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Richtungsstreit bei Red Bull um Webber

Richtungsstreit bei Red Bull um Webber

London. Mark Webbers (Foto: dpa) knallharte Attacke auf Formel-1-Kollege Sebastian Vettel in Silverstone hat einen Richtungsstreit bei Red Bull ausgelöst. In einem Krisengespräch handelte sich der Befehlsverweigerer einen Tadel vom Teamchef ein. "Wir haben uns Mark zur Brust genommen", erklärte Christian Horner

London. Mark Webbers (Foto: dpa) knallharte Attacke auf Formel-1-Kollege Sebastian Vettel in Silverstone hat einen Richtungsstreit bei Red Bull ausgelöst. In einem Krisengespräch handelte sich der Befehlsverweigerer einen Tadel vom Teamchef ein. "Wir haben uns Mark zur Brust genommen", erklärte Christian Horner. Webber hatte am Sonntag beim Sieg des spanischen Ferrari-Fahrers Fernando Alonso beim Großen Preis von Großbritannien die Anweisungen missachtet und den auf Platz zwei fahrenden Vettel auf den Schlussrunden angegriffen.Rennstall-Besitzer Dietrich Mateschitz stellte sich hinter den Fahrer. Der Geldgeber schloss vertragliche Konsequenzen für den Australier aus. "Die Vertragsverlängerung mit Mark steht doch außer Zweifel", sagte der Österreicher. Er äußerte Verständnis für das Manöver von Webber. "Er wäre ein schlechter Rennfahrer, hätte er es nicht versucht", befand der Getränke-Milliardär. Teamchef Horner war ganz anderer Meinung. "Mark trieb Sebastian an seine Grenze und brachte beide an zwei Stellen völlig sinnlos in Unfall-Gefahr. Das geht nicht", schimpfte er. Der Brite hatte Webber zum Rapport in die Teamzentrale bestellt, zumal der öffentlich seine Befehlsverweigerung verteidigt hatte.

Der Routinier wehrt sich derweil vehement gegen die Rolle des Vettel-Adjutanten. "Ich kann mit dieser Situation nicht leben", betonte der 34-Jährige. Im Poker um eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags muss Webber dadurch bangen. "Wenn sie mich rauswerfen wollen, muss ich das akzeptieren", hatte er in den Tagen von Silverstone mit demonstrativer Gelassenheit auf Fragen zum Thema reagiert. "Wir werden Ende August zusammen eine Entscheidung treffen", sagte Horner - und fügte vieldeutig hinzu: "Jeder in der Boxengasse hat schon bei uns an die Tür geklopft. Wir haben Zeit." Das Anforderungsprofil des Teamchefs an den Vettel-Kollegen erfüllt Webber seit Silverstone jedenfalls nur noch zum Teil. "Er muss vorn mitfahren können und Harmonie ins Team bringen", erklärte Horner.

Mit der Harmonie ist es bei Red Bull vor dem Deutschland-Rennen am Nürburgring nicht mehr weit her. "Wir müssen uns auf das Wesentliche besinnen. Das ist eine wichtige Phase in der Weltmeisterschaft", warnte Vettel. Doch der WM-Spitzenreiter sieht sich mit immer wilderen Gerüchten um einen neuen Teamgefährten konfrontiert. dpa