Rennrad-Tour: Mitten drtuchs Saarland von Süd nach Nord

Rennrad-Tour : So schön ist das Saarland

Bei unserer zwölften Tour geht’s einmal quer durchs Land. Von Süd nach Nord – und von einem schönen Fleck zum nächsten.

Diese Tour ist das Pendant zu „Quer durchs Saarland“, der Tour von West (Niedaltdorf) nach Ost (Homburg). 75 Kilometer sind wir da geradelt, von Süd nach Nord sind es diesmal 71. Wir merken, wie schnell man auch mit dem Rennrad von der einen in die andere Ecke des Landes kommt. Und wie schön und hügelig das Saarland ist. Gut 1100 Höhenmeter bewältigen wir auf der Süd-Nord-Tour, die wir daher in die Kategorie schwer einstufen. Allerdings kann man vier Kilometer und 170 Höhenmeter sparen, wenn man den Aufstieg zum Schaumberg weglässt. Das sollte man sich aber reiflich überlegen, denn es ist der Höhepunkt dieser Tour!

Mitten durchs Saarland- Von Süd nach Nord. Foto: SZ/Müller, Astrid

Die Tour durchs ganze Land ist aber auch im Übrigen mit einigen Highlights gespickt: von der Industriegeschichte im Süden über den geometrischen Mittelpunkt bis zu den touristischen Sehenswürdigkeiten im Norden. Doch der Reihe nach: Wir starten im Süden von Saarbrücken bei unseren französischen Nachbarn. An der Schleuse bei Großbliedersdorff stellen wir unser Auto ab und steigen auf den Fahrradsattel. Beim flachen Einradeln auf dem Leinpfad entlang der Saar begegnen wir Radfahrern jeglicher Couleur, Joggern und Wanderern.

 Kurz nach dem ersten Anstieg: In Dudweiler erinnert der „Bergmann vor Ort“ an die Bergbau-Geschichte. Foto: Künkeler. Foto: Axel Künkeler

Um den Dschungel der Großstadt zu vermeiden, wechseln wir nach fünf Kilometern auf die rechte Saar-Seite nach Güdingen. Durch Brebach, Schafbrücke und Scheidt wird das Zentrum süd-östlich umfahren. Der erste kleine Anstieg am Uni-Gelände vorbei, durchs Meerwiesertal weiter nach Dudweiler. Hier erinnert uns die Skulptur „Bergmann vor Ort“ an den Kohle-Historie des Landes. Reale Überreste sehen wir wenig später nach dem Anstieg zur Dudweilerhöhe mit dem alten Förderturm an der Camphauser Straße.

Wenig später sehen wir den alten Förderturm bei Camphausen. Foto: Künkeler. Foto: Axel Künkeler

Nun geht es zwar kurz bergab, doch danach wartet eine heftige Rampe mit fast zehn Prozent Steigung. Hinter der A 623 geht es zwar erneut bergab, doch zu früh gefreut: In Fischbach beginnen zwei Kilometer Anstieg mit 140 Höhenmetern. Statt im City-Dschungel sind wir nun im Urwald des Saar-Kohlereviers und genießen die Natur und die schattigen Straßen. Leicht kupiert führt uns die Route fünf Kilometer bis nach Wahlschied, wo wir traumhafte Ausblicke über das mittlere Saarland erleben. Rasant runter nach Kutzhof, dort wartet der nächste Anstieg mit nahezu zehn Prozent.

Die Dorfkirche von Kutzhof haben wir beim Anstieg im Blick. Foto: Axel Künkeler

Nach der A 623 und der A 1 queren wir mit der A 8 bereits die dritte Autobahn – das Saarland hat eine hohe Auto(bahn)dichte. Mit dem Rennrad nähern wir uns der geometrischen Mitte des Landes, die bei Strecken-Kilometer 33 in Habach erreicht ist. Nun geht es wieder ordentlich runter nach Eppelborn, doch wenige Kilometer später folgt eine ganz heftige Steigung: bis zu 15 Prozent in Dirmingen, insgesamt 100 Höhenmeter auf 1,5 Kilometern. Dafür dürfen wir uns nun in weitgehend flachem Terrain bis Tholey acht Kilometer lang etwas ausruhen – und den „Hausberg des Saarlandes“ ins Visier nehmen.

Goldene Mitte: In Habach erreichen wir den geometrischen Mittelpunkt des Saarlandes. Foto: Axel Künkeler

Der 569 Meter hohe Schaumberg ist weithin sichtbar, der Weg nach oben mit dem Rennrad eine echte Herausforderung. Auf zwei Kilometern Anstieg geht es 170 Meter nach oben, über acht Prozent im Schnitt, in der Spitze sogar bis 15 Prozent Steigung. Oben werden wir erneut mit einem traumhaften Ausblick belohnt, erfrischen uns mit einem alkoholfreien Weizen in der neu eröffneten Schaumberg-Alm, bevor es frisch gestärkt wieder nach unten geht. Die Abfahrt verleitet zu schnellem Speed, doch angesichts der Wanderer und Autofahrer, die bis zu den Parkplätzen ganz oben fahren, sollte man vorsichtig sein.

Ab ins Wasser: Der Bostalsee lohnt immer einen kurzen Stopp – nicht nur zum Baden. Foto: Axel Künkeler
Nach mehr als 70 Kilometern haben wir das Ziel unserer Tour, Nohfelden, erreicht. Foto: Künkeler. Foto: Axel Künkeler

Die letzten knapp 20 Kilometer unserer Tour lassen wir es ohnehin gemütlich angehen. Bis zum Ziel bleibt es weitgehend flach, mit nur wenigen kurzen Anstiegen. Die schmucken Orte und die schöne Landschaft im St. Wendeler Land nehmen wir natürlich mit. Ein Stopp am touristischen Highlight des Landes, dem Bostalsee, ist obligatorisch. Ab Nohfelden mit der Regionalbahn oder ab Türkismühle mit dem Regional-Express, die beide stündlich fahren, geht es zurück nach Saarbrücken. Von dort fährt die Saarbahn Richtung Saargemünd, mit dem Rad an der Saar entlang geht’s aber genauso schnell zum Ausgangspunkt.