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Rennfahrer zwischen den Kontinenten

Rennfahrer zwischen den Kontinenten

Homburg. Timo Bernhard (Foto: rup) überlegt. Dann sagt er: "Hmmm, 15 Mal." So oft fliegt er im Jahr über den großen Teich. Der Homburger ist seit zehn Jahren Werksfahrer bei Porsche. Für seinen Arbeitgeber fährt der 27-Jährige größtenteils Rennen in Kanada und den USA. Deshalb pendelt er zwischen Deutschland und Nordamerika - und lebt größtenteils aus dem Koffer

Homburg. Timo Bernhard (Foto: rup) überlegt. Dann sagt er: "Hmmm, 15 Mal." So oft fliegt er im Jahr über den großen Teich. Der Homburger ist seit zehn Jahren Werksfahrer bei Porsche. Für seinen Arbeitgeber fährt der 27-Jährige größtenteils Rennen in Kanada und den USA. Deshalb pendelt er zwischen Deutschland und Nordamerika - und lebt größtenteils aus dem Koffer. "Ich wohne, wenn ich drüben bin, in Hotels oder bei Bekannten. Eine feste Wohnung habe ich nicht", erzählt er: "Aber dieses Leben kenne ich ja von klein auf. So bin ich aufgewachsen. Mit zehn Jahren bin ich schon Kart-Rennen gefahren und war oft mit meinen Eltern unterwegs. Damals hat das angefangen."

Am Wochenende fängt für Porsche die Motorsport-Saison in den USA an. Der 24-Stunden-Klassiker in Daytona ist Auftakt der Grand-American-Serie mit zwölf Rennen in Kanada und den USA. Neun Porsche-Werksfahrer sind dabei. Auch Bernhard, der 2007 und 2008 mit Romain Dumas aus Frankreich im Porsche RS Spyder von Penske Racing die Prototypen-Klasse der American-Le-Mans-Serie gewann. Das Fahrer-Duo wechselte in die Grand-American-Serie und geht in Daytona in einem neuen, 450 000 Euro teuren Flitzer an den Start. Mit dem 510 PS starken Penske-Porsche-Riley mit 3,99-Liter-Sechszylinder-Motor fahren sie in der Prototypen-Klasse. Dritter Fahrer im Bunde für das 24-Stunden-Rennen ist der Australier Ryan Briscoe.

"Wenn man in ein neu entwickeltes Auto einsteigt, ist es etwas Besonderes, spielen Emotionen mit", erzählt Bernhard, der in Daytona 2003 mit einem 911 GT3 RS gewann. Er ergänzt schmunzelnd: "Ich gebe dem Wagen aber keinen Namen und rede auch nicht mit ihm."

Reden kann der Mann mit dem gefährlichen Beruf nach seinen Einsätzen selten mit seiner Freundin. Zu Rennen reist er ohne seine Katharina. Hat sie Angst um ihn? "Sie weiß, dass Autos und Strecken auf einem hohen Sicherheitsniveau sind", beschwichtigt der 27-Jährige, sagt aber: "Die Autos werden immer schneller, der Körper kommt an Grenzen." Daher legt er Jahr für Jahr im Training nach, macht sich körperlich fit.

Geistig regeneriert er, wenn er "zurück zu den Wurzeln" kommt: Er fährt zwischendurch Rallyes. Vater Rüdiger ist dann als Techniker oder Fahrer dabei. "Das ist dann wie früher bei einem Familienausflug. Das ist das Einzige, was mir im Profi-Sport fehlt", verrät Bernhard, der in diesem Jahr unter anderem bei der Litermont-Rallye starten will. "Beim Rallye-Fahren kann ich entspannen - und ich fahre nicht so risikoreich", sagt der Rennfahrer, der sich für 2009 vorgenommen hat, die Grand-American-Serie zu gewinnen und den Titel beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zu verteidigen. Dort siegte er 2006, 2007 und 2008 mit einem Manthey-Porsche 911 GT3 RSR. Für die Titelverteidigung muss er sich wieder in den Flieger setzen - und zwischen den Kontinenten pendeln.

Auf einen Blick

Die Grand-American-Serie: Daytona (24./25. Januar), Virginia (26. April), New Jersey (3. Mai), Laguna Seca (17. Mai), Watkins Glen (6. Juni), Mid-Ohio (20. Juni), Daytona (3. Juli), Birmingham (19. Juli), Watkins Glen (7. August), Montreal (29. August), Salt Lake City (20. September) und Miami (10. Oktober). mak