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Rappweiler und Waldhölzbach gründen zum zweiten Mal Spielgemeinschaft

Fußball : Zwei Geschiedene probieren es nochmal

Spielgemeinschaft, die Zweite: Zu Beginn der neuen Saison wird es erneut eine SG Rappweiler-Waldhölzbach geben. Für beide Partner ist es der zweite Versuch, nachdem der erste vor einigen Jahren scheiterte – und mit der Scheidung endete.

Zu einer Neuauflage der Spielgemeinschaft zwischen dem SV Waldhölzbach und dem SV Rappweiler, die sportlich beide in der Kreisliga A Hochwald beheimatet sind, wird es zur kommenden Saison 2020/21 kommen. Schon vor Jahren arbeiteten die beiden Vereine zusammen, doch die 2006 geschlossene Ehe wurde 2014 geschieden – und beide Partner gingen ihre eigenen Wege.

Doch diese Wege führen nun wieder zusammen. Der Grund liegt auf der Hand: Abgesehen vom bescheidenen sportlichen Erfolg – beide Clubs haben keinerlei Kontakt zu den vorderen Plätzen – zwingen personelle Engpässe die beiden Clubs zu einer erneuten Kooperation. So ging der SV Rappweiler mit einem 20-köpfigen Aufgebot an aktiven Spielern in die Saison 2019/20. Diese Zahl ist mittlerweile auf 13 Spieler zusammengeschmolzen, sodass sich das Team praktisch von allein aufstellt. Auch beim Partner in Waldhölzbach sieht es nicht viel besser aus. Dort hat Trainer Fabian Lindemann 17 Mann, auf die er sich verlassen kann. Sicherlich für beide Vereine keine ordentliche Basis, um in den kommenden Jahren allein weiterzumachen.

Doch die Verantwortlichen in beiden Clubs haben schnell reagiert: „Wir haben bereits im Oktober 2018 erste Gespräche geführt, doch um schon 2019 zusammen in die Saison zu starten, dazu war die Zeit zu knapp. Aber im Sommer 2020 wird es mit der neuen SG losgehen“, ist Alexander Thiery, der 1. Vorsitzende des SV Rappweiler, froh, dass die beiden Vereine schnell Nägel mit Köpfen gemacht haben.

Bei einer Versammlung Ende Januar stimmten die rund 100 Mitglieder des SV Rappweiler dem Plan des Vorstandes zu und willigten in die neue Spielgemeinschaft ein. Rappweilers Stürmer Daniel Sauer, mit bislang 30 Toren der Top-Torjäger der Kreisliga Hochwald, hat trotz zahlreicher Angebote aus anderen Vereinen sein Bleiben in der neuen SG zugesagt. Allerdings zog er sich vor einigen Wochen einen Kreuzbandriss zu und wird im Kalenderjahr 2020 wohl nicht mehr spielen können.

„Wir gehen sehr zuversichtlich an die Aufgabe heran. Im Jugendbereich werden wir in der JFG Hochwald mitarbeiten, denn die Jugendarbeit lag bei uns im Verein brach. Waldhölzbach ist da ein Stück weiter und schon Mitglied in der JFG. Ich werde zusammen mit Marvin Röder, einem unserer Aktiven-Fußballer, in der Jugendfördergemeinschaft als Trainer einsteigen“, zeigt sich Thiery zuversichtlich, auch die Nachwuchsarbeit in seinem Verein intensivieren zu können.

Auch aus Waldhölzbach werden positive Signale gesendet. Die neue SG sei sinnvoll, man könne die in beiden Vereinen vorhandenen Ressourcen besser nutzen, um auch in Zukunft Fußball spielen zu können, meint Christian Jacobs, der Sportliche Leiter des SV Waldhölzbach. „Mit dem sicherlich vorhandenen Potenzial in beiden Mannschaften können wir eine gute Rolle in der Kreisliga spielen. Da sollte das Ziel schon sein, im oberen Drittel zu agieren“, sagt Jakobs zu den sportlichen Zielsetzungen der neuen Spielgemeinschaft.

Als Trainer wird weiter Fabian Lindemann agieren, der von Norman Rauguth als Co-Trainer unterstützt wird. Rauguth spielte lange Jahre in Weiskirchen in der Landesliga und wohnt in Rappweiler. „Somit sind wir auch da gut aufgestellt“, ist Jacobs von der sportlichen Leitung der neuen Spielgemeinschaft überzeugt. Heinz Zimmer, der verdiente Trainer des SV Rappweiler, wird sich aus Altersgründen aus dem aktiven Trainergeschäft zurückziehen.