Rastpfuhl scheidet aus: Teilnehmer des Hallenmasters 2020 stehen fest.

Hallenfußball : Eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Sieben Vereine, aber nur noch vier freie Plätze. Das war die Ausgangslage vor den letzten Qualifikations-Turnieren fürs Hallen-masters. Mettlach, Wiesbach, Diefflen und Köllerbach schafften es. Ein Team, das am Samstag jubelte, musste am Sonntag leiden.

Turnier des SV Auersmacher (65 Wertungspunkte):

Es war ein versöhnlicher Abschluss des Hallenwinters für den SC Hal­berg Brebach und den SV Saar 05. Beide Vereine konnten sich zwar nicht fürs Mastersfinale qualifizieren, waren aber beim Turnier des SV Auersmacher mit Abstand die beiden besten Mannschaften. Im Finale behielt Brebach denkbar knapp mit 4:3 die Oberhand. „In den Finalspielen gehört immer auch etwas Glück dazu. Das war heute auf unserer Seite. Es tut gut, so ein großes Turnier zum Abschluss gewonnen zu haben“, sagte Sascha Arand, der für Brebach im Finale zwei Tore erzielte. Mit 65 Wertungspunkten war das 36. Kurt-Doub-Gedächtnisturnier das größte des letzten Wochenendes. Etwa 1000 Zuschauer kamen an beiden Tagen in die Spiel- und Sporthalle Kleinblittersdorf.

Das Spiel um Platz drei gewann Gastgeber Auersmacher gegen den Oberligisten SV Röchling Völklingen mit 3:1. Beide Mannschaften hatten das Ticket für das Mastersfinale bereits sicher in der Tasche. „Der dritte Platz geht in Ordnung. Wir müssen eingestehen, dass Saar 05 im Halbfinale einfach besser war“, sagte SVA-Trainer Jan Berger, der zwar mit seiner stärksten Hallenmannschaft antrat, aber sah, dass zwei Wochen vorm Masters beim Titelverteidiger noch etwas Sand im Getriebe ist.

Bei einem Turniersieg hätten der SV Bliesmengen-Bolchen und die Spvgg. Quierschied noch zum Masters fahren können, doch beide Teams schieden vorzeitig aus. Etwas unschön verabschiedete sich der FSV Jägersburg II. Die Jägersburger hatten zwar souverän die Zwischenrunde erreicht, sagten am Sonntag jedoch eine Stunde vor Beginn ihre Teilnahme ab. Als fairstes Team wurde der SV Saar 05 II ausgezeichnet, Lars Anton vom SV Saar 05 I wurde mit 18 Toren bester Torschütze des Turniers.

Turnier des FC Hertha Wiesbach (59 Wertungspunkte)

Der FC Hertha Wiesbach hat seine Chance genutzt und sich mit dem Turniersieg beim 25. Möbel-Arop-Cup auf der Zielgeraden noch für das Finalturnier des 28. Volksbanken-Hallenmasters qualifiziert. Mit 29,5 Punkten für den Turniersieg sprang die Hertha auf Platz fünf der Abschlusstabelle. Nach dem 4:1 Endspielsieg am Sonntag in der Hellberghalle gegen Hellas Bildstock hatte aber auch die unterlegene Mannschaft Grund zur Freude. Mit Platz zwei in Eppelborn beendete Bildstock die Qualifikationsserie mit 182,65 Punkten auf Tabellen-Platz eins – und das als Verbandsligist und klassentiefster Verein aller acht Finalteilnehmer. Zudem stellte Hellas mit Manuel Zimmer den besten Turnierspieler. Bester Torjäger war Eppelborns Murat Adeguezel mit 13 Treffern.

Im ersten Halbfinale hatte sich Wiesbach gegen Borussia Neunkirchen durchgesetzt (4:2), danach besiegte Bildstock den FV Eppelborn (3:2). Die Gastgeber steckten die Halbfinalniederlage aber gut weg und gewannen das Spiel um Platz drei gegen den Ligakonkurrenten aus Neunkirchen mit 6:3. Im Endspiel stand es bis drei Minuten vor Schluss 1:1, ehe die Hertha noch drei Treffer erzielte. Mit Wiesbach, Bildstock und Eppelborn sind somit die ersten drei des Eppelborner Turniers auch beim Mastersfinale dabei.

Turnier des SSV Pachten (57 Wertungspunkte):

Dramatik pur im Kampf um die Masters-Tickets beim „Luca’s-Bewegung-Cup“ der SSV Pachten in Dillingen. Saarlandligist SF Köllerbach erlebte dabei eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Zunächst verloren die Köllerbacher das erste Viertelfinale gegen Landesligist SV Hülzweiler überraschend mit 3:4 nach Siebenmeterschießen. Die Masters-Teilnahme wackelte.

Keine 60 Minuten danach konnten die Sportfreunde aber jubeln. Weil Konkurrent Bliesmengen in Auersmacher ausschied – und weil Konkurrent FC Rastpfuhl in Dillingen ebenfalls spektakulär strauchelte. Der Verbandsligist verlor sein Viertelfinale gegen Oberligist FV Diefflen mit 10:11 nach Siebenmeterschießen. Der große Pechvogel war Torwart Robin Scheid, der als Schütze ran musste und an der Latte scheiterte.

Zuvor hatte der FC in der regulären Spielzeit 3:0 geführt, ehe Diefflen auf 2:3 herankam. Als Rastpfuhls Spielertrainer Christian Puff 46 Sekunden vor Schluss auf 4:2 erhöhte, schien eigentlich alles klar. Doch mit einem Doppelpack binnen 25 Sekunden glich Diefflens Fabian Poß zum 4:4 aus und rettete sein Team ins Siebenmeterschießen. Dort unterlag Rastpfuhl – und der Traum vom Masters platzte. „Die Enttäuschung ist groß“, meinte Puff kopfschüttelnd. „Wir hätten das 4:2 cleverer verwalten können, aber Diefflen hat auch einfach eine brutale Qualität.“ Köllerbach jubelte dagegen. „Ich bin einfach nur froh. So ein Auf und Ab der Gefühle habe ich selten erlebt“, sagte SF-Trainer Dogan Coskun.

Nach der Dramatik im Viertelfinale blieb auch das Finale lange spannend. Diefflen verspielte gegen Regionalligist SV Elversberg zunächst eine 2:0-Führung. Dann brachte Chris Haase mit seinem 25. Turniertreffer den FV wieder mit 3:2 in Führung. Lukas Kölsch erhöhte auf 4:2. Der 3:4-Anschlusstreffer der SVE durch Marvin Wollbold kam zu spät.

„Hier waren viele Mannschaften auf Masters-Niveau. Deshalb war das für uns eine gelungene Generalprobe“, erklärte Haase strahlend.

Turnier des FC Riegelsberg (39 Wertungspunkte):

Am Samstagabend war aus Sicht des FC Rastpfuhl noch alles in bester Ordnung. Das Team hatte wie im Vorjahr den Prowin-Cup des FC Riegelsberg gewonnen. Im Finale schlugen die Rastpfuhler den Hauptkonkurrenten im Kampf ums Mastersfinale, die SF Köllerbach, klar mit 3:0. Damit sicherte sich der Verbandsligist die Hälfte der 39 Wertungspunkte und machte einen großen Schritt Richtung Mastersfinale. Doch Trainer Mirza Mehmedovic hatte da schon eine böse Vorahnung. „Wir haben in diesem Winter einfach zu viele Punkte liegen lassen. Sollten wir es nicht schaffen, war das der Grund“, sagte er. Köllerbach war trotz der Niederlage optimistisch. „Wir sind immer noch vor Rastpfuhl und müssen am Sonntag nur unsere Hausaugaben machen“, so Trainer Dogan Coskun. Beide machten das am Sonntag aber nicht, schieden im Viertelfinale des Pachtener Turniers aus – und so reichte der knappe Vorsprung Köllerbach fürs Finale. Im Spiel um Platz drei in der Riegelsberghalle gewann der SV Gersweiler mit 4:1 gegen Turnierausrichter Riegelsberg. 400 Zuschauer kamen zu dem Tagesturnier.

Turnier des SV Wahlen-Niederlosheim (44 Wertungspunkte):

Gastgeber SV Wahlen-Niederlosheim hat sich in der Losheimer Dr.-Röder-Halle den Sieg beim Ford-Hissler-Cup gesichert. Im Finale setzte sich der Verbandsligist durch Tore von Martin Kreis, David Schommer und Yannik Ewerhardy mit 3:1 gegen Ligakonkurrent FC Brotdorf durch.

Brotdorf hatte im Halbfinale den Masters-Kandidaten SV Mettlach ausgeschaltet (2:1). Für den SV war dies aber kein Beinbruch, denn zu diesem Zeitpunkt war nach den Ergebnissen in den anderen Hallen bereits klar, dass Mettlach erstmals seit 2016 wieder zum Masters fährt. „Wir sind froh, dass wir es geschafft haben“, erklärte SV-Trainer Holger Klein strahlend. „Wir wollen jetzt das Masters mit seiner tollen Atmosphäre genießen, auch wenn sportlich dort eine große Herausforderung wartet.“

Nach dem Halbfinal-Aus konnte sich seine Mannschaft immerhin noch Rang drei sichern. Im kleinen Finale gewann der Saarlandligist dank eines Doppelpacks von Felix Klemmer sowie eines Tores von Matthias Schäfer mit 3:1 gegen Verbandsligist SV Losheim. Die von Nico Lalla trainierten Losheimer hatten zuvor in der Vorschlussrunde Pech: Dort zogen sie im Derby gegen Wahlen-Niederlosheim im Siebenmeterschießen mit 3:4 den Kürzeren. Das Turnier sahen 850 Zuschauer.

Turnier des SV Morscholz (27 Wertungspunkte):

Der SV Walpershofen hat sich den Sieg beim 31. Hallenturnier des SV Morscholz geschnappt. Im Endspiel in der Waderner Herbert-Klein-Halle setzte sich der Spitzenreiter der Landesliga Süd mit 3:0 gegen die SG Wadrill-Sitzerath (Tabellenführer Landesliga West) durch. Spielertrainer Peter Oswald brachte Walpershofen in Führung, danach gelang Nils Brehmer ein Doppelpack.

Der FC Hertha Wiesbach gewann das Turnier in Eppelborn – und jubelte über den Einzug ins Mastersfinale. Bei einem Halbfinal-Aus in Eppelborn, wäre der Traum geplatzt gewesen. Foto: FNS / Fabian Kleer
Oberligist FV Diefflen siegte beim Turnier der SSV Pachten – und beseitigte damit die letzten Zweifel an der Qualifikation fürs Masters. Vor dem Turnier hatten Diefflen noch 0,2 Punkte gefehlt. . Foto: Ruppenthal

Kleiner Trost für den unterlegenen Finalisten: Durch die Punkte für Platz zwei beendete Wadrill-Sitzerath die Masters-Serie auf Rang 13. Mehr Zähler als die SG (52,5) sammelte kein anderes saarländisches Team aus der Landesliga. Rang drei in Wadern ging an den SV Mittelreidenbach. Das Team aus der A-Klasse Birkenfeld gewann das kleine Finale mit 5:1 gegen Landesligist SV Weiskirchen-Konfeld. Das Turnier sahen 350 Zuschauer.