Ringer-Legende vor Gericht Fast fünf Jahre Haft für Passarelli gefordert

Frankenthal · Ringer-Olympiasieger Pasquale Passarelli soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für vier Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Dieses Strafmaß forderte Staatsanwältin Gabriele Werner im Strafprozess vor dem Landgericht im pfälzischen Frankenthal.

Passarelli ist mit zwei weiteren Männern wegen des Anbaus, der Herstellung und des Handels mit Betäubungsmitteln als Mitglied einer Bande angeklagt. Passarellis Verteidiger Roman Schweitzer forderte einen Freispruch. Laut dem Anwalt sei "keine Bandenabrede nachweisbar". Die Einlassungen von Passarellis Mitangeklagten, wonach der Ex-Ringer nichts mit den Drogengeschäften zu tun gehabt habe, sind nach Ansicht der Staatsanwältin als Freundschaftsdienste zu sehen. "Herr Passarelli hat Hilfestellungen geleistet", äußerte Werner.

Passarelli, früherer Welt- und Europameister im Bantamgewicht, war im April 2018 festgenommen worden. Bis Mitte Dezember saß er in Zweibrücken in Untersuchungshaft. Bei einem der beiden mutmaßlichen Komplizen Passarellis war eine Cannabis-Plantage mit 841 Pflanzen entdeckt worden. Laut Polizei hielt sich Passarelli an 58 von 84 observierten Tagen in dem Haus in Östringen auf.

Passarelli wurde durch den Kampf um Gold in Los Angeles gegen den japanischen Weltmeister Masaki Eto berühmt. 85 Sekunden hielt der Griechisch-Römisch-Spezialist eine sogenannte "Brücke", um so seinen Sieg über die Zeit zu retten.