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Royals planen Paars Rückkehr

Royals planen Paars Rückkehr

Saarlouis startet heute beim TSV Wasserburg in die Finalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft. Neuigkeiten gibt es wieder abseits des Spielfeldes. Hermann Paar soll Royals-Trainer werden.

Während sich die Frauen-Mannschaft der Saarlouis Royals auf das erste Finalspiel um die deutsche Basketball-Meisterschaft heute um 19.30 Uhr beim TSV Wasserburg vorbereitet, bahnt sich auf der Trainerposition ein spektakulärer Wechsel an. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung soll ein alter Bekannter die Royals zur nächsten Saison übernehmen: Hermann Paar, Trainer beim Nord-Zweitligisten BG Göttingen, steht offenbar vor der Rückkehr ins Saarland. Das bestätigten der SZ mehrere Quellen.

Der 62-Jährige führte die Royals in nur drei Jahren aus der 4. in die 1. Liga. Er verbrachte insgesamt zehn Jahre beim TV Saarlouis , bevor er den Verein 2001 verließ. Nach weiteren 13 Jahren als technischer Direktor sowie Nationaltrainer des luxemburgischen Verbandes ist Paar seit Sommer 2015 in Göttingen. Mit dem Verein verpasste er gerade den Aufstieg in die Bundesliga.

Paar, der seinerzeit die Grundlagen für hochklassigen Frauen-Basketball in Saarlouis gelegt hatte, soll Nachfolger des Litauers Saulius Vadopalas werden und den Verein wieder in ruhigeres Fahrwasser führen. Obwohl Vadopalas der SZ schon vor einer Woche bestätigte, dass er nach der Runde gehen muss, hat der Verein bis heute keine Stellungnahme dazu abgegeben - bleibt die Frage, ob die Verantwortlichen der Saarlouis Royals vorhaben, den 61-Jährigen gebührend zu verabschieden. Schließlich führte er die Royals nach dem großen Umbruch im vergangenen Sommer nun ins Finale - und somit mindestens zur Vizemeisterschaft.

Vadopalas jedenfalls konzentriert sich auf die Finalspiele - auch wenn das Unterfangen, den unbesiegten Branchenprimus zu schlagen, fast aussichtslos erscheint. Erst recht, wenn man bedenkt, dass Angela Tisdale ausfällt und mit Jamailah Adams (angeschlagen) und Levke Brodersen (Studium) zwei potenzielle Vertreterinnen nur unregelmäßig trainieren konnten. "Wir versuchen alles, was möglich ist. Aber es wird schon sehr schwierig", sagt Vadopalas über die Vorbereitung auf die maximal fünf Finalspiele, mit der er "ein bisschen unzufrieden ist". Der Litauer ergänzt: "Wir sind nun mal nur eine Halbprofi-Mannschaft."

Mit dieser Mannschaft will er sich so gut wie möglich verkaufen - alleine schon wegen der Saarlouiser Zuschauer. "Die Fans sind wirklich unglaublich. Sie fahren mit der Mannschaft überall hin und unterstützen, wo sie nur können", schwärmt Vadopalas: "Ich wäre gerne noch lange hier geblieben, aber das machten Aktionen Einzelner unmöglich." Schon vor einer Woche hatte Vadopalas in der SZ über einen "Feind" im Verein gesprochen, ohne den Namen zu nennen.

Ebenfalls vor dem Abschied steht Spielführerin Stina Barnert (die SZ berichteten). Die 26-Jährige wird sich dem Liga-Konkurrenten Rutronik Stars Keltern anschließen und am Sonntag im zweiten Finalspiel (15 Uhr) möglicherweise zum letzten Mal im Royals-Trikot in der Saarlouiser Stadtgartenhalle auflaufen. Im Internet schrieb sie bei Facebook : "Ich habe für mich die beste Kombination zwischen Spitzensport und privater Situation gesucht. Die Antwort heißt: Keltern! Ich werde die Royals, die Fans, das Management und jede einzelne Person vermissen, aber auf mich wartet jetzt eine neue Aufgabe und eine neue Herausforderung."

Maulkorb: Royals-Spielerinnen dürfen nicht mit der SZ reden


Sie sind fokussiert, glauben an sich: Die Basketball-Spielerinnen der Saarlouis Royals lassen sich die Personalentscheidungen der Vereinsführung, insbesondere die bevorstehende Trennung von Trainer Saulius Vadopalas, nicht anmerken und fiebern der Finalserie gegen den TSV Wasserburg entgegen. Heute um 19.30 Uhr steht in Wasserburg das erste von maximal fünf Spielen an, am Sonntag folgt um 15 Uhr in der Stadtgartenhalle die zweite Partie.

Durch den Ausfall von Angela Tisdale wegen einer Fußverletzung liegt noch mehr Verantwortung auf den anderen Stammspielerinnen wie Amanda Dowe und Corinne Costa. Im Schatten der Topspielerinnen Stina Barnert und Sabine Niedola spielen beide eine konstant gute, aber keinesfalls spektakuläre Runde. Aber: Beide haben Potenzial für mehr. Costa belegte dies im zweiten Halbfinal-Spiel beim Herner TC (83:75), als sie 30 Punkte erzielte und nicht zu stoppen war.

Die SZ wollte mit Dowe und Costa sprechen - über ihre erste Saison in Saarlouis und die Finalserie gegen den übermächtigen Serienmeister, in der die beiden vielleicht zum entscheidenden Faktor werden könnten. Doch unmittelbar nach dem Fototermin teilten die Royals mit, dass die Spielerinnen vor der Finalserie nicht mit der SZ sprechen dürfen. Der "Maulkorb" ist offenbar eine Folge der SZ-Berichterstattung zum bevorstehenden Trainerwechsel.