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Ringer-Bundesliga geht weiter
Die Zukunft der Bundesliga ist offener denn je

Für den ASV Hüttigweiler (hier Urs von Tugginer in Rot) und den KSV Köllerbach mit Pajtim Sefaj geht es an diesem Samstag wieder rund. Neben dem Kampfgeschehen wird derzeit auch die Zukunft der Liga am Mattenrand diskutiert.
Für den ASV Hüttigweiler (hier Urs von Tugginer in Rot) und den KSV Köllerbach mit Pajtim Sefaj geht es an diesem Samstag wieder rund. Neben dem Kampfgeschehen wird derzeit auch die Zukunft der Liga am Mattenrand diskutiert. FOTO: Andreas Schlichter
Hüttigweiler/Riegelsberg/Köllerbach. Die Saison startet an diesem Samstagabend in die Rückrunde. Heimkämpfe für den ASV Hüttigweiler und den KV Riegelsberg. Von Patric Cordier

Die dreigleisige Ringerbundesliga startet an diesem Samstag in die Rückrunde. In der Südweststaffel mit dabei sind auch die vier saarländischen Vertreter KSV Köllerbach, AC Heusweiler, ASV Hüttigweiler und KV Riegelsberg. Köllerbach strebt dabei als Tabellenzweiter klar die Playoffs an, auch Heusweiler und Hüttigweiler haben hierfür rechnerisch noch Chancen. Für die Riegelsberger geht es darum, die Runde achtbar zu Ende zu bringen.


Wie es danach mit der Bundesliga in der Saison 2019/20 weitergeht, ist derzeit völlig offen. Denn bei einer Umfrage des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) unter den Vereinen hat sich kein eindeutiges Meinungsbild herauskristallisiert. „Köllerbach, Mainz, Adelhausen und Heilbronn haben sich für einen Start in einer 1. Liga ausgesprochen, neun Clubs wollen lieber in einer 2. Liga starten. Und zehn Vereine sind für die grundsätzliche Beibehaltung des jetzigen Systems“, erklärte Ralf Diener, der für die Bundesliga zuständige DRB-Vize-Präsident. Der Saarländer gibt zu: „Dieses Ergebnis hat uns schon überrascht. Wir werden im Bundesliga-Ausschuss am 25. November darüber sprechen. Eine Entscheidung über die Zukunft muss dann am 2. Dezember bei der Bundesligatagung aller Vereine fallen.“

Die dreigleisige Bundesliga war im vergangenen Jahr eingeführt worden, als sich fünf Vereine vom DRB abspalteten, um eine eigene, bis heute international nicht anerkannte Profiliga zu gründen, die sich „Deutsche Ringerliga“ nennt. Damals wurde aus den verbliebenen Erst- und Zweitligisten eine Liga geformt. Während die zahlreichen Lokalkämpfe für vielerorts gestiegene Zuschauerzahlen sorgten, gibt es immer wieder Kritik am großen Leistungsgefälle. Eine freiwillige Etat-Obergrenze hat dabei ebenso wenig zu mehr Chancengleichheit geführt, wie die Einführung eines Punktesystems für die Sportler. „Es gibt jetzt den Vorschlag einiger Vereine, die Punkte-Obergrenze in der Vorrunde abzusenken und dann in der Endrunde zu erhöhen“, sagte Diener zu einer möglichen Kompromisslösung. Eine Rückkehr der fünf Abtrünnigen scheint ohnehin ausgeschlossen.



Ähnlich schwierig sind die Aussichten des KV Riegelsberg vor dem Heimkampf gegen den Tabellendritten ASV Urloffen (Samstag, 19.30 Uhr, Lindenschule). „Aufgrund unserer Verletzungsmisere macht es der Stilart-Wechsel uns nicht unbedingt leichter“, sagt Edgar Paulus. So macht der Sportliche Leiter des KV aus der Not eine Tugend: „Lukas Rosport ist 15, Paul Riemer auch. Simon Monz ist 17. Sie ringen teilweise gegen internationale Spitzensportler und können zeitweise bereits mithalten. Wir müssen auch die Entwicklung unserer Nachwuchsringer im Auge behalten.“

Auch der ASV Hüttigweiler hat Heimrecht, müsste zeitgleich in der Welschbachhalle gegen den Tabellenfünften RG Hausen-Zell aber schon eine echte Aufholjagd starten, um die Endrunde noch zu erreichen. „Wir sind in der Vorrunde etwas unter den Erwartungen geblieben“, sagt ASV-Trainer Christoph Gall, „aber ich denke, wir stehen durch den Stilart-Wechsel jetzt doch einen Tick stärker.“

Der KSV Köllerbach muss zeitgleich bei der RKG Freiburg antreten, voraussichtlich mit dem aktuellen Achten der Weltmeisterschaft Etienne Kinsinger. „Natürlich wird nach dem Saisonhöhepunkt die Trainingsintensität erst einmal runtergeschraubt“, sagt Kinsinger, „aber spätestens zur Endrunde will ich wieder in Topform sein.“

Der AC Heusweiler reist am Samstag zum Spitzenreiter Adelhausen. „Die Leistungsdichte hinter Adelhausen und Köllerbach ist hoch“, sagt Trainer Cacan Cakmak zu den eigenen Playoff-Chancen, „wir denken von Kampf zu Kampf.“ Das ist derzeit auch einfacher als bis zur nächsten Saison.