Röchling Völklingen besiegt Hassia Bingen in Oberliga im Fußball mit 6:1

Fußball-Oberliga : Schlechtes Zwischenfazit trotz Kantersieg

Fußball-Oberligist Röchling Völklingen geht mit einem 6:1-Erfolg gegen Hassia Bingen in die Winterpause. Rang elf ist aber viel zu wenig für den Vizemeister.

Der Stachel saß tief bei den Spielern des Fußball-Oberligisten Röchling Völklingen nach dem 1:7-Debakel beim 1. FC Kaiserslautern aufgrund. Wie tief, das bekam am Samstag im letzten Spiel des Jahres Hassia Bingen zu spüren: Die Völklinger waren vor etwa 100 Zuschauern im Hermann-Neuberger-Stadion vom Anpfiff weg auf Wiedergutmachung aus. Sie diktierten die Partie nach Belieben und verabschiedeten sich mit einem 6:1 (4:0)-Sieg halbwegs versöhnlich in die Winterpause.

„Das war die Reaktion, die wir uns vorgenommen hatten. Wir haben eine hervorragende erste Halbzeit gespielt“, sagte Röchling-Kapitän Marius Schley. Der 22-Jährige war einer von drei „Doppelpackern“, die für das halbe Dutzend Völklinger Treffer verantwortlich zeichneten. Den Auftakt machte der überragende Nico Zimmermann, der an allen vier Toren vor der Pause beteiligt war. Völklingens spielender Interimstrainer traf nach einem Anspiel in den Strafraum zum 1:0 (16. Minute). Keine drei Minuten später flankte Zimmermann auf Schley, der per Kopfball sein erstes Saisontor erzielte (18.). Dann legte Zimmermann nach einer Hereingabe von Kevin Saks das 3:0 nach (33.). Der Schlusspunkt vor der Pause war wiederum Schley vorbehalten – 4:0 (41.), erneut per Kopfball und Vorlage von Zimmermann, der erklärt: „Wir hatten eine ungemütliche Woche, weil das schon eine deftige Niederlage war, die wir in Kaiserslautern kassiert haben. Heute sind wir gut ins Spiel gekommen und haben die ersten Dinger direkt gemacht. Der Sieg war auch in der Höhe verdient.“

In Halbzeit zwei ließ Luka Dimitrijevic das 5:0 (47.) folgen. Kurz darauf war ihm das letzte Völklinger Tor des Jahres vorbehalten, als er von Jonas Weber im Strafraum freigespielt wurde und ins lange linke Eck traf – das 6:0 (61.). Danach schalteten die Völklinger runter, sodass die Gäste in der Endphase zu Chancen kamen. Eine davon nutzte Baris Yakut zum treffer zum 1:6-Endstand (73.).

Trotz des Kantersieges fällt das Zwischenfazit bei Röchling Völklingen nach 19 Partien wenig erfreulich aus. Zwar musste der Vizemeister vor der Saison einen Umbruch bewältigen. Mit 25 Punkten und Platz elf blieb er aber weit hinter den Erwartungen zurück. „Es war ein schwieriges Halbjahr für uns. Wir sind gar nicht mal schlecht gestartet, hatten dann aber diese sechs Niederlagen in Folge – das hängt uns halt immer noch nach“, sagt Schley mit Blick auf die Durststrecke, die dem erst vor der Saison vom Saarlandligisten SV Auersmacher gekommenen Trainer Andreas Wellner zum Verhängnis wurde. Er war auf Günter Erhardt gefolgt.

Unter Wellners Nachfolgern, dem Trainerduo Justin Erhardt und Zimmermann, stabilisierte sich die Mannschaft einigermaßen – trotzdem bleibt ein schwacher Gesamteindruck. „Jeder hat sich das anders vorgestellt“, sagt Zimmermann. „Wir stehen zu Recht dort, wo wir stehen. Wir müssen zusehen, dass wir uns jetzt alle erholen und dann eine bessere Rückrunde hinlegen – denn wir sind noch längst nicht durch“, ergänzt der 34-Jährige, der mit seiner Mannschaft Tabellenplatz elf belegt.

Im ersten Liga-Spiel 2020 muss Röchling Völklingen am 29. Februar zum Tabellensechsten TuS Koblenz.

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