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Rund-um-die-Uhr-Arbeit für den Rekord

Rund-um-die-Uhr-Arbeit für den Rekord

Gelsenkirchen. Der herausgerollte Rasen schlummert auf dem Parkplatz, in der Arena wächst trotz milder Temperaturen Millimeter für Millimeter eine Eisschicht. Binnen weniger Tage verwandelt sich der Fußball-Tempel von Gelsenkirchen in das größte Eishockey-Stadion der Welt

Gelsenkirchen. Der herausgerollte Rasen schlummert auf dem Parkplatz, in der Arena wächst trotz milder Temperaturen Millimeter für Millimeter eine Eisschicht. Binnen weniger Tage verwandelt sich der Fußball-Tempel von Gelsenkirchen in das größte Eishockey-Stadion der Welt. Beim WM-Auftaktspiel zwischen Gastgeber Deutschland und den USA sollen 76 152 Zuschauer für eine Rekordkulisse sorgen. "Selbst wenn wir 30 Grad haben, wird hier am Freitag Eishockey gespielt. Dem Rekord steht nichts im Weg", zerstreute Ulrich Dargel, Technischer Leiter der Schalke-Arena, Bedenken über eventuell schmelzendes Eis.

Noch vermitteln die grauen Matten, die mit Wasser bespritzt werden, einen trostlosen Eindruck. Doch spätestens morgen erstrahlt der glatte Untergrund zum ersten Training der Teams. "Dazu wird die erste Schicht lackiert", erklärte Dargel.

Rund um die Uhr bauen insgesamt etwa 100 Arbeiter die zusätzlichen Tribünen auf und erstellen die Eisfläche. "Die Bedingungen in dieser Riesen-Arena sind schwieriger als bei einen normalen Stadion. Durch die vielen Zuschauer ist es deutlich wärmer als normal", sagte Martin Weirather von der österreichischen Firma AST, die für das Eis zuständig ist. Auch die Fußball-Kabinen werden eishockey-tauglich präpariert: Teppich vermeidet unschöne Kratzer.

Einen Umweltpreis wird die von Bundespräsident Horst Köhler eröffnete Veranstaltung allerdings nicht erringen. Acht Kälte-Aggregate kühlen die Flüssigkeit auf minus 14 Grad herab, 120 Kilometer Schläuche haben die Techniker verlegt. "Mit dem täglichen Stromverbrauch könnten wir zwei Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgen", sagte Technik-Leiter Dargel. Rund 1,2 Millionen Euro haben die Organisatoren in das Mammut-Projekt investiert.

Damit sich bei den Zuschauern nicht nur vor dem Spiel ein "Boah-Erlebnis" (Arena-Geschäftsführer Rüdiger Mengede) einstellt, will das deutsche Team alles für eine Überraschung tun und bereitet sich auf die Atmosphäre vor. "Da werden bei den Spielern die Oberschenkel brennen, da muss man mental gut drauf sein", sagte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes.

Den bisherigen Besucher-Weltrekord mit 74 554 Zuschauern hält die US-College-Partie zwischen Michigan und Michigan State im Football-Stadion von Lansing im Oktober 2001. Zwar sind bereits alle Karten für den WM-Auftakt verkauft, doch zu viele leer gebliebene Plätze würden den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde noch verhageln. Deshalb können sich alle Zuschauer ohne Ticket am Freitag in eine Warteliste eintragen, um nach dem ersten Drittel mögliche freie Sitze von Daheimgebliebenen einzunehmen. dpa