Real Madrid nach 1:4 gegen Ajax Amsterdam aus Champions League raus

Champions-League-Aus durch 1:4 gegen Ajax : Der Gigant Real Madrid fällt auseinander

Titelverteidiger scheidet im Achtelfinale der Champions League durch 1:4-Heimpleite gegen Amsterdam aus.

Die Ära der Galaktischen endete in einer traumatischen Demontage, Real Madrid verfiel in kollektive Depression: Toni Kroos und die Superstars der Königlichen, die Regenten der Champions League, schritten gedemütigt, rat- und kraftlos vom Rasen des Estadio Santiago Bernabéu. Der Titelverteidiger und Rekordsieger – blamabel ausgeschieden im Achtelfinale der Champions League. 1011 Tage nach dem ersten von drei Champions-League-Titeln nacheinander wurde Real am Dienstagabend von den jungen Wilden von Ajax Amsterdam vorgeführt. Das 1:4 (0:2) unter der Leitung von Schiedsrichter Felix Brych markierte die höchste Europapokal-Heimpleite Madrids und nach dem 2:1 im Hinspiel das sensationelle vorzeitige Aus.

Erstmals seit 2010 steht der stolze Club aus der spanischen Hauptstadt nicht unter den letzten Acht der Königsklasse. Die Fans machten ihrem Frust lautstark Luft, die Presse ging mit Real hart ins Gericht. „So fällt ein Gigant auseinander“, schrieb die clubnahe Marca von Reals „schlimmster Champions-League-Pleite der Geschichte“.

„Mit Voetbal totaal 3.0“, begeisterte Ajax ein „halluziniertes Publikum“, schwärmte dagegen „de Volkskrant“. Die holländischen Fans hoffen, dass die Generation der Ajax-Profis um Matthijs de Ligt (19), Frenkie de Jong (21) oder den entfesselt aufspielenden Dusan Tadic (30) die Henkeltrophäe des Champions-League-Siegers nach dem bislang letzten Triumph 1995 wieder ins Oranje-Land holen kann. „Das war nah an der Perfektion“, schwärmte Ajax-Trainer Erik ten Hag nach den Toren von Hakim Ziyech (7.), David Neres (18.), Dusan Tadic (62.) und Lasse Schöne (72.).

Für Real war es der traurige Tiefpunkt einer ruinösen Woche, in der Real Champions League, Pokal und Meisterschaft verspielte – und zudem zweimal vor heimischer Kulisse den Clasico gegen den Erzrivalen FC Barcelona verlor. In der Copa del Rey war im Halbfinale Endstation, in La Liga beträgt der Rückstand kaum aufzuholende zwölf Punkte.

Trainer Santiago Solari (42), seit Oktober 2018 im Amt, schloss einen Rücktritt aber aus. Seine Tage dürften dennoch bald gezählt sein. Dass sich Ex-Coach José Mourinho aus der Ferne bereits selbst ins Gespräch brachte, passt ins Bild. Als schwerwiegend erwies sich der Abgang von Superstar Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin. Als Führungsspieler und Torgarant war der fünfmalige Weltfußballer nicht zu ersetzen.

Spätestens im Sommer wird Real einen Umbruch einleiten müssen. Die Zukunft gehört Spielern wie dem brasilianischen Supertalent Vinicius Junior, dem 2014er-Weltmeister Kroos droht trotz Vertrag bis 2022 hingegen das Nachsehen. Nach einer abermals schwachen Vorstellung des Mittelfeldspielers stürzte sich Spaniens Presse auf Kroos. „Es tut weh“, sagte Kroos kleinlaut und selbstkritisch, er sprach von „fehlender Konstanz“ im Team.