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Rennradtour: Das Minischwein

Rennrad-Tour : Das Saarland im Mini-Format

Wem die ersten drei Touren zu leicht waren, kommt heute auf seine Kosten: mit dem Mini-Schwein, das gleichzeitig auch ein Bio-Schwein ist.

Das Mini-Schwein ist eine abgespeckte Version des Saarland-Schweines, einer kompletten Saarland-Umrundung von über 300 Kilometer Länge. Da die Landesgrenze des Saarlandes an die Form eines Sparschweines erinnert, haben die Erfinder dieser Touren, Sebastian Giffhorn und seine Kollegen vom RSC Überherrn, den Namen Mini-Schwein gewählt. Beide Touren bietet der RSC auch an diesem Wochenende aus Anlass seines 40-jährigen Bestehens an. Das Saarland-Schwein wird von uns noch extra vorgestellt, heute fahren wir das Mini-Schwein. Aber Vorsicht: die „kleinere“ Variante ist mit 152 Kilometern Länge und 1450 Höhenmetern immer noch eine echte Herausforderung für Hobby-Rennradfahrer.

Wir starten am Sportplatz in Altforweiler und fahren zunächst in südlicher Richtung entlang der Industriestraße. Zunächst stören noch etwas Lärm und Abgase der Pkw und vor allem der Brummis, doch schnell geht es zwischen Spargelfeldern und Reiterhöfen vorbei Richtung Warndt. Nach vier flachen Kilometern bietet die Passage durch den schattigen Warndtwald vorbei am Warndtweiher ein stetes Auf und Ab.

Von Altforweiler geht’s zunächst Richtung Warndt. Foto: Künkeler

Typisch Saarland: Auf Wald folgt Industrie. Durch die von Kohle und Stahl geprägten Vororte Ludweiler und Geislautern Richtung Saar mit Blick auf das Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Wir queren die A 620, bleiben auf der westlichen Saarseite, folgen drei Kilometer auf dem Saar-Radweg bis zum Schanzenberg. Nun müssen wir einem schmalen Weg zwischen Leitplanken und altem Messegelände folgen, erreichen nach einem knappen Kilometer die Eisenbahn-Brücke über die Saar.

Foto: Künkeler

Der Radweg über die Brücke ist etwas abenteuerlich, nicht unbedingt geeignet für Menschen mit Höhenangst. Die metallenen Bodenplatten scheppern. Ein Erlebnis ist es allemal. Richtig anstrengend wird dann die folgende Passage durch den Verkehr der Saarbrücker City. Nur eine kurze Passage an der Saar durch den Bürgerpark ist eine schöne Abwechslung. Erst in der Scheidter Straße haben wir den City-Dschungel hinter uns gelassen, steigen jetzt zum Eschberg hoch.

Foto: Künkeler
Foto: Künkeler

Dann wieder rasant runter, am Scheidter Bach und am Rohrbach leicht ansteigend Richtung St. Ingbert. Das erste Drittel der Tour ist geschafft, die sportlichen Herausforderungen stehen aber noch bevor. Also eine gute Idee, in der St. Ingberter Fußgängerzone eine Kaffeepause einzulegen. Dann geht’s weiter nach Kirkel mit schönem Blick auf die Burg. Durchs Kirkeler Bachtal fahren wir nach Lautzkirchen.

Foto: Künkeler

Achtung: Hier empfehlen wir, direkt der Landstraße Richtung Blieskastel zu folgen. Der in der RSC-Tour gewählte Abzweig über Alschbach landet mitten im Wald. Der schottrige Weg bedeutet im Anstieg über den Buckel nach Blieskastel eine 500 Meter lange Schiebe-/Trage-Passage. Aber: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. Egal welchen Weg man wählt, die Hälfte der Tour ist gepackt – und die Barockstadt Blieskastel lohnt allemal einen Aufenthalt.

Foto: Künkeler

Frisch gestärkt geht’s weiter, nun kommen die richtigen Herausforderungen. Natürlich kann man auch dem Bliestal-Radweg absolut flach bis an die französische Grenze bei Saargemünd folgen. Wer genug Körner übrig hat, folgt der Original-Route, die links und rechts mehrere Anstiege mit sich bringt. Erst hinter Mimbach über den Kahlen Berg, dann in Bliesdalheim mit bis zu zwölf Prozent Steigung nach Walsheim. Über Gersheim und Niedergailbach geht’s nach Reinheim. Wir queren die Blies, folgen der Landstraße mit erneut zwölf Prozent Anstieg und können dort einen herrlichen Ausblick auf den Archäologiepark Bliesbrueck-Reinheim genießen.

Blick auf Reinheim: Solche schönen Panorama-Blicke bieten sich vor allem im Biosphären-Reservat häufig. Foto: Künkeler
Foto: Künkeler

Nun folgt das Mini-Schwein dem Saarland-Schwein ein gutes Stück entlang der Landesgrenze über Habkirchen, Rilchingen-Hanweiler, Kleinblittersdorf und Güdingen nach Saarbrücken. Diesmal umfahren wir die City, gelangen durch St. Arnual am südlichen Stadtrand vorbei zum Deutschmühlental, das uns zurück an die Saar führt. Leider müssen wir jetzt nochmal an der A 620 und den Messehallen vorbei, bevor wir den Saar-Radweg erreichen. Nun folgen wir dem Leinpfad bis nach Bous, zweigen hier ab nach Wadgassen ins Bisttal. Über Werbeln und Differten geht es zurück an den Startpunkt.

Auch wandern lässt sich in Reinheim. Der Termin ist notiert. Foto: Künkeler
Halbzeit der Tour in Blieskastel, Zeit für eine Stärkung. Foto: Künkeler

Fazit: Eine anspruchsvolle, weitgehend wunderschöne Tour durch Warndt und Bliesgau. Das Mini-Schwein kann man daher auch als Bio-Schwein bezeichnen, da der Schweinebauch durch das Biosphärenreservat führt. Nur der Schweinskopf ist auf dem Hinweg durch die Hauptstadt tierisch anstrengend.