| 20:24 Uhr

Ski alpin
Rebensburg im Weltcup-Glück

Viktoria Rebensburg zeigt ihre kleine Kristallkugel.
Viktoria Rebensburg zeigt ihre kleine Kristallkugel. FOTO: dpa / Marco Trovati
Are. Die deutsche Skirennfahrerin ist die Beste in dieser Saison im Riesenslalom.

Viktoria Rebensburg stand mit schneebedeckter lila Mütze im Zielraum von Are, ein eisiger Wind pfiff ihr um die Nase – doch das störte sie nicht im Geringsten. Nach der Absage des letzten Weltcup-Riesenslaloms hielt sie überglücklich die kleine Kristallkugel in den Händen, der Lohn für eine schwierige Saison mit vielen Höhen und dem Tief bei den Olympischen Winterspielen.


„Das bedeutet mir sehr viel“, sagte Rebensburg: „Sportlich betrachtet ist die Kugel das Größte, was es in unserem Sport zu gewinnen gibt.“ Sogar Fußball-Weltmeister Philipp Lahm verneigte sich vor ihr. „Herzlichen Glückwunsch zu einer klasse Saison“, schrieb er bei Twitter.

„Viktoria ist die verdiente Siegerin, da gibt es keinen Zweifel, das wird durch die Absage nicht geschmälert. Sie war die beste im Riesenslalom“, sagte der deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier über seine „Podiums-Killerin“, die allein acht der 19 Podestplätze der deutschen Alpinen im Olympia-Winter holte. Das reichte in ihrer Paradedisziplin zu 92 Punkten Vorsprung auf die Französin Tessa Worley, dank denen sie den dritten Gesamtsieg im Riesenslalom nach 2011 und 2012 feiern konnte.

Diese dritte Kugel sei „etwas ganz Besonderes“, sagte Rebensburg. Zum einen, „weil es eine Zeit gedauert“ habe seit der zweiten. Zum anderen, „weil ich weiß, welch harte Arbeit dahinter steckt. Deshalb ist es echt richtig schön.“ Außerdem gehöre zu diesem Erfolg eine gewisse Konstanz, die Rebensburg mit ihren drei Siegen und drei zweiten Plätzen seit Oktober gezeigt hat, „es ist nicht nur ein Rennen, bei dem alles zusammenpassen muss“. So wie bei Olympia in Südkorea, wo sie unglückliche Vierte geworden war.

Alpindirektor Wolfgang Maier dagegen ärgert sich noch immer „extrem“ über die medaillenlosen Winterspiele in Pyeongchang. Im Weltcup habe seine Mannschaft um Rebensburg und Shootingstar Thomas Dreßen „ein Highlight nach dem nächsten gezündet, viele historische Ergebnisse erzielt, obwohl unsere Galionsfigur Felix Neureuther und auch Stefan Luitz ausfielen“, sagte er, „aber bei Olympia werden wir Vierte und Fünfter“.