anforderungen der Regionalliga. Und genau da hapert es. Weniger am Geld. "Da müssen wir dem Verband eine 35 000-Euro-Bürgschaft nachweisen", erklärt Frank Seibert. Die sollte kein Problem sein. Problematischer sei die Spielstätte. Der Kieselhumes ist nicht viertligatauglich. Zumindest nicht in den Augen der Regionalliga GbR, die über die Lizenzanträge urteilt. Die GbR haben die an der Regionalliga beteiligten Verbände aus Südbaden, Württemberg, Hessen, Südwest, Rheinland, Saarland und Baden gegründet. Sie sitzt in Karlsruhe-Durlach. Bis Mitte April muss Saar 05 seinen Lizenzantrag dort abgeben.

"Wir sind gerade dabei, mit der Geschäftsführung der GbR einen Termin für eine Platzbegehung abzustimmen", erklärt Seibert. Daran sollen auch alle anderen an der Spieldurchführung beteiligten Parteien teilnehmen: GbR, Polizei , Feuerwehr, Rotes Kreuz und die Stadt Saarbrücken , die Eigentümerin des Geländes ist. "Danach wissen wir, was wir noch am Stadion zu tun haben, damit wir dort in der Regionalliga spielen könnten", sagt Seibert.

Mit großen Investitionen rechnet Seibert nicht. Als Beispiel führt er die Maßnahmen an, die der SVN Zweibrücken vor der laufenden Saison am Westpfalzstadion durchführen musste. 400 Schalensitze musste er auf der Tribüne montieren - eine Auflage, um in der Regionalliga spielen zu dürfen. Kosten: etwa 6000 Euro. Dazu musste der Verein Sicherheitszäune aufstellen - die Gäste-Fan-Bereiche hat der Club dabei komplett eingezäunt. Kosten: knapp 30 000 Euro. "Wir sehen unser Stadion in einem besseren Zustand als das Westpfalzstadion vor der Sanierung", sagt Seibert. Er schätzt - vorbehaltlich der Platzbegehung - mit etwa 20 000 Euro Gesamtkosten.

Fraglich ist, wer die zahlen soll. Eigentümerin des Stadions ist die Stadt Saarbrücken . Erste Gespräche seien bereits geführt, sagt Seibert. "Die Ampeln bei der Stadt stehen nicht auf Rot. Wir hoffen, dass sie uns im Jahr unseres 110. Geburtstages unterstützt", hofft Seibert. Und das, obwohl das Gelände am Kieselhumes der Stadt immer wieder Sorgen bereitet. Jubelnde Fans, Lautsprecherdurchsagen - seit Jahren gibt es Anwohnerklagen wegen Lärmbelästigung. Sogar der Startschuss-Pistolenknall in der Leichtathletik stört Anwohner.

Zwar haben der Deutsche Fußball-Bund und der Deutsche Olympische Sportbund gerade vom Bundestag eine Änderung der Sportanlagenlärmschutzverordnung (Salvo) zu Gunsten der Vereine gefordert, geändert ist sie aber noch lange nicht. Und jetzt soll die Stadt dort noch Regionalliga-Fußball finanzieren? Sie kann Saar 05 zumindest nicht in den Ludwigspark schicken, denn der wird ab Frühjahr eineinhalb Jahre nicht bespielbar sein, da er gründlich saniert wird. Der FCS wird wohl nach Elversberg ausweichen. "Wo wir hin könnten, wissen wir nicht. Wir müssen abwarten, was die Platzbegehung bringt", sagt Seibert.

Und was sagt die Stadt? Sprecher Thomas Blug erklärt: "Wir werden bei der Besichtigung dabei sein. Losgelöst davon steht aber eines fest: Zusätzliche städtische Investitionen für den regionalligatauglichen Ausbau des Stadions am Kieselhumes sind kein Thema." Der Verein müsse - wenn überhaupt - selbst zahlen.