| 21:03 Uhr

Derby in der Ringer-Bundesliga
ASV hat nicht nur mit den Gegnern zu kämpfen

Der Köllerbacher Andrij Shyyka (links) und Mathias Schwarz kennen sich aus ungezählten Duellen. Der Hüttigweiler brennt im Derby darauf, den Altmeister zu besiegen. Das wird aber eine ganz schwere Aufgabe für Schwarz.
Der Köllerbacher Andrij Shyyka (links) und Mathias Schwarz kennen sich aus ungezählten Duellen. Der Hüttigweiler brennt im Derby darauf, den Altmeister zu besiegen. Das wird aber eine ganz schwere Aufgabe für Schwarz.
Hüttigweiler. Hüttigweiler empfängt am Samstag im Derby der Ringer-Bundesliga den KSV Köllerbach. Hallenprovisorium geht wohl noch bis 2020. Von Benno Weiskircher

Zum Abschluss der Vorrunde empfangen die Ringer des ASV Hüttigweiler in der Bundesliga Südwest mit dem KSV Köllerbach einen der Titelfavoriten. Los geht es an diesem Samstag um 19.30 Uhr in der Welschbachhalle in Welschbach. In der Tabelle belegen die Illtaler, die seit stolzen 40 Jahren ununterbrochen der ersten oder 2. Bundesliga angehören, mit 4:8 Punkten Platz sechs. „Damit liegen wir knapp unter dem Soll“, resümiert ASV-Trainer Christoph Gall.


Die Zwischenbilanz der Hüttigweiler fällt nach sechs Kämpfen durchwachsen aus. Nach dem Überraschungserfolg bei der RG Hausen-Zell und dem Pflichtsieg beim Lokalrivalen KV Riegelsberg könnte sie deutlich besser aussehen, wären die beiden vergangenen Begegnungen gegen die RKG Freiburg 2000 und zuhause gegen den AC Heusweiler anders gelaufen. Beide Duelle gingen erst im letzten Kampf unglücklich verloren.

Der Traditionsverein, der in diesem Jahr sein 110-jähriges Bestehen feiert, hatte sich vor der Saison mit den ehrgeizigen Nachwuchskräften Fabian Widmann, Numan Bayram, Urs von Tugginer und dem 23-jährigen Ukrainer Oleksandr Kodowskyi verstärkt. „Es war zu erwarten, dass die Neuzugänge es sehr schwer haben werden“, sieht sich Gall bestätigt. Fabian Widmann, vom AC Heusweiler gekommen, schaffte in Hausen-Zell seinen bisher einzigen Sieg. „Er macht gute Angriffe und hat noch nicht ausgeschöpftes Potenzial“, lobt Gall. Besser sieht es für Urs von Tugginer (kam vom KSV Köllerbach) aus. Der 22-Jährige siegte bisher zweimal, überragend war sein Erfolg gegen Zsolt Berki (TuS Adelhausen), der den einzigen Teampunkt des ASV beim Tabellenführer bedeutete. „In Köllerbach war Urs Ergänzungsringer, bei uns gehört er zum Stamm der Mannschaft“, sagt Gall.



Numan Bayram wurde dieses Jahr deutscher Vizemeister der B-Jugend. In bisher zwei Kämpfen zeigte der trotz zwei Niederlagen im Stand Stärke gegen erfahrene Bundesliga-Ringer. „Er hat sich seit seinem Vereinswechsel von Rheinlands-Eiche Büdesheim enorm weiterentwickelt“, sagt Trainer Gall, der überzeugt ist, dass Bayram seinen Weg machen wird. Der vierte Neuzugang Oleksandr Koldowskyi kam noch nicht zum Einsatz. Der Ukrainer gehört zum ersten Mal einem deutschen Team an.

Aus dem eigenen Nachwuchs gehören Jan Wolfanger und Kevin Gremm neu zum Stamm der Mannschaft. Der 16-jährige Wolfanger stellte sich auch Gegnern mit internationalem Format, zeigte sich enorm stark im Stand und belohnte sich mit einem überraschenden Sieg gegen Henner Schmidt (KV Riegelsberg). Gremm glänzte in Hausen-Zell bei seinem Erfolg über Simon Günter.

Der ASV hat nicht nur auf der Matte zu kämpfen. Seit zwei Jahren haben die Hüttigweiler keine Halle mehr. Die Illtalhalle soll komplett saniert werden. So mussten die Ringer nach Welschbach und zum Derby gegen Heusweiler nach Illingen umziehen. „Die Lage ist für uns suboptimal, wir müssen starke Beeinträchtigungen hinnehmen“, ist der ASV-Vorsitzende Frank Reinshagen mit der Situation nicht glücklich.

In der kleineren Welschbachhalle sei die Stimmung bei den Bundesliga-Kämpfen zwar sehr gut. Man sei aber auch auf die Welschbacher Vereine angewiesen, dass sie Trainingszeiten abgeben. Daher dankt Reinshagen der Gemeinde für die Unterstützung und dem Badmintonverein Welschbach, der sich mit Hüttigweiler arrangiert hat. Wenn nun der KSV Köllerbach kommt, wird die Welschbachhalle wieder richtig voll sein, hoffen die Verantwortlichen. Das Provisorium wird wohl lange andauern. Reinshagen rechnet damit, dass die Ringer 2020 wieder in die sanierte heimische Illtalhalle zurückkehren können.