Rettungsschwimmer Sebastian Walle aus Emmersweiler holt sieben EM-Medaillen

DLRG : Rettungsschwimmer Walle holt sieben EM-Medaillen

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Sebastian Walle strahlt über das ganze Gesicht. Der Schüler aus Emmersweiler ist mit sieben Medaillen von der Junioren-Europameisterschaft im Rettungsschwimmen aus dem italienischen Riccione ins Saarland zurückgekehrt. Zwei davon sind aus Gold. „Oben auf dem Treppchen zu stehen, die Hymne mitsingen. Das ist schon ein herausragendes Gefühl“, sagt der Zwei-Meter-Mann.

Den ersten Titel holte der 18-Jährige von der DLRG-Ortsgruppe Völklingen mit Marten Pätzold aus Leipzig in der Disziplin Leinenwurf. Ein Partner schwimmt mit der Leine bis zu einem bestimmten Punkt, der Kollege rollt die Leine ein, wirft sie zu und zieht den Partner zurück. „Nach dem Vorlauf lagen wir auf Platz drei“, erzählt Walle: „Im Finale ging es wie von Geisterhand. Als ich auf die Anzeigetafel geschaut habe, stand da: ,Germany 1‘. Wahnsinn.“

Wurde Titel Nummer eins im Becken eingefahren, holte Walle sein zweites Gold im Freiwasser. „Die Stimmung in der Halle war herausragend, es waren viele Zuschauer da. Am Meer waren es mehr Passanten, die sich aber für den Sport begeistern ließen.“ Nachdem die deutsche Mannschaft in den Tagen davor nicht alle Ziele erricht hatte, galt es, in der Rettungsstaffel alle Kräfte zu bündeln. Die Aufgabe: Sportler eins schwimmt bis zu einer Boje etwa 150 Meter vom Strand. Sportler zwei „rettet“ Sportler eins und bringt ihn zum Ufer, wo die Kollegen drei und vier ihn über die etwa 50 Meter entfernte Ziellinie tragen. „Im Wasser lagen wir auf Platz zwei, auf den letzten zehn Metern am Strand konnten wir die Italiener noch abfangen“, berichtet Walle.

Den höchsten persönlichen Wert hat für Walle wohl das Silber im „Super Lifesafer“. Hier schwimmt der Athlet 75 Meter Freistil, holt dann eine Puppe vom Beckenboden und schleppt sie zu einer festgelegten Markierung. Dort legt er Flossen an, schwimmt 50 Meter, wo die nächste Puppe mittels eines sogenannten Gurtretters weiterbefördert werden muss. „Es ist meine Paradedisziplin. Ich wollte unbedingt unter die ersten Fünf.“ Im Vorlauf war Walle mit neuer persönlicher Bestzeit Erster - 2:19,22 Minuten. „Im Finale war der Italiener dann schnell zwei Körperlängen weg. Auf den letzten 50 Metern habe ich nochmal alles rausgehauen und mit dem Anschlag Platz zwei gerettet.“ In persönlicher Bestzeit von 2:17,03 Sekunden.

Dafür gab es Lob von den Bundestrainern. „Sebastian hat eine beeindruckende Leistung abgeliefert“, sagte Teammanager Holger Friedrich, „sich auf den letzten Metern von Platz fünf auf Rang zwei zu kämpfen, hat extrem imponiert“.

Walles erster EM-Einsatz bei den Junioren ist aber gleichzeitig sein letzter. Die Altersgrenze ist erreicht. Ab der kommenden Saison muss er in der sogenannten „offenen Klasse“ antreten. „Ich werde mein Trainingspensum nochmal steigern müssen, um da mithalten zu können“, erklärt der Schüler der Saarbrücker Marienschule und berichtet von bis zu sechs Sekunden Zeitunterschied zwischen den weltbesten Junioren und der Weltspitze. „Jetzt geht aber zunächst einmal das Abitur vor. Danach schaue ich, wie es sportlich weitergeht. Der Übergang von den Junioren zur offenen Klasse dauert ohnehin in der Regel zwei Jahre“, sagt der 18-Jährige.

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