1. Sport
  2. Saar-Sport

Hallenmasters der Frauen: Riegelsberg feiert den Titel-Hattrick

Hallenmasters der Frauen : Riegelsberg feiert den Titel-Hattrick

Der 1. FC Riegelsberg gewinnt zum dritten Mal in Folge das Frauen-Hallenmasters des Saarländischen Fußballverbandes. Der Regionalligist siegt in einem packenden Finale gegen den SV Dirmingen knapp mit 3:2. Die DJK St. Ingbert wird bei ihrer Masters-Premiere auf Anhieb starker Dritter.

„Jedes andere Ergebnis hätte mich auch gewundert“, meinte am Sonntagabend ein Besucher des Volksbanken-Frauen-Masters in der Multifunktionshalle an der Sportschule in Saarbrücken. Wenige Sekunden zuvor hatten sich die Fußballerinnen vom 1. FC Riegelsberg zum dritten Mal in Serie die Hallenkrone aufgesetzt. So deutlich wie es die Aussage des Zuschauers vermuten lässt, lief das Turnier allerdings nicht ab. Im Gegenteil: Regionalligist Riegelsberg musste im Endspiel gegen Verbandsliga-Spitzenreiter SV Dirmingen alle Register ziehen. Am Ende setzten sich die Riegelsbergerinnen knapp mit 3:2 durch und bleiben damit die Nummer eins unter den saarländischen Hallendächern.

Auch im Endspiel konnte sich Riegelsberg auf seine bärenstarke Nummer 8 – Anne Reinhard – verlassen. Sie war am Ende mit fünf Treffern zusammen mit der zur besten Spielerin des Turniers gewählten Marina Schönborn vom FFC Dudweiler erfolgreichste Torschützin. Reinhard hatte den Titelverteidiger im Finale mit einem Freistoßtreffer aus halbrechter Position – der Ball schlug vom linken Innenpfosten im Netz ein – in der zehnten Minute mit 1:0 in Führung gebracht. Kurz darauf ließ Sophie Quatrana das 2:0 folgen. Rund zwei Minuten vor Ertönen der Schluss-Sirene sorgte Dirmingens Egzona Mugaj mit ihrem Anschlusstreffer zwar wieder für Spannung. Doch dann war erneut Reinhard zur Stelle und stellte den Zwei-Tore-Vorsprung für den Regionallisten wieder her. Der abschließende Treffer zum 2:3-Endstand von Charline Jung fiel für Dirmingen zu spät, um den Titel-Hattrick der Riegelsbergerinnen nochmal in Gefahr zu bringen.

Trotz der Finalniederlage war Dirmingens Trainer Fabian Schulz alles andere als enttäuscht. „Es war für uns ein toller Tag. Wir sind zusammen mit einem Bus angereist und hatten auch davor bereits zusammen gefrühstückt. Hier haben wir dann eine klasse Leistung abgeliefert“, meinte der Coach und ergänzte: „Unsere Anhänger haben uns super nach vorne gepeitscht. Im Finale hätte es mit ein wenig mehr Glück auch in die andere Richtung gehen können. So oder so war es aber von uns ein starkes Turnier. Wir nehmen jetzt für die Feldrunde mit, dass wir uns auch vor einem klassenhöheren Gegner nicht verstecken müssen – ich denke, wir waren ebenbürtig. Jetzt wird gefeiert.“

Auch für den aktuellen Verbandsliga-Dritten DJK St. Ingbert war das Turnier ein voller Erfolg. Die DJK hatte sich durch den Sieg beim eigenen Turnier in der Vorwoche erst auf den letzten Drücker erstmals überhaupt für das Masters qualifiziert. In Saarbrücken gaben dann die DJK-Fans auf der Tribüne und die Frauen auf dem Feld vom ersten Spiel an mächtig Gas. Und so sprang am Ende ein überraschender dritter Platz heraus. In der Vorrunde hatte es zunächst einen 4:1-Erfolg gegen den FC Niederkirchen gegeben. Der erste St. Ingberter Treffer der Masters-Geschichte gelang dabei Alina Ott, die zum 1:0 traf. „In diesem Moment hatte ich gar nicht erwartet, dass der Ball reingeht. Dass es unser erstes Tor beim Masters überhaupt ist, war gar nicht in meinem Kopf. Wir haben auch weiterhin nichts zu verlieren, wollen nur das Bestmögliche herausholen und einfach nur den Tag genießen“, freute sich Ott nach dem Premierensieg ihrer Mannschaft.

Und es sollte für die DJK noch besser kommen. Zwar unterlag der Verbandsligist in der zweiten Partie dem SV Dirmingen knapp mit 0:1, zog dann aber dank eines 1:0-Erfolges gegen die SG Bliesmengen-Bliesransbach ins Halbfinale ein. Dort gab es eine 1:3-Niederlage gegen den späteren Turniersieger Riegelsberg, ehe durch einen 3:2-Sieg gegen den FFC Dudweiler Rang drei gesichert wurde. „Dritter zu werden, ist einfach nur megageil – damit konnten wir wirklich nicht rechnen. Jetzt geht es mit dem Bus zurück, wo ein gemeinsames Essen stattfindet. Ein Riesendank an die Fans, die uns richtig toll unterstützt haben. Selbst im Halbfinale war mehr für uns drin, aber wir sind natürlich über Platz drei richtig glücklich“, freute sich die St. Ingberter Hallen-Spielertrainerin Sonja Schenkelberger.

Mit dem Zweiten der Verbandsliga, der SG Bliesmengen-Bliesransbach, schied ein weiterer Kreisverein nach der Vorrunde aus. Nach der 1:5-Auftaktniederlage gegen den SV Dirmingen gab es für die SG auch gegen den 1. FC Niederkirchen (1:3) sowie gegen die DJK St. Ingbert (0:1) keine Punkte. Dennoch durften sich die SG-Spielerinnen erhobenen Hauptes aus der Halle verabschieden – die kämpferische Einstellung stimmte. Und im Tor zeigte Schlussfrau Lara Peehs mehrere Glanzparaden, was immer wieder Szenenapplaus des Publikums für die 20-Jährige nach sich zog. „Es war etwas ganz Neues, zusammen mit dem Bus anzureisen. Ich war auch schon letztes Jahr bei unserem überraschenden dritten Platz im Tor. Meine persönliche Leistung ist zweitrangig, lieber wäre ich mit dem Team erneut ins Halbfinale eingezogen“, betonte Peehs.

Trotz des Ausscheidens ihrer Mannschaft war auch das Ehepaar Andrea und Franz-Josef Hauer nicht unzufrieden. Beide präsentierten sich in den Vereinsfarben des SC Bliesransbach. „Ich bin im Vorstand des SC als Schriftführerin tätig. Es ist uns eine Ehre, unsere Frauen hier unterstützen zu dürfen. Wir hatten uns heute Morgen um 11 Uhr in Bliesransbach am Markt getroffen und sind dann zusammen mit der Mannschaft hierher gefahren. Die Frauen sind fest im Vereinsgeschehen integriert – und wir sind mächtig stolz auf ihre Leistungen, selbst wenn wir heute nach der Vorrunde ausscheiden“, meinte Andrea Hauer vor dem letzten Gruppenspiel. Und ihr Ehemann ergänzte: „Ich bin normal der Vereinskassierer. Man kennt mich aber noch besser als Organisationstalent im Grill. Unsere Frauen sind wichtig für den Verein. Es ist eine Auszeichnung, hier überhaupt mit dabei sein zu dürfen. Und ich werde vielleicht doch noch gewinnen – schließlich bin ich ja ein Riegelsberger Bub.“ Und so durfte Hauer am Ende mit seinem „Zweitverein“ doch noch einen Masters-Erfolg feiern.

Die Anhänger des SV Dirmingen gaben auf der Tribüne mächtig Gas – und durften sich am Ende über Rang zwei freuen. Foto: Stefan Holzhauser
Die Frauen der DJK St. Ingbert feierten nicht nur ihre Masters-Premiere – sie belegten auch auf Anhieb einen starken dritten Platz. Foto: Stefan Holzhauser
Torfrau Lara Peehs schied mit ihrer SG Bliesmengen-Bliesransbach zwar in der Vorrunde aus, bekam dank zahlreicher toller Paraden aber viel Applaus vom Publikum. Foto: Stefan Holzhauser

Zufrieden durften auch die beiden Ostsaar-Schiedsrichterinnen Jenny Wannemacher von der SpVgg. Einöd-Ingweiler und Paula Mayer vom SC Blieskastel-Lautzkirchen sein. Beide traten zu den Spielen jeweils in Zusammenarbeit mit einem männlichen Kollegen auf und bewahrten auch in hektischen Situationen stets die Ruhe.