Regionalliga: 1. FC Saarbrücken trennt sich von Trainer Dirk Lottner

Kostenpflichtiger Inhalt: Regionalliga Südwest : FCS trennt sich von Lottner

Trainer des 1. FC Saarbrücken muss nach zweiter Niederlage im dritten Spitzenspiel gehen. Wohl kritische Stimmen in der Mannschaft.

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Der 1. FC Saarbrücken trennt sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Dirk Lottner (47). Das gab der Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Südwest an diesem Montagabend bekannt. Der Verein reagierte damit auf die zuletzt ganz schwachen Auftritte der Mannschaft. Die Entwicklung der letzten Wochen und das Auftreten der Mannschaft in den vergangenen Punktspielen habe das Präsidium zu der Erkenntnis gelangen lassen, dass man diesen Schritt nun noch vor Weihnachten vollziehen müsse.

„Wir bedauern das sehr. Aber über allem steht der Erfolg des 1. FC Saarbrücken“, sagte Vize-Präsident Dieter Ferner. Es ginge um nicht weniger als die Verteidigung der Tabellenspitze bis zum letzten Spieltag: „Diesem Ziel ist alles unterzuordnen. Und genau dies sehen wir extrem in Gefahr durch die Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit.“

Acht Punkte Vorsprung hatte der FCS sich mit meist effektivem, selten begeisterndem Fußball in dieser Saison bereits erspielt. Dazu kam die Sensation gegen den 1. FC Köln, durch die der FCS im Achtelfinale des DFB-Pokals steht. Dann kam der desolate Auftritt beim 0:3 beim schärfsten Verfolger SV Elversberg.

Auch die Heimsiege über den FC Homburg (2:1) und den FK Pirmasens waren wenig überzeugend. Bei der 0:1-Niederlage am Samstag beim TSV Steinbach Haiger räumte Lottner selbst der Mannschaft einen ängstlichen Auftritt ein. Ferner war Augenzeuge des Spiels und wahrscheinlich auch Ohrenzeuge. Seit längerem soll es in Mannschaftskreisen kritische Stimmen gegenüber dem Trainerteam geben. Das ist bei einem großen Kader nicht ungewöhnlich. Es gibt immer unzufriedene Spieler mit nach ihrer Meinung zu wenig Einsatzzeit. Zuletzt sind die Stimmen aber wohl lauter geworden und haben auch die Taktik betroffen.

Mit Lottner wurde auch sein Co-Trainer Robert Roelofsen von allen Aufgaben entbunden. „Es ist eine Entscheidung, die uns besonders vom Menschlichen her schwergefallen ist“, sagt FCS-Sportdirektor Marcus Mann, der gemeinsam mit Frauen-Trainer Taifour Diane die Mannschaft auf das letzte Spiel des Jahres am Samstag gegen Rot-Weiß Koblenz (14 Uhr in Völklingen) vorbereiten wird. Mann weiter: „Wir hatten bis zuletzt die Hoffnung, dass wir in dieser Konstellation mit Dirk weitermachen können. Darum gab es auch keine Überlegungen und schon gar keine Gespräche über und mit potenziellen Nachfolgern. Die Winterpause ist lang genug.“

Lottner war im Sommer 2016 Cheftrainer in Saarbrücken geworden. Seine Aufgabe war von Anfang an klar: Aufstieg in die 3. Liga. Dazu hatten ihm Sportdirektor Mann und das Präsidium personell und strukturell alle Möglichkeiten eröffnet.

Im ersten Jahr Vierter, wurde der bei vielen Fans sehr beliebte Lottner zwar in der darauffolgenden Spielzeit Meister, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen unglücklich am TSV 1860 München. Schon danach gab es Diskussionen um Lottners Verbleib, die erst FCS-Boss Hartmut Ostermann mit einem Machtwort beendete. Vergangene Saison war Meister SV Waldhof Mannheim trotz eines deutlich geringeren Etats sportlich eine Klasse für sich.

Lottner holte in 148 Spielen beeindruckende 2,18 Punkte im Schnitt. Viel, aber eben nicht genug für das große Ziel. Das will der FCS nun ohne „Lotte“ erreichen. Wie das gelingen soll, wird sicher auch ein zentrales Thema der Jahreshauptversammlung am nächsten Montag (19 Uhr).