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Reinert will wieder nach oben

Reinert will wieder nach oben

Pirmasens/Gronig. Die Fußball-Oberliga Südwest entwickelt sich zu einer Wiederaufbereitungsanlage für Ex-Profis und Talente, die mal Profi werden wollen

Pirmasens/Gronig. Die Fußball-Oberliga Südwest entwickelt sich zu einer Wiederaufbereitungsanlage für Ex-Profis und Talente, die mal Profi werden wollen. Nachdem zum Beispiel Smail Morabit nach einem Gastspiel bei SF Köllerbach in der vergangenen Saison wieder in der Dritten Liga bei Rot-Weiß Erfurt anheuern konnte, wollen sich die früheren Jugend-Nationalspieler Kevin Feiersinger beim SVN Zweibrücken und neuerdings Sebastian Reinert beim FK Pirmasens über die fünfte Liga zurück ins Rampenlicht spielen. Reinert bestreitet morgen um 14.30 Uhr beim Südwest-Klassiker im Ellenfeld-Stadion sein zweites Spiel für seinen neuen Club - und trifft dabei auf einen Favoriten mit Startschwierigkeiten: Borussia Neunkirchen.

Das Passende war nicht dabei

"Es gab schon Anfragen, aber etwas Passendes war nicht dabei", sagt Reinert, der für den 1. FC Kaiserslautern 14 Erst- und 53 Zweitliga-Spiele bestritt und Anfang September von Regionalligist SF Lotte nach Pirmasens wechselte. "Bevor es so kommt wie in der vergangenen Saison, als ich nur ein halbes Jahr Einsätze sammeln konnte, will ich hier wieder regelmäßig spielen", ergänzt der Mittelfeldspieler, der sich in Pirmasens eigentlich nur fit halten wollte, dann aber von seinem ehemaligen Lauterer A-Jugendtrainer Michael Dusek, der jetzt den FKP trainiert, für ein Engagement gewonnen werden konnte. "Wir schauen uns aber weiter um in der Hoffnung, dass vielleicht mal irgendwas passiert. Dass ich wieder nach oben will, ist klar. Aber so, wie es aussieht, bleibe ich bis zum Winter auf jeden Fall in Pirmasens", erklärt Reinert.

Beim FKP trifft er nicht nur mit Dusek auf Bekannte. Fast das gesamte Mittelfeld des ambitionierten Oberligisten besteht aus Ex-Weggefährten des 24-Jährigen aus Gronig, wie beispielsweise dem Ex-Lauterer Thomas Riedl. "Mit der Integration gab es überhaupt keine Probleme. Ich habe mit fünf, sechs Spielern zusammen beim FCK gespielt. Wir müssen jetzt nur so schnell wie möglich zurück in die Erfolgsspur finden", sagt Reinert mit Blick auf zwei Niederlagen in Folge - und auf das Spiel in Neunkirchen.

Das Duell der Enttäuschten

Auch die Borussia hat ehemalige Erstliga-Spieler in ihren Reihen: Nico Patschinski und Catalin Racanel spielten mit dem FC St. Pauli in der Bundesliga. Patschinski will mit Neunkirchen genau wie Reinert mit Pirmasens zurück in die Erfolgsspur. "Das wird so ein bisschen das Duell der Enttäuschten", sagt der Stürmer: "Wir haben zwei Niederlagen auf unserem Konto aus Spielen, die wir hätten gewinnen können. Aber gut. Wir müssen den Karren jetzt selbst aus dem Dreck ziehen. Wenn der Rückstand zu Winterpause nicht mehr als zehn Punkte beträgt, ist da noch alles drin - und dann starten wir nochmal neu durch."

Aus Sicherheitsgründen werden morgen beim Spiel gegen Pirmasens weitere Teile des städtischen Ellenfeld-Stadions gesperrt sein. Wie Borussia Neunkirchen mitteilt, hat die Stadt "erneut erhebliche bauliche Mängel insbesondere im Bereich der Haupttribüne festgestellt". 2012 wird das Stadion 100 Jahre alt.

Zur Person

Sebastian Reinert wurde am 20. April 1987 in St. Wendel geboren. Er begann im Alter von fünf Jahren beim FC Gronig mit dem Fußballspielen. 1996 wechselte der Mittelfeldspieler zum 1. FC Kaiserslautern, bei dem er bis 2009 spielte. Der frühere Junioren-Nationalspieler brachte es auf 14 Bundesliga- und 53 Zweitliga-Spiele. Aufgrund von Verletzungen spielte er in Kaiserslautern zuletzt in der Regionalliga-Reserve. Reinert wechselte zu Drittligist SV Wehen (Saison 2009/2010). Danach war er vereinslos. Bei SF Lotte in der Regionalliga West spielte er von Dezember 2010 an. Seit August ist er beim Oberligisten FK Pirmasens.zen