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Russlands Athleten protestieren mit Schattenspielen

Russlands Athleten protestieren mit Schattenspielen

Jelena Issinbajewa war nur dabei statt mittendrin. Dennoch war die zweimalige Stabhochsprung-Olympiasiegerin einmal mehr das Sprachrohr der russischen Leichtathleten , die der Weltverband IAAF wegen systematischen Dopings von den Olympischen Spielen ausgeschlossen hat. "Ich bin überzeugt, dass uns Gerechtigkeit widerfährt", sagte die 34-Jährige. Ihre eigenen Olympiaträume waren am Freitag nach einer erneuten Entscheidung der IAAF endgültig geplatzt, umso entschlossener will sie der IAAF die Stirn bieten, wie sie bei einem Meeting in Moskau verdeutlichte.

35 der 67 gesperrten Leichtathleten hatten vor gerade mal 150 Zuschauern, zumeist Freunde und Verwandte, in einigen Disziplinen Kostproben ihres Könnens gegeben und noch einmal gegen die Entscheidung der IAAF protestiert. Zudem dokumentierten die russischen Stars ihre Solidarität mit ihren Landsleuten, die am Zuckerhut trotz weltweiter Proteste die russische Fahne hochhalten. "Unser Wille wird nicht gebrochen, wir werden Ergebnisse zeigen, die die Welt erschüttern", sagte Issinbajewa. Die erfolgreichste Stabhochspringerin der Geschichte nahm an den "Schattenspielen" nicht teil, da sie wegen ihrer juristischen Auseinandersetzung mit der IAAF nach eigenem Bekunden keine Zeit für eine ordentliche Vorbereitung hatte.

In Moskau ging es aber nicht nur um die Ehre. Der russische Verbandspräsident Dimitri Schliachtin erklärte, dass den verhinderten Rio-Fahrern ein materieller Ausgleich gewährt werden solle. Beim Kampf um Weiten und Zeiten konnten die an andere Summen gewohnten Stars wie Hürden-Weltmeister Sergej Schubenkow und Hochspringerin Maria Kuchina immerhin bis zu 6800 Euro gewinnen.