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Fußball-WM 2018 in Russland
Reals Attacken kommen zur Unzeit

Reals Präsident Florentino Perez mit Julen Lopetegui, bis Mittwoch noch Nationaltrainer.
Reals Präsident Florentino Perez mit Julen Lopetegui, bis Mittwoch noch Nationaltrainer. FOTO: dpa / Enrique de la Fuente
Sotschi/Madrid. Der Knatsch mit dem spanischen Verband um Trainer Lopetegui geht weiter.

Allein die Ansetzung war ein weiterer Affront. Spaniens Nationalteam hatte sich in Sotschi gerade ein letztes Mal vor dem WM-Auftakt der Presse präsentiert, da bat Real Madrid nahezu zeitgleich in der spanischen Hauptstadt zur Vorstellung von Julen Lopetegui. Doch damit nicht genug. Was am späten Donnerstagabend folgte, war eine Aneinanderreihung von Vorwürfen in Richtung der spanischen Verbandsspitze.


Die Aussagen des einflussreichen Clubpräsidenten Florentino Perez und des Trainers, der bis Mittwoch noch spanischer Nationaltrainer war, bergen eine Menge Zündstoff. Der könnte im Lager des Weltmeisters von 2010 um Interimstrainer Fernando Hierro auch nach dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) weiteren Ärger heraufbeschwören. „Es gibt kein einziges Argument, das rechtfertigt, dass Julen nicht auf der Bank der Nationalmannschaft sitzt“, sagte Perez in scharfem Tonfall. Es gebe dafür keinen Präzedenzfall in der Geschichte des Fußballs, in der ein Gebaren wie das von Real und Lopetegui als Illoyalität ausgelegt worden sei. Der Bauunternehmer sprach von einem „absurden Akt falsch verstandenen Stolzes“. Lopetegui sei um seinen Traum betrogen worden.

Auch Lopetegui hätte es gefreut, wenn Verbands-Chef Luis Rubiales „anders gehandelt hätte“, sagte er und nannte den Tag seiner Demission den „traurigsten Tag meines Lebens seit dem Tod meiner Mutter“. Sergio Ramos, Kapitän der Nationalmannschaft und bei Real, soll laut spanischen Medienberichten sogar beinahe handgreiflich gegen Rubiales geworden sein.