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Rotieren und kämpfen

Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern hofft im DFB-Pokal auf die Wiederholung der Geschichte. Wie im Viertelfinale des vergangenen Jahres soll heute im Achtelfinale bei Bayer Leverkusen die kleine Sensation gelingen. Mirko Reuther

Wenn Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern heute um 19 Uhr in der Bay-Arena im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Bayer Leverkusen antritt, ist die Favoritenrolle klar vergeben. Chancenlos sieht sich der Außenseiter aus der Pfalz trotz des Klassenunterschieds aber nicht. Und das hat einen Grund. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass die Roten Teufel unter dem Bayer-Kreuz schon einmal um den Einzug in die nächste Pokalrunde spielten. Der FCK schaffte damals die Sensation und gewann im Viertelfinale nach Verlängerung mit 1:0.

"Wir messen uns mit einer der besten Mannschaften Europas. Aber auch gute Mannschaften machen Fehler - die müssen wir nutzen", sagt FCK-Trainer Kosta Runjaic, der seine Startelf im Vergleich zur Liga auf einigen Positionen verändern wird. "Wir werden rotieren, aber nicht alles über den Haufen werfen", kündigt Runjaic an und will sich in Sachen Aufstellung nicht in die Karten schauen lassen. "Ich entscheide erst am Spieltag, mit welchen Spielern wir ins Gefecht ziehen", sagt der Trainer. Einzige Ausnahme: Mittelfeldspieler Ruben Jenssen, beim letzten Pokalspiel zwischen den beiden Mannschaften Schütze des Siegtores, ist gesetzt.

Veränderungen wird es vor allem in der Abwehrkette der Pfälzer geben. Neben Innenverteidiger Dominique Heintz (Muskelbündelriss) muss auch der linke Außenverteidiger Chris Löwe verletzt passen. Löwe war im letzten Ligaspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth (2:1) mit Kniebeschwerden ausgewechselt worden. Für ihn werden Jean Zimmer oder André Fomitschow in die Startelf rücken.

Aber auch Bayer Leverkusen hat Personalsorgen. Der Bundesliga-Vierte muss sowohl auf den deutschen Nationalspieler Lars Bender (Knöchelprellung) als auch auf Stürmer Heung-Min Son (Sperre) verzichten. Dafür werden Julian Brandt und Gonzalo Castro in der Startelf erwartet. Dort wird mit Sicherheit auch Leverkusens Edeltechniker Hakan Calhanoglu stehen. "Einer der besten Standardschützen in Deutschland, vielleicht sogar in Europa", schwärmt Kosta Runjaic, "wir müssen Freistöße in Torraumnähe verhindern, auch wenn das nicht einfach wird."

Darauf, dass die Werkself den FCK erneut auf die leichte Schulter nehmen wird, dürfen die Pfälzer nicht hoffen. "Wir gehen die Partie mit großer Ernsthaftigkeit an und werden eine Topleistung brauchen, um Kaiserslautern zu schlagen", kündigt Bayer-Trainer Roger Schmidt an. Kosta Runjaic glaubt trotzdem an die Sensation: "Wir sind der Außenseiter, aber wir fahren nach Leverkusen , um den Favoriten zu ärgern. Wir wissen außerdem aus der Liga, wie schwer es sein kann, gegen eine vermeintlich unterlegene Mannschaft unbedingt gewinnen zu müssen."