Radsport: Toursieger Contador spricht von Karriereende

Madrid. In Erwartung einer Dopingstrafe denkt Radprofi Alberto Contador offensichtlich über sein Karriereende nach - egal, wie das Urteil des Weltverbandes UCI ausfällt. "Ich bin so entmutigt, dass ich darüber nachdenke, den Radsport unabhängig von der Entscheidung der UCI aufzugeben", zitierte die Madrider Zeitung "El Mundo" den dreifachen Tour-de-France-Sieger

Madrid. In Erwartung einer Dopingstrafe denkt Radprofi Alberto Contador offensichtlich über sein Karriereende nach - egal, wie das Urteil des Weltverbandes UCI ausfällt. "Ich bin so entmutigt, dass ich darüber nachdenke, den Radsport unabhängig von der Entscheidung der UCI aufzugeben", zitierte die Madrider Zeitung "El Mundo" den dreifachen Tour-de-France-Sieger. Das soll Contador dem Präsidenten des spanischen Radsportverbandes, Carlos Castaño, gesagt haben.Die Äußerung könnte auch eine taktische Maßnahme sein, um weiteren Druck auf die Entscheidungsgremien UCI und Welt-Anti-Doping-Agentur Wada auszuüben. Die Tour "lebte" in den vergangenen zwei Jahren von den großen Zweikämpfen Contadors mit Lance Armstrong und Andy Schleck und würde ohne den Spanier sicher an öffentlicher Wahrnehmung verlieren.

Dem 27 Jahre alten Contador waren am zweiten Tour-Ruhetag in Pau in A- und B-Probe geringe Spuren des Kälbermastmittels Clenbuterol nachgewiesen worden. Der Spanier führte das auf kontaminiertes Fleisch zurück, das er in Pau gegessen habe.

Die Chancen scheinen gering zu sein, dass Contadors Beteuerungen Gehör finden. Bei einem ähnlich gelagerten Fall der spanischen Hürdenläuferin Josephine Onyia 2009 drückte der Internationale Sportgerichtshof Cas eine Zweijahressperre durch. Bei Onyia hatte das Labor in Köln wie bei Contador den Minimalwert herausgefiltert. Nur vier der weltweit 34 akkreditieren Anti-Doping-Laboratorien sind nach Angaben der Contador-Anwälte in der Lage, solch geringe Mengen Clenbuterol zu finden. dpa

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