Rennrad-Tour im Saarland: Im Dreiländereck von Saarlouis nach Schengen

Rennrad-Serie : Zu den Höhepunkten im Dreiländereck

Von der Europastadt Saarlouis geht’s durch Frankreich zur „Wiege Europas“ und vorbei an Saarschleife und Losheimer Stausee wieder zurück. Eine Tour wie Europa selbst: schön, aber bisweilen auch anstrengend.

Diese Tour ist nur geeignet für wirklich gut trainierte Rennradfahrer. Profi muss man nicht sein, aber Ausdauer und Kondition braucht man schon für diese schwere Fahrt. Dafür bietet die Strecke eine abwechslungsreiche Landschaft und jede Menge Highlights – sowohl touristisch wie sportlich.

Rennradtour 9: Im Dreiländereck. Foto: SZ/Astrid Müller

Los geht es bei dieser Dreiländer-Tour in der Europastadt Saarlouis. Wir parken an der Stadtgartenhalle und erreichen von dort schnell den Radweg an der Saar, dem wir am Limberg vorbei bis Rehlingen folgen. Über Siersburg führt der erste Anstieg hoch auf den Saargau bis Gerlfangen. Im Auf und Ab der L 172 fahren wir entlang der schönen Landschaft an der deutsch-französischen Grenze über Oberesch bis Biringen, wo wir abbiegen nach Frankreich. Den alten Schlagbaum am Straßenrand sieht man kaum noch, Waldwisse ist schnell erreicht.

Schloss Malbrouck im französischen Manderen ist auch abseits unserer Radtour einen Abstecher wert. Foto: Künkeler

Weiter geht es über die D 64 durch schmucke französische Dörfer. In Manderen haben wir einen schönen Blick auf Schloss Malbrouck, das auch abseits unserer Tour einen Abstecher wert ist. Uns führt aber eine rasante Abfahrt nach Apach. Eine kurze, giftige Rampe im Ort, dann geht’s auch schon runter an die Mosel. Hier ist das Drei-Länder-Eck erreicht, hier stoßen Deutschland, Frankreich und Luxemburg zusammen. Über die Mosel-Brücke geht es nach Schengen, quasi die Wiege Europas. Hier erinnert ein sehenswertes Museum an das Schengener Abkommen. Eine Besichtigung lohnt allemal.

Malerisch: Nicht nur dieser Künstler genießt den Blick auf die Saarschleife. Auch auf unserer Tour genießen wir den kurzen Stopp. Foto: Künkeler

Flach an der Mosel, entlang der Weinberge hüben wie drüben, führt uns die Strecke anschließend nach Remich, das mit seinen Cafés zu einer Rast einlädt. Die Zeit sollte man sich nehmen, um Kraft zu tanken. Denn auf der deutschen Mosel-Seite wartet schon der nächste Anstieg: Hinter Nennig geht es hoch nach Tettingen-Butzdorf. Von dort weiter nach Orscholz, wo ein Abstecher zur Cloef und der berühmte Ausblick zur Saarschleife lohnen.

Losheim am Fuße des Hochwalds: Am Stausee lohnt es sich, eine Pause zu machen, entweder im nahen Brauhaus oder auf diesen Bänken. Foto: rup/Rolf Ruppenthal

Es folgt ein kurzes Auf und Ab, dann kommt schon bald die rasante Abfahrt mit zehn Prozent Gefälle am Keuchinger Berg hinunter nach Mettlach. Hier kann man es richtig laufen lassen, Tempo 60 und mehr. Dabei sollte man aber unbedingt auf den Autoverkehr der oft stark befahrenen L 176 achten. So verlockend der Speed in der Abfahrt, so verlockend sind auch die touristische, Höhepunkte und die Eis-Cafés, die in Mettlach zum erneuten Verweilen einladen.

Danach müssen wir allerdings wieder ein wenig klettern, erst bis nach Losheim und dann mit bis zu zwölf Prozent Steigung in Richtung Rissenthal. Vom höchsten Punkt geht es dann auf zwei Kilometern genauso steil runter ins Haustadter Tal. In Honzrath biegen wir ab nach Düppenweiler. Dort müssen wir uns an den Ausläufern des Litermonts nochmal etwas quälen, aber das Ziel unserer kleinen Europa-Tour haben wir nur wenig später erreicht. Über Nalbach und Saarwellingen geht es nach Saarlouis. Die Altstadt und die Kasematten sind nicht weit. Nach der anstrengenden Tour gibt es hier genügend Angebote zur Stärkung und Erfrischung.

Mehr von Saarbrücker Zeitung