| 21:11 Uhr

Basketball
Royals verlieren zum Rückrundenstart

Was wären die Saarlouis Royals ohne Sabine Niedola (am Ball)? Die Top-Spielerin des Basketball-Bundesligisten war auch gegen den Herner TC stark. Trotzdem gab es zum Jahresabschluss eine Heimniederlage.
Was wären die Saarlouis Royals ohne Sabine Niedola (am Ball)? Die Top-Spielerin des Basketball-Bundesligisten war auch gegen den Herner TC stark. Trotzdem gab es zum Jahresabschluss eine Heimniederlage. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Die Basketballerinnen aus Saarlouis überwintern nach dem 61:67 gegen den Herner TC im unteren Tabellendrittel der Bundesliga. Jonas Grethel

Dieser Sonntagnachmittag, das ist schon jetzt sicher, wird nicht in die Geschichtsbücher der Basketball-Bundesliga eingehen. Zu zerfahren war die Partie, zu langatmig – und, das werden auch die Fans der Saarlouis Royals sagen, einfach nicht ansehnlich. Mit 61:67 verloren die Saarlouiserinnen die Partie gegen den Herner TC und verpassten damit den fünften Saisonsieg.


„Man muss Entscheidungen treffen – manche waren heute gut, aber der Großteil unterm Strich eben nicht“, sagte Top-Spielerin Sabine Niedola, mit 24 Punkten erfolgreichste Royals-Akteurin: „Wenn wir in der ersten Halbzeit zehn Punkte mehr machen, gewinnen wir das Spiel. Aber Herne ist eine gute Mannschaft, die nutzt sowas aus.“

In der ersten Partie der Rückrunde war es nämlich besonders die Chancenverwertung, die die Saarlouiser­innen in der heimischen Stadtgartenhalle den Sieg kostete. Das war schon im ersten Viertel ersichtlich und sollte sich in der Folge nicht mehr ändern. So dauerte es ganze fünf Minuten, bis die Royals vier Punkte auf dem Konto hatten – und auch danach ließen die Gastgeberinnen immer wieder leichtfertig nahezu hundertprozentige Chancen liegen. Magaly Meynadier verwarf zwei Riesen-Möglichkeiten in Folge, dazu kamen allein vier liegengelassene Freiwürfe im ersten Viertel. Trotzdem waren die Saarlouiserinnen vor allem dank der souveränen Niedola die bessere Mannschaft und gingen wegen der noch schwächeren Chancenverwertung der Gäste mit einer 17:10-Führung ins zweite Viertel.



Und auch hier mühte sich die Mannschaft um die schwächelnde Spielführerin Levke Brodersen immer wieder damit ab, den Ball im Gäste-Korb unterzubringen. Herne mit der dreifach von der Drei-Punkte-Linie erfolgreiche Courtney Range dagegen wurde konsequenter, machte seine Punkte – und sorgte somit für ein äußerst knappes 29:26 für die Gastgeberinnen zur Pause.

„Dass wir am Anfang nicht getroffen haben, ist der Hauptgrund dafür, dass wir hier nicht als Siegerinnen aus der Halle gehen“, sagte Royals-Spielerin Anne Simon: „Hätten wir die einfachen Punkte nicht liegenlassen, wäre das ein ganz anderes Spiel geworden. Aber irgendwas hat gefehlt, ich weiß es nicht. Es ist ja nicht so, dass wir kein Basketball spielen können.“

In Halbzeit zwei bekam Saarlouis die Quittung für ein nervöses Spiel. Während Niedola weiterhin als einzige Royals-Spielerin für Gefahr sorgte, gewann Herne offensiv wie defensiv immer mehr Selbstvertrauen und ging deutlich in Führung. „Wir haben sehr junge und unerfahrene Spielerinnen in der Mannschaft, die noch mit sich selbst kämpfen“, sagte Trainer Hermann Paar, der dies nicht als Ausrede gelten lassen wollte: „Wir haben das Spiel nicht richtig gelesen, sind nicht aggressiv rangegangen und haben vor allem die leichten Punkte nicht verwandelt. Das hat uns immer unsicherer gemacht.“

Im vierten Viertel fuhren dann beide Mannschaften noch mal einen Gang hoch, bei den Royals war besonders Jamailah Adams auffällig. Zum einzigen Mal während des gesamtes Spiels war die Partie jetzt spannend – die Royals hatten an Selbstvertrauen gewonnen, kämpften sich durch zwei Drei-Punkte-Würfe bis auf drei Punkte heran. Herne hatte dann aber den längeren Atem, machte den Sieg perfekt – und verpasste Saarlouis zur Winterpause die neunte Saison-Niederlage.

„Wir müssen die Pause jetzt wirklich nutzen und uns verbessern, damit wir nächstes Jahr noch mal angreifen“, sagte die sichtlich entnervte Sabine Niedola. Mit nur acht Punkten auf dem Konto überwintern die Royals auf Tabellenplatz neun der Bundesliga – und damit nicht auf einem Playoff-Platz.