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Nordische Kombination
Rydzek kehrt mit Euphorie in den Alltag zurück

Lahti. Der Kombinierer feiert den Weltcup-Sieg in Lahti.

Zwei Olympiasiege haben Johannes Rydzek am Ort seiner vier WM-Titel wieder Flügel verliehen. Gestern stürmte der Oberstdorfer beim ersten Einzel-Weltcup der Nordischen Kombination nach den Olympischen Winterspielen im finnischen Lahti in unnachahmlicher Weise zum Sieg. Seinen Teamkollegen Vinzenz Geiger zog er gleich mit. Die Plätze eins und zwei entschädigten für die schwächeren Ergebnisse im Team-Sprint, wo Rydzek und Fabian Rießle sowie Geiger und Eric Frenzel mit den Plätzen fünf und sechs vorlieb nehmen mussten. Der Sieg ging völlig überraschend an die österreichischen Oldies Wilhelm Denifl und Bernhard Gruber.


„Ich denke, dass Ritschie alles richtig gemacht hat und dafür belohnt worden ist“, lobte Bundestrainer Hermann Weinbuch den Rekordweltmeister. Er war bereits auf der Schanze stark gewesen und hatte sich Chancen ausgerechnet. „Das war ein cooler Sprung, mit dem ich superhappy bin. Wenn wir uns als Gruppe finden, können wir vorn ankommen“, hatte Rydzek gesagt.

Aber außer ihm wollte niemand den führenden Japaner Akito Watabe jagen. Also musste der Weltmeister Verantwortung übernehmen. „Johannes hat wieder in die Spur gefunden. Bei Olympia hat er Goldmedaillen gewonnen, das hat ihn beflügelt. So tritt er momentan auf, von daher hat es, glaube ich, mehr mit seiner persönlichen Performance zu tun, weniger mit dem Ort Lahti“, sagte Weinbuch.

Und so entschied Rydzek mit einer superschnellen letzten Runde das Rennen vorzeitig. „Mit ihm habe ich schon gerechnet. Aber dass Vinzenz so weit nach vorne kommt, hätte ich nicht gedacht. Er hat wieder alles richtig gemacht. Er hat Kräfte sparen können, als gebummelt wurde. Im Endspurt hat er unheimlich viel drauf, das ist schon beeindruckend“, zeigte sich Weinbuch von Geiger überrascht.

Nachdem der Gesamtweltcup für seine Athleten außer Reichweite zu sein schien – Rydzek hat als Dritter auf Watabe vor den letzten sieben Wettbewerben 350 Punkte Rückstand –, geht es dem Bundestrainer nun noch um den Nationencup, den derzeit die Norweger mit 371 Punkten Vorsprung anführen. „Wir wollen versuchen, noch ein paar Siege zu erzielen. Jetzt wollen wir es genießen und frei aufkämpfen und springen. Dann hoffen wir, dass noch der eine oder andere Erfolg eingefahren wird“, sagte Weinbuch. Auch vom dreimaligen Olympiasieger Frenzel. Bei ihm lief es in Lahti auf der Schanze unrund – wie so oft in dieser Saison. Doch mit Oslo und Trondheim warten nun zwei Weltcup-Orte auf den Oberwiesenthaler, in denen er große Erfolge feierte.