1. Sport
  2. Saar-Sport

Rosberg siegt beim Jubiläum

Rosberg siegt beim Jubiläum

Nico Rosberg hat seinen ersten Sieg beim Nachtrennen der Formel 1 in Singapur geschafft und die WM-Führung von Lewis Hamilton zurückerobert. Sebastian Vettel fuhr vom letzten Platz noch auf Rang fünf vor.

Feuerwerk für den neuen Spitzenreiter: Nico Rosberg hat im Lichtermeer von Singapur die WM-Führung zurückerobert. Der 31 Jahre alte Deutsche feierte gestern nach einem dramatischen Finale mit 0,4 Sekunden Vorsprung den Sieg in seinem 200. Formel-1-Rennen. Rosberg ließ sich weder von überhitzten Bremsen an seinem Mercedes zu Beginn noch von einem brachialen Angriff in letzter Sekunde durch den Zweiten Daniel Ricciardo im Red Bull aufhalten. "Wir haben uns in die Hosen gemacht", kommentierte Mercedes-Teamchef Toto Wolff die nervenaufreibende Schlussphase.

Lewis Hamilton schaffte es im zweiten Silberpfeil noch aufs Podest. Der von der WM-Spitze verdrängte Brite wurde Dritter vor Kimi Räikkönen im Ferrari und zollte seinem Teamkollegen auf dem Siegerpodest größten Respekt: "Riesenkompliment an Nico. Er hat den Sieg verdient."

In dem zu Beginn durch einen Startunfall von Nico Hülkenberg ereignisreichen Großen Preis von Singapur rettete Sebastian Vettel im zweiten Ferrari nach einer strategischen und fahrerischen Top-Leistung vom letzten Startplatz aus noch sensationell Rang fünf. "Mehr war nicht drin", meinte der Heppenheimer, den am Vortag einen Defekt am Ferrari gebremst hatte. Pascal Wehrlein wurde im Manor 16.

Seine siebte Pole in diesem Jahr verteidigte Rosberg souverän, dahinter reihten sich Ricciardo und Hamilton ein. Beim Versuch, sich von Startrang acht nach vorn zu arbeiten, kollidierte Hülkenberg in seinem Force India mit dem Toro Rosso von Carlos Sainz. Zum 13. Mal im insgesamt neunten Singapur-Rennen musste Bernd Mayländer im Safety Car für zwei Runden auf die Strecke. Rosberg traute dann seinen Augen nicht, als vor ihm ein Streckenarbeiter in seinem orangenen Overall auftauchte. Vor einem Jahr hatte sogar ein Zuschauer die Strecke überquert.

Nach dem turbulenten Beginn tat sich erstmal weniger auf dem Stadtkurs in der asiatischen Metropole. Vorneweg fuhr Rosberg, musste aber auf die Bremstemperatur achten. Ricciardo versuchte, dazwischen den Rückstand auf Rosberg so gering wie möglich zu halten. Auf Hamilton fuhr Rosberg einen Vorsprung von rund zehn Sekunden raus. "Ich habe keine Ahnung, was passiert", funkte der Brite an die Box nach 14 von 61 Runden.

Dann begann das Spiel um Taktik und die beste Reifenwahl. Die überhitzten Bremsen machten Hamilton schwer zu schaffen. Räikkönen machte Druck, mit einem spektakulären Manöver zog der Weltmeister von 2007 am Titelverteidiger vorbei. Dank eines Zwischenspurts von Hamilton schnappte sich der Brite aber wieder Rang drei. Genau diese Taktik brachte Red Bull auf die Idee, mit Ricciardo Druck auf Rosberg zu machen. Durch einen Reifenwechsel konnte Ricciardo Runde um Runde auf Rosberg aufholen, fuhr teilweise drei Sekunden schneller pro Runde. Es wurde knapp, am Ende entschieden vier Zehntel zugunsten von Rosberg.