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Rüpel Ribéry

Dortmund. Im Fußball-Supercup trifft der Münchner Franck Ribéry BVB-Spieler Felix Passlack mit dem Ellenbogen im Gesicht. Es ist nicht der erste Aussetzer des Franzosen gegen die Dortmunder. Bestraft wird er wieder nicht. sid

Franck Ribéry sagte nichts. Den Kopf nach unten ging er zu Bayern Münchens Mannschaftsbus. Thomas Tuchel fühlte sich, als sei wieder der 21. Mai. "Das war auf jeden Fall ein Déjà-vu zum Pokalfinale", schimpfte der Trainer von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund nach dem 0:2 (0:0) am Sonntag im Supercup: "Da hat der vierte Offizielle Ribérys Finger aus Gonzalo Castros Auge gezogen. Jetzt stehen Linienrichter, Schiedsrichter und der vierte Offizielle im Dreieck aus 15 Metern Entfernung um die Situation herum. Der gleiche Spieler, die gleiche Aktion!"


Ribéry war beim Stand von 0:0 von Felix Passlack gefoult worden (28. Minute), als er mit dem Ellbogen ausholte. Erst verpasste er dem BVB-Spieler einen Wischer, einen Schlag vor die Stirn. Dann riss er den Ellbogen nach hinten. "Es gibt keine Zweifel, wie die Szene zu beurteilen ist", sagte Tuchel. Schiedsrichter Tobias Welz beurteilte sie mit einer Gelben Karte. Schon nach dem im Elfmeterschießen verlorenen DFB-Pokalfinale hatte sich Tuchel betrogen gefühlt.

Zuvor hatte Ribéry bereits 2013 beim mit 1:2 verlorenen Champions-League-Finale Robert Lewandowski , damals noch ein Dortmunder, den Ellbogen ins Gesicht gerammt. Ribérys Taten blieben ungesühnt oder wurden milde bestraft. Er spielte weiter. Der BVB unterlag jeweils. Dass er diesmal verlor, lag aber in erster Linie daran, dass Dortmund zahlreiche klare Torchancen nicht nutzte - und die Münchner ihrerseits eiskalt zuschlugen. Arturo Vidal (58.) und Thomas Müller (79.) machten dem BVB vor, wie man Torchancen nutzt.

Bayern-Trainer Carlo Ancelotti hatte Ribéry nach dem Testspiel gegen Inter Mailand (4:1), in dem der Franzose auf Provokationen eingegangen und knapp einem Platzverweis entgangen war, zurechtgewiesen: "Ich habe ihm gesagt, dass er damit aufhören soll." Am Sonntag äußerte er sich nicht. Bleibt abzuwarten, wie er auf Ribérys erneuten Ausraster reagieren wird.