Fußball-Bundesliga Rolle rückwärts von Rangnick

Leipzig · Der Übergangstrainer ist gefunden: Ralf Rangnick übernimmt RB Leipzig, ehe 2019 Julian Nagelsmann kommt.

Vertraute Doppelrolle für Ralf Rangnick: Der Sportdirektor übernimmt bei RB Leipzig zum zweiten Mal auch den Trainerjob und führt die Sachsen ab Mitte August in die neue Saison der Fußball-Bundesliga. Das bestätigte der Club wenige Stunden vor dem Trainingsauftakt am gestrigen Montag. Im Sommer 2019 rückt Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim) auf den Posten des Cheftrainers.

„Ich freue mich sehr darauf, dass es wieder losgeht. Es wird wieder eine neue Aufgabe für mich. Dass diese Entscheidung reifen musste, ist klar“, sagte Rangnick, für den die Doppelfunktion nicht neu ist. Bereits in der Saison 2015/16 hatte der Workaholic, der 2011 nach dem DFB-Pokalsieg mit dem FC Schalke 04 unter dem Burnout-Syndrom litt und seinen Vertrag kündigte, auch auf der Trainerbank von RB Platz genommen und den Verein am Ende der Saison in die Bundesliga geführt. Im Anschluss übernahm Ralph Hasenhüttl den Trainerposten und erreichte die Champions League. Im zweiten Jahr war RB unter dem Österreicher nicht mehr so erfolgreich und musste sich nach Platz sechs mit der Qualifikation für die Europa League begnügen. Nachdem sich RB und Hasenhüttl im Mai nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnten, verkündete der Club im Juni die Einigung mit Nagelsmann und erntete damit viel Lob. Der 30-Jährige kostete fünf Millionen Euro Ablösesumme und erhielt einen Vertrag bis 2023.

Bis zuletzt war auch Jesse Marsch vom Schwesterverein New York Red Bulls aus der Major Soccer League ein Kandidat für das Übergangsjahr, der Amerikaner wird nun Assistent von Rangnick. „Jesse ist ein überaus erfolgreicher Trainer in der MLS, den es stark nach Europa gezogen hat“, sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. Der Chef ist aber Rangnick, „auch wegen des Themas Sprache“, sagt dieser. Gemeinsam wird das Duo der Mannschaft die typische RB-DNA mit Pressing und rasantem Umschaltspiel einimpfen.

Die bisherigen Neuverpflichtungen lassen ebenfalls auf Vollgas-Fußball schließen. Mit Angreifer Matheus Cunha (FC Sion) und den Defensivspielern Nordi Mukiele (HSC Montpellier) und Marcelo Saracchi (River Plate Buenos Aires) verpflichtete RB drei schnelle Spieler für jeweils fünf Jahre, von denen keiner älter als 20 Jahre alt ist.

Rangnick blickt auf erfolgreiche Jahre als Cheftrainer zurück, obwohl er nur einen Titel gewinnen konnte. 2011 holte er mit Schalke 04 den DFB-Pokal, nachdem er erst kurz zuvor Felix Magath als Trainer abgelöst hatte. Große Erfolge feierte Rangnick mit 1899 Hoffenheim, die er innerhalb von nur zwei Spielzeiten aus der 3. Liga in die Bundesliga geführt hatte. Nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit auf Schalke übernahm Rangnick 2012 den Job des Sportdirektors bei RB Leipzig.

Leipzig stand bei der Trainersuche zeitlich unter Druck. Als Tabellensechster muss RB schon ab dem 26. Juli in der zweiten Qualifikationsrunde für die Europa League antreten und trifft dort auf den Sieger des Vergleichs zwischen FK Liepaja aus Lettland oder BK Häcken aus Schweden. Die Entscheidung über den Gegner fällt am 19. Juli. Das erste Bundesligaspiel der neuen Saison bestreitet Leipzig am 25. August bei Borussia Dortmund.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort