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Regionalliga Südwest vor Rückrundenstart: SVE empfängt FCS im Saar-Derby

Regionalliga Südwest vor Rückrundenstart: SVE empfängt FCS im Saar-Derby

Am kommenden Wochenende startet die Regionalliga in die zweite Saisonhälfte – und das mit zwei Topspielen. Am Freitag empfängt der FC Homburg den Spitzenreiter Kickers Offenbach, am Samstag folgt das Derby zwischen Elversberg und Saarbrücken.

Seit sieben Wochen befindet sich Fußball-Regionalligist SV Elversberg in der Vorbereitung auf die restlichen 14 Spiele der Rückrunde. Sechs Tage vor dem ersten Ligaspiel gegen den 1. FC Saarbrücken fällt das Vorbereitungsfazit von SVE-Trainer Willi Kronhardt nahezu umwerfend aus. "Es ist wirklich alles reibungslos gelaufen. Alle Spieler sind fit und gesund, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagt Kronhardt, der seine Spieler mit einem harten Ausdauerprogramm bis an ihre körperlichen Grenzen forderte.

Den technischen und taktischen Schliff gab es in einem einwöchigen Trainingslager in der Türkei - und vergangene Woche folgte die positive Bestätigung für die Arbeit. Ein Laktat-Test lieferte laut Kronhardt bei allen Spielern "super Fitnesswerte ", und in den beiden letzten Testspielen ging die SVE als Sieger vom Platz. Gegen den SC Hauenstein gab es ein 3:1, am vergangenen Samstag gewann die SVE beim Oberligisten SV Röchling Völklingen mit 1:0. Antonyos Celik erzielte in der 89. Minute das Siegtor. Zwar war das Ergebnis zweimal knapp, das Spiel aber nicht. "Wir spielen seit Wochen auf hohem Niveau, nutzen aber unsere vielen Torchancen noch nicht konsequent. Das bekommen wir aber auch noch in den Griff", sagt Kronhardt.

Mit Max Nicu (Aris Limassol), Jan Nagel (Germania Halberstadt ), Sebastian Mannström (HJK Helsinki ) und Matthew Silva (SC Farense) verpflichtete die SVE in der Winterpause vier neue Spieler. Nicu (links), Mannström (zentral) und Nagel (rechts) bildeten in den beiden letzten Testspielen jeweils die offensive Mittelfeld-Achse. Mit Jeremy Karikari (zentral-defensiv) und Lukas Kohler (rechter Außenverteidiger) scheinen es noch zwei Reservisten aus der Hinrunde in die Startelf zu schaffen. Somit stünden fünf "Neue" unter den ersten Elf. "Wir haben 20 Spieler auf sehr hohem Niveau, und alle sind eingespielt. Die Aufstellung kann sich Woche für Woche ändern. Ich erwarte von jedem in diesem Konkurrenzkampf eine professionelle Einstellung", sagt Willi Kronhardt und erklärt: "Wir können unser Ziel Relegationsplatz nur erreichen, wenn wir alle zusammen halten."

Größte Überraschung der Vorbereitung ist der 23-jährige Jan Nagel, der auf der rechten Seite im Mittelfeld sehr gute Chancen auf einen Startelf-Platz hat. Ein Tor, zwei Vorlagen und ein herausgeholter Elfmeter in den Testspielen sprechen eine deutliche Sprache. "Ich sehe das sportlich. Natürlich will ich in die erste Elf, aber der Trainer muss entscheiden, wer an welchem Spieltag aufläuft. Da müssen wir uns einfach unterordnen", sagt Nagel, der begeistert vom Aufgebot ist. "Ich habe noch nie in einer Mannschaft mit so viel Qualität gespielt. Jeder kann richtig gut kicken, es macht unglaublichen Spaß."

Mit Christian Eggert könnte ein Stammspieler der Hinrunde auf der Bank landen. "Christian war die vergangenen Wochen leicht angeschlagen. Er hat aber in der Vorrunde gezeigt, dass er für die Mannschaft unersetzbar sein kann", sagt Kronhardt. Somit würde Matthias Cuntz die einzige bekannte Stammkraft im Mittelfeld bleiben. "Wir brauchen vielleicht ein paar Spiele, bis alles optimal passt, aber wir verstehen uns auf und neben dem Platz sehr gut. Zudem haben die Neuzugänge hohe Qualität", sagt Cuntz.

Noch mehr Ordnung auf dem Platz

FCS-Trainer Kilic ist mit der Vorbereitung rundum zufrieden - Positives Trainingslager

Fuat Kilic, der Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, sieht seine Mannschaft für den Auftakt gegen die SV Elversberg gut gerüstet. Vor allem im taktischen Bereich wurde beim FCS im Winter viel gearbeitet.

Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Saarbrücken. Der Kinderlärm im Hintergrund kann die hörbare Zufriedenheit in der Stimme nicht übertönen. "Hier ist Fuat Kilic", meldete sich am vergangenen Samstag der Chef-Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken am Telefon. "Drei Tage zuhause, noch einmal den Kopf frei bekommen und Kraft tanken für das, was jetzt vor uns liegt", schildert der 41-Jährige den Plan für das verlängerte Wochenende mit der Familie in Köln. Aber er gesteht auch: "Wenn ich alleine bin, mache ich mir schon Gedanken für die kommende Woche."

Die Eindrücke aus dem Trainingslager in der Türkei, das am vergangenen Donnerstag zu Ende ging, sind frisch. Und sie sind durchweg positiv. "Trainingslager sind keine Spaßveranstaltungen oder Wohlfühloasen, sondern harte Arbeit. Aber die Mannschaft hat das sehr gut angenommen. Gerade die Führungsspieler haben vieles selbstständig organisiert. So kam keine Spur von Lagerkoller auf", erzählt Kilic und beschreibt seine Rolle: "Ich war nicht der Oberaufpasser, dazu ist das Vertrauensverhältnis zu gut. Es gab auch disziplinarisch nicht einen einzigen Vorfall. Aber als Trainer bist du 24 Stunden am Tag gefragt, und jeder Plan ist nur so gut, wie er auch flexibel ist."

Vom organisatorischen zum inhaltlichen Teil. Nach den vor allem wettertechnisch schwierigen ersten Wochen der fast zweimonatigen Vorbereitung konnte in Belek vor allem im technischen und taktischen Bereich gearbeitet werden. Mit Dominik Rohracker war ja auch nur ein echter Neuzugang zu integrieren. "Felix Luz ist quasi der zweite Neue. Er hat enorm viel Spaß und Emotionen hinein gebracht", freut sich Kilic über die Rückkehr des langzeitverletzten Angreifers. "Wir haben auch in den Tests probiert, Matthew Taylor und Felix nebeneinander einzusetzen. Es ist eine weitere Option."

Dass Kilic vom bevorzugten 4-2-3-1-System abrückt, ist - trotz eines Dreierpacks von Luz beim 6:0-Testspiel-Erfolg über die U21 des FC Zürich - allerdings nicht zu erwarten. "Vor allem im Spiel gegen den Champions-League-Teilnehmer Roter Stern Belgrad haben die gefestigten Handlungsmuster und Automatismen gegriffen, und wir konnten die Partie offen gestalten", berichtet Kilic von den taktischen Fortschritten seiner Truppe. "Trotz der individuellen Klasse des Gegners hatten wir eine deutlich verbesserte Ordnung."

Doch es gibt auch Sorgen: Rufat Dadashov, nach Luz und Taylor dritter Stürmer des FCS, ist verletzungsbedingt erst gar nicht mit in die Türkei gereist. Mittelfeldspieler Lukas Kiefer muss wegen einer Virusinfektion noch voraussichtlich zwei Wochen pausieren, und Abwehrchef Peter Chrappan konnte nach seiner Leisten-Operation auch in Belek nur dosiert trainieren. "Wir sind optimistisch, dass wir ihn bis zum Elversberg-Spiel am kommenden Samstag fit bekommen", sagt Kilic. Doch auch er weiß: "Alle Mannschaften hatten fast drei Monate Zeit, sich auf die restlichen Spiele vorzubereiten. Jetzt gilt es, Ergebnisse einzufahren." Die sind auch nötig, denn das von FCS-Präsident Hartmut Ostermann ausgegebene Ziel ist schließlich nicht weniger als der Wiederaufstieg.