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Rath stürmt in Götzis zu neuer Bestleistung

GÖTZIS. Die Neu-Saarbrückerin knackt beim Mehrkampf-Meeting in Österreich wie Carolin Schäfer die WM-Norm. kai/sid

Was für ein Auftakt in der Zusammenarbeit mit Bundestrainer Uli Knapp aus Kirkel: Claudia Salman-Rath, seit zwei Wochen im Saarland zuhause, hat beim Mehrkampf-Meeting im österreichischen Götzis die WM-Norm im Siebenkampf und nebenbei sogar im Weitsprung geknackt - und sich mit persönlicher Bestleistung von 6580 Punkten in der Weltspitze etabliert.


Nach einem starken ersten Tag setzte die 31-jährige Rath, die an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken wohnt, aber vorerst weiter für die LG Eintracht Frankfurt startet, zunächst im Weitsprung ein Ausrufezeichen. Mit 6,86 Metern erzielte sie die zweitbeste jemals gesprungene Weite im Mehrkampf-Mekka in Götzis. Mit dieser Freiluft-Bestmarke bestätigte Rath auch ihre Bronzemedaille bei der Hallen-EM in Prag (6,94 Meter). Mit dieser Leistung hätte Rath auch im Weitsprung-Feld der WM Finalchancen. Der Fokus liegt aber vorerst auf dem Siebenkampf, den die Neu-Saarbrückerin mit einer Bestleistung über 800 Meter (2:05,54 Minuten) abschloss.

Noch besser aus deutscher Sicht war in Götzis Carolin Schäfer. "Einfach grandios, damit hat keiner gerechnet", sagte die 25-jährige Frankfurterin, nachdem sie ihre bisherige Bestleistung um 279 Zähler auf 6836 Punkte verbessert hatte. Schäfer musste sich am Ende nur der erst 22 Jahre alten Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (7013) geschlagen geben. Die Belgierin knackte als erst vierte Frau der Geschichte die magische 7000-Punkte-Marke und verfehlte den Europarekord der Schwedin Carolina Klüft nur um 19 Zähler.



Schäfer liegt nach ihrer Gala nun auf Rang fünf der ewigen deutschen Bestenliste und gehört nach den Rücktritten von London-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Jessica Ennis-Hill (Großbritannien) sowie Brianne Theisen-Eaton (Kanada) nun zu den Favoritinnen auf eine Medaille bei der WM im August. "In London ist mit mir zu rechnen. Ich kann zulegen", sagte Schäfer.

Bei den Männern schafften Rico Freimuth (8365 Punkte) und Matthias Brugger (8294) die WM-Qualifikation (8100) souverän. Der Kanadier Damien Warner feierte mit 8591 Punkten seinen dritten Zehnkampf-Sieg in Götzis. Der Deutsche Leichtathletik-Verband legt das deutsche WM-Aufgebot nach dem Qualifikations-Meeting in Ratingen fest (24./25. Juni).