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Ringen: Timo Badusch will mit dem KSV Köllerbach ins Halbfinale einziehen

Ringen: Timo Badusch will mit dem KSV Köllerbach ins Halbfinale einziehen

Timo Badusch arbeitet nicht mehr mit dem Landestrainer Frank Hartmann zusammen, dennoch strotzt der 24-jährige Köllerbacher vor Selbstbewusstsein – unter anderem wegen seines Trainings in Paris.

Timo Badusch kann wieder strahlen. Drei Tage nachdem er beim 18:5-Erfolg mit den Köllerbacher Ringern im Viertelfinal-Hinkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen den KSV Aalen ein "Feuerwerk" abgebrannt hat, gibt sich Badusch selbstbewusster denn je. Mit breiter Brust und lockerem, aber zielsicherem Schritt erscheint er zum Treffen. Er brennt darauf, seine Leistung auch im Rückkampf an diesem Samstag (19.30 Uhr) im Püttlinger Trimm-Treff zu wiederholen.

"Ich habe auf der Matte wieder ein Gefühl für mich", sagt der Griechisch-römisch-Spezialist, der sieben seiner bislang zehn Bundesliga-Kämpfe gewinnen konnte. Davon war der 24-Jährige letzten Sommer weit entfernt. Er will zwar partout nicht darüber sprechen, bestätigt aber, dass er seit sechs Monaten nicht mehr bei Landestrainer Frank Hartmann an der Landessportschule trainiert. Badusch erklärt nur: "Das war eine schwierige Zeit für mich."

Denn einerseits quälte er sich noch mit den Folgen seiner Armverletzung und den Operationen, und er musste für sich "eine Lösung finden" nach der Trennung von Hartmann. Zumal sich seine Ziele nicht verändert hatten. Weiterhin in der Sportfördergruppe der Polizei , hat sich Badusch bis Saisonbeginn auf die Matte gekämpft.

Mit dem Halbfinale, das den Köllerbachern nach dem deutlichen Ergebnis im Hinkampf kaum mehr zu nehmen sein dürfte, wäre ein Ziel erreicht. Das andere bleibt: die Olympischen Spiele in Rio 2016 - obwohl Badusch im letzten Jahr aus dem Kader des Deutschen Ringer-Bundes fiel. Dahin will er zurück, und dafür trainiert er hart. Täglich absolviert er morgens ein anderthalbstündiges Kraft- und Stabilisierungsprogramm, geht beim KSV Köllerbach drei Mal die Woche auf die Matte und fährt, immer wenn es sein Zeitplan erlaubt, nach Paris ans "Institut national du sport et de l'éducation physique". Dort trainiert er mit den französischen Kaderathleten, unter anderem mit seinen Vereinskollegen Melonin Noumonvi und Tarik Belmadani .

"Es ist himmlisch. Ich bin von Anfang an so brüderlich aufgenommen worden, als wäre ich schon immer einer von ihnen", sagt Badusch und schwärmt sowohl von der Atmosphäre als auch von den Bedingungen: An den Wänden hängen riesige Plakate von den erfolgreichsten Ringern Frankreichs, "als Anreiz und Motivation". Auf sechs Matten würden dort alle Kaderathleten jeden Tag von zehn Griechisch-römisch-Trainern trainiert. "Da kann ich mich weiterentwickeln. Viele der Übungen und Abläufe hab ich bis dahin gar nicht gekannt", sagt Badusch. Durch die Einheiten in Paris und die in Köllerbach mit dem ehemaligen Olympiasieger Gennadi Korban "habe ich jetzt ganz neue Reizpunkte", sagt Badusch, der sich selbst auf dem besten Wege sieht: "Ich bin von meinem Leistungsstand wieder da, wo ich vor eineinhalb Jahren war", sagt Badusch: "Ich weiß, dass ich auch internationale Spitzenringer besiegen kann." Auch deshalb ist sein Vertrauen in sich selbst wieder zurück.