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Quo vadis, Regionalliga-Reform?
Führt der Weg in Richtung vier statt fünf Staffeln?

Der Wormser Geschäftsführer Giuseppe Lepore saß für die Regionalliga Südwest in der Kommission.
Der Wormser Geschäftsführer Giuseppe Lepore saß für die Regionalliga Südwest in der Kommission. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Die DFB-Kommission zur Regionalliga-Reform hat ein Ergebnis erarbeitet. Am 7. Dezember berät der Verband. Saar-Clubs sehen das Thema unterschiedlich. Von Patric Cordier

Die „Regionalliga-Reform steht vor dem Scheitern“ – so hieß es am Montag in einem Bericht des „kicker“. Demnach sei die Kommission, die eine Aufstiegsregelung für die vierthöchste Fußball-Spielklasse für die Jahre nach 2020 erarbeiten sollte, aufgelöst worden, ohne einen Konsens gefunden zu haben.


„Wir haben in der Kommission ein Ergebnis erzielt und es an den DFB weitergeleitet. Der wird es Anfang Dezember in seiner Präsidiumssitzung besprechen und dann veröffentlichen“, erklärte dagegen Giuseppe Lepore. Der Geschäftsführer des VfR Wormatia Worms saß als Sprecher der Vereine der Regionalliga Südwest in besagter Strukturkommission. Die DFB-Sitzung wird am 7. Dezember sein. Lepore: „Wir haben unsere Arbeit getan, es wird Stand jetzt keine weiteren Treffen mehr geben. Ich werde mich aber an unsere Vereinbarung halten und keine Inhalte vorab preisgeben.“

Laut „kicker“ sollen die Meister der Regionalligen Südwest und West künftig sicher aufsteigen, die Meister der Staffeln Nord, Nordost und Bayern zwei weitere Aufsteiger untereinander ermitteln. Nach dem zweijährigen Übergangsmodell mit vier Aufsteigern aus fünf Staffeln sollen angeblich ab 2020 die Clubs der Regionalligen Nord, Nordost und Bayern auf zwei Staffeln verteilt werden. Also vier statt fünf Staffeln. „Ich bin zufrieden, was die Belange der Regionalliga Südwest angeht. Wir hatten in der Managertagung besprochen, dass der Meister aufsteigen muss und der Zuschnitt der Liga erhalten bleiben soll“, sagte Lepore.



Die saarländischen Regionalligisten sehen die Diskussion unterschiedlich. „Wir haben im Tagesgeschäft derzeit andere Sorgen als die zukünftige Aufstiegsregelung“, sagte Ole Book, der Sportchef der SV Elversberg: „Vier Ligen mit dann vier festen Aufsteigern wäre doch für jeden die offensichtlichste Lösung.“ Das sieht Herbert Eder, der Vorsitzende des FC Homburg, allerdings anders. „Drei Regionalligen mit je einem Aufsteiger“, forderte Eder und begründete: „Wenn man professionellen Fußball möchte und den Abstand zur 3. Liga nicht zu groß werden lassen will, ist das absolut in Ordnung. Wer nicht in eine Liga gehört, sollte wegbleiben. Wenn man sieht, wie einige Vereine nicht nur ihr finanzielles Umfeld gestalten, hat das mit Professionalität wenig zu tun. Die Auflösung der Kommission war für mich verfrüht.“

Auch Marcus Mann hält alleine die Reduzierung der Regionalligen für den einzig sinnvollen Weg. Der sportliche Leiter des 1. FC Saarbrücken sieht nun die Verbandsspitze in der Verantwortung: „Jeder außer­halb des Nordostens und von Bayern sieht, dass diese Ligen keinen eigenen Startplatz brauchen. Da muss der DFB jetzt einfach mal eine Entscheidung treffen, auch wenn es dabei den ein oder anderen Verlierer geben wird. Ansonsten wird das eine unendliche Geschichte.“

Es ist eine Geschichte, in der auch persönliche Eitelkeiten eine besondere Rolle spielen. Die von DFB-Vizepräsident Rainer Koch beispielsweise, der als Chef des Bayerischen Fußball-Verbands für den Regionalliga-Status seiner Bayernliga kämpft – und nach Meinung vieler das Amt des DFB-Präsidenten anstrebt. „Er redet wieder mit mir, obwohl ich gegen ihn gestimmt habe“, sagte Franz Josef Schumann, der Präsident des Saarländischen Fußball-Verbandes: „Ich hätte die Bayernliga geopfert. Aber bei dem Modell, Bayern und Thüringen miteinander zu einer Liga zu verbinden, wurde auch mit politischem Druck aus den neuen Bundesländern gerechnet.“ Im September 2019 soll der DFB-Bundestag über die künftige Regelung abschließend entscheiden.